Einige Analysten halten einen Anstieg des Bitcoin-Kurses auf 200.000 Dollar für möglich, falls der US-amerikanische CLARITY Act verabschiedet wird. Doch dieses Szenario hängt an einem seidenen politischen Faden.
Das Gesetz soll klären, welche US-Aufsichtsbehörde künftig für Krypto zuständig ist. Dadurch könnte die Unsicherheit für institutionelle Anleger sinken. Nach Einschätzung von FM Intelligence könnte Bitcoin in diesem Fall innerhalb eines Jahres auf 135.000 bis 200.000 Dollar steigen.
Das ist jedoch nicht das Basisszenario. Die Research-Abteilung beziffert die Wahrscheinlichkeit dafür lediglich auf 25 Prozent – und auch nur, wenn das Gesetz vor den Zwischenwahlen unterzeichnet wird. Das Hauptszenario liegt niedriger, bei 95.000 bis 130.000 Dollar.
Clarity Act Pass and what matters for Bitcoin’s price
— Lyndon Wood ✌️👽🙏 (@Lyndonx) July 23, 2026
The biggest driver is not the Act itself.
It’s the new structural demand it enables:
More ETF inflows.
More corporate treasury buying.
More banks offering Bitcoin services.
Less regulatory risk discount.
All of that…
Warum das Gesetz so wichtig ist
Für institutionelle Anleger zählt vor allem Rechtssicherheit. Solange die US-Regulierung unklar bleibt, halten sich große Kapitalverwalter zurück. Wird der CLARITY Act Gesetz, könnte das die Tür für Pensionsfonds, Vermögensverwalter und andere große Marktteilnehmer weiter öffnen.
Deshalb bezeichnet CK Zheng von ZX Squared Capital die formelle Verabschiedung des Gesetzes als möglichen Katalysator für einen neuen Bullenmarkt. Klarere Regeln senken das rechtliche Risiko, wodurch mehr institutionelles Kapital in Bitcoin (BTC) fließen könnte.
Wall Street bleibt zurückhaltender
Überzeugt sind dennoch nicht alle. Citi senkte sein 12-Monats-Kursziel für Bitcoin in diesem Jahr bereits zweimal: zunächst von 143.000 auf 112.000 Dollar, anschließend auf 82.000 Dollar. Nach Einschätzung der Bank ist gerade die Verzögerung des Gesetzes der Grund für diese Anpassungen.
Standard Chartered zeigt sich optimistischer, bleibt aber ebenfalls vorsichtiger als die ambitioniertesten Szenarien. Die Bank peilt zum Jahresende 100.000 Dollar an. Mit anderen Worten: Wall Street rechnet nicht ohne Weiteres mit 200.000 Dollar.
Citigroup just cut Bitcoin's 12-month target from $143K to $112K. Not because of technicals. Not because of fundamentals. Because the CLARITY Act is stuck in the Senate.
— APAC FINSTAB (@apacfinstab) March 17, 2026
Wall Street is now explicitly pricing in American regulatory dysfunction.
Alex Saunders, Citi strategist:…
Sieben Demokraten versperren den Weg
Das größte Hindernis ist politischer Natur. Sieben demokratische Senatoren haben den aktuellen Text abgelehnt, obwohl sie zuvor für den GENIUS Act gestimmt hatten, das US-Stablecoin-Gesetz aus dem Jahr 2025. Das macht die Blockade besonders bedeutsam. Es handelt sich nicht um ausgesprochene Krypto-Gegner.
Die Republikaner verfügen über 53 Sitze, benötigen aber 60 Stimmen, um die Debatte zu beenden. Ohne sieben Demokraten kommt das Gesetz daher nicht voran.
Hinzu kommt Trump. Nach Angaben demokratischer Mitarbeiter verdiente er 2025 mehr als 1,4 Milliarden Dollar mit Krypto-Aktivitäten, unter anderem über World Liberty Financial und den TRUMP-Memecoin. Kritiker bemängeln, dass das Gesetz nicht ausreichend verhindert, dass er erneut persönlich von Krypto profitiert.
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