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Staatsanwaltschaft fordert 20 Jahre Haft für Delio-CEO in Krypto-Fall mit 181 Millionen Dollar Umsatz

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Die südkoreanische Staatsanwaltschaft fordert eine 20-jährige Haftstrafe für den Delio-CEO Jung Sang-ho.

Jung wird vorgeworfen, rund 250 Milliarden Won oder 181,5 Millionen US-Dollar an Kundengeldern veruntreut zu haben, bevor die Plattform im Juni 2023 die Auszahlungen abrupt einfror, wodurch Tausende von Anlegern keinen Zugriff mehr auf ihr Geld hatten.

Delios Anwaltsteam bestreitet jegliches Fehlverhalten

Delio vermarktete sich als renditestarke Krypto- Plattform und versprach Renditen von bis zu 10,7 % auf Einlagen in bitcoin, Ether und anderen Token. Für viele schien es eine sichere Möglichkeit zu sein, passives Einkommen zu erzielen. Laut Staatsanwaltschaft war das Unternehmen jedoch weitaus fragiler.

Ein Großteil der Kundengelder war bei FTX angelegt, dessen Zusammenbruch Ende 2022 den globalen Kryptomarkt erschütterte. Mit der Insolvenz von FTX waren diese Gelder größtenteils unwiederbringlich verloren. Die Staatsanwaltschaft wirft Delio vor, weiterhin für seine Dienste geworben und die wachsenden Risiken gegenüber den Kunden nicht offengelegt zu haben.

Im Juni 2023 stoppte Haru Invest die Auszahlungen. Panik breitete sich schnell aus, und die Nutzer hoben in Scharen ihre Gelder ab. Wenige Tage später Delio die Auszahlungen ein, und nach einigen Monaten stellte das Unternehmen den Betrieb vollständig ein.

Die Behörden werfen Jung vor, Investoren über einen langen Zeitraum getäuscht zu haben. Er soll einen gefälschten Prüfbericht eingereicht haben, in dem die Kryptobestände des Unternehmens um mehrere zehn Milliarden Won übertrieben dargestellt wurden.

Der gefälschte Bericht verhalf Delio zur behördlichen Zulassung und zum Aufbau von Vertrauen bei den Nutzern. Laut Staatsanwaltschaft waren mehr als 2.800 Anleger betroffen.

Jung bestreitet alle Vorwürfe, und sein Anwaltsteam argumentiert, der Zusammenbruch sei durch externe Schocks auf den globalen Kryptomärkten verursacht worden, nicht durch vorsätzliches Fehlverhalten.

Der CEO von Bitsonic wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt

Der Fall ereignet sich zu einem Zeitpunkt, an dem Südkorea die Aufsicht über digitale Vermögenswerte verschärft. Gemäß dem Gesetz zum Schutz von Nutzern virtueller Vermögenswerte, das 2024 in Kraft trat, setzen die Behörden nun strengere Regeln in Bezug auf Verwahrung, Offenlegung und Anlegerschutz durch.

Jüngste Fälle deuten darauf hin, dass Gerichte bereit sind, härtere Strafen zu verhängen. In einem Fall um Bitsonic wurde ein CEO wegen Betrugs zu sieben Jahren Haft verurteilt. Auch die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von TerraUSD und Luna lassen auf ein aggressiveres Vorgehen der Staatsanwaltschaft schließen.

Sollte die im Delio-Fall geforderte 20-jährige Haftstrafe bewilligt werden, zählte sie zu den härtesten Strafen, die jemals im südkoreanischen Kryptosektor verhängt wurden. Der Zusammenbruch von Delio offenbart tieferliegende Schwachstellen im Kryptomarkt.

Die Makrostrategin Lyn Alden betonte bitcoingegenüber den globalen Währungsbedingungen und schrieb, dass es sich um ein „globales Liquiditätsbarometer“ handle, das Veränderungen der Geldmenge und der Finanzbedingungen aufzeige.

Auch der Investor Raoul Pal betonte die Bedeutung der Liquidität auf den Kryptomärkten. Er sagte: „Liquidität ist derzeit der wichtigste makroökonomische Faktor“, da Veränderungen der Liquidität die Marktzyklen bestimmen.

Die Misswirtschaft mit Kundengeldern trug zum Zusammenbruch der Kryptobörse Delio bei. Doch die Kräfte des Kryptomarktes können die Geschwindigkeit und/oder das Ausmaß solcher Zusammenbrüche verstärken. Ein Gericht in Seoul wird entscheiden, ob Jung die volle 20-jährige Haftstrafe erhält.

Das Ergebnis könnte ein gewisses Maß an Verantwortlichkeit mit sich bringen und einendent in der Branche schaffen.