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Warum fällt XRP schneller als alle anderen großen Coins?

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$XRP verliert mehr als alle Vergleichswerte

Ein übergreifender Drawdown-Tracker des Analysehauses Charlie Quant Lab setzt $XRP auf dem letzten Platz unter den großen Kryptowährungen. Die 90-Tage-Rendite des Tokens liegt bei minus 21 Prozent, dem schlechtesten Wert unter den vier betrachteten Majors. Seit seinem Allzeithoch sind bereits 355 Tage vergangen, ohne dass eine nachhaltige Erholung eingesetzt hat. Gegenüber dem Durchschnitt seiner Vergleichswerte liegt $XRP damit mehr als 12 Prozentpunkte zurück. Das Muster entspricht einem klassischen High-Beta-Verhalten: In schwachen Marktphasen verstärkt $XRP den allgemeinen Abwärtstrend, anstatt ihn abzufedern.

Überfüllte Long-Positionen lassen keinen Spielraum nach oben

Ein wesentlicher Treiber des Kursverfalls liegt in der Struktur des Derivatemarkts. Auswertungen zur Positionierung von erfahrenen Händlern und dem Retailpublikum zeigen, dass beide Gruppen gleichzeitig stark auf steigende Kurse setzen. Professionelle Händler weisen einen Net-Long-Bias von plus 29 auf, Retailtrader von plus 27. Die daraus resultierende Divergenz von lediglich plus 2 signalisiert eine sogenannte Crowded-Long-Situation, bei der nahezu alle Marktteilnehmer auf dieselbe Seite positioniert sind.

Dieses Szenario ist aus einem einfachen Grund problematisch: Wenn fast alle Marktteilnehmer bereits long positioniert sind, fehlen neue Käufer, die den Kurs stützen könnten. Gerät der Preis unter Druck, werden gehebelte Long-Positionen zwangsweise liquidiert, was den Kursverfall zusätzlich beschleunigt. In einem solchen Abwärtsstrudel verloren $XRP-Händler bereits 700 Millionen US-Dollar in einem einzigen Liquidationsereignis in diesem Zyklus. Bitcoin zeigt dagegen eine deutlich neutralere Positionierung. Professionelle Händler liegen dort bei plus 2, Retailtrader bei plus 15, was eine negative Divergenz von 13 ergibt. Große Adressen drängen sich bei Bitcoin nicht auf der Long-Seite, wodurch deutlich mehr Aufwärtspotenzial verbleibt.

Große Waladressen ziehen sich zurück

Zusätzliche Daten des Analysedienstes Santiment zeigen, dass die größten $XRP-Halter ihre Bestände reduzieren. Wallets mit mindestens einer Milliarde $XRP hielten am 30. April noch 39,4 Prozent des Gesamtangebots. Dieser Anteil ist seitdem auf rund 38,65 Prozent gesunken, ein stetiger Rückgang über drei Monate. In absoluten Zahlen entspricht das einer Bewegung von Milliarden von Token.

Dieser Rückzug der stärksten Hände verschärft die bereits angespannte Lage erheblich. Normalerweise fungieren große Waladressen als Käufer, die starken Verkaufsdruck abfangen und einen Preisboden bilden. Ziehen sie sich genau in dem Moment zurück, in dem überhebelte Long-Positionen auf Abnehmer angewiesen sind, entfällt diese Unterstützung vollständig. $XRP-Halter sitzen damit auf erheblichen unrealisierten Verlusten. Analysten sehen erst dann eine Trendwende als möglich an, wenn entweder die angestauten Long-Positionen durch eine Liquidationswelle bereinigt werden oder die großen Waladressen wieder als Käufer auftreten.