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Frankreich lässt Polymarket sperren: Droht das auch bald in Deutschland?

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Frankreich verschärft seinen Kurs gegen Polymarket. Kurz vor dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft hat die französische Glücksspielbehörde Internetanbieter angewiesen, den Zugang zur Prognoseplattform zu sperren. Als Begründung nennt die Behörde unerlaubtes Glücksspiel sowie mögliche Manipulationen einzelner Wettmärkte.

Die Sperrung trifft das Unternehmen, während die größten Event-Märkte der Plattformgeschichte kurz vor der Abwicklung stehen. Bereits seit Ende 2024 waren finanzielle Transaktionen aus Frankreich untersagt, dennoch griffen zahlreiche Nutzer weiterhin auf die Website zu.

Polymarket im Visier der Behörden

Nach Angaben der französischen Glücksspielbehörde ANJ soll Polymarket ein nicht genehmigtes Glücksspielangebot bewerben. Deshalb müssen französische Internetanbieter den Zugang zur Plattform blockieren. Die Sperre bleibt bestehen, bis Polymarket die nationalen Vorgaben erfüllt.

“Wer für ein solches Angebot wirbt, kann mit einer Geldstrafe von 100.000 € belegt werden. Dieselbe Strafe gilt für jeden, der die Quoten und Auszahlungen nicht autorisierter Online-Glücksspielseiten öffentlich bekannt macht, um diese zu bewerben”, heißt es in der Mitteilung.

Polymarket verzeichnete allein im Juni rund 578.751 Besuche von mehr als 205.000 einzelnen Nutzern aus Frankreich. Obwohl Handelsfunktionen für französische Nutzer bereits eingeschränkt waren, konnten viele die Plattform weiterhin im Ansichtsmodus nutzen.

Zusätzlich verweist die ANJ auf den Verdacht möglicher Marktmanipulationen. Unter anderem sollen Wetterwetten durch kompromittierte Messdaten beeinflusst worden sein. Der Fall wird inzwischen von der Cyberkriminalität-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft untersucht. Frankreich reiht sich damit in eine wachsende Zahl von Staaten ein, die härter gegen Prognosemärkte vorgehen.

Was das für Deutschland bedeutet

Ob Deutschland dem französischen Beispiel folgt und den Zugang zu Polymarket ebenfalls sperrt, ist derzeit offen. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat sich bereits einer europäischen Initiative angeschlossen, die vor Betrug und möglichen Marktmanipulationen auf Prognoseplattformen warnt. Mit der wachsenden Beliebtheit solcher Angebote könnte der Handlungsdruck weiter steigen, denn Nutzer können bei den riskanten Wetten ihren gesamten Einsatz verlieren.