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Krypto-Comeback: Wie Zwangskäufe Bitcoin auf den höchsten Stand seit Juni katapultieren

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Kommt der Krypto-Markt jetzt wieder in Schwung? Immerhin stieg der Bitcoin am Mittwoch um fast 8 Prozent. Allerdings war der Anstieg von Zwangskäufen getrieben, weil Wetten auf fallende Kurse automatisch geschlossen werden mussten und damit eine Welle von Short-Liquidierungen auslösten, wie Bloomberg berichtet.

Nach Angaben von Coinglass wurden innerhalb von etwa einer Stunde Bitcoin-Short-Positionen im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar liquidiert. Zuvor erreichte die größte Kryptowährung rund 69.500 Dollar. Das ist der höchste Stand seit Anfang Juni.

Auch für die Nummer zwei der Kryptowährungen ging es nach oben: Ethereum stieg zeitweise um 17,8 Prozent auf 2.249 Dollar. Solana erreichte am Mittwoch ein Plus von 6,6 Prozent, XRP stieg um mehr als 10 Prozent und auch kryptonahe Aktien wie Strategy und Bitmine legten jeweils um rund 10 Prozent zu.

Analysten sehen einen Zusammenhang zwischen der Erholung des Krypto-Marktes und der Ankündigung des US-Finanzministeriums, sein Rückkaufprogramm für langlaufende Anleihen ab September mindestens zu verdoppeln, was risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen begünstigte.

Zuvor war die Rendite 30-jähriger Anleihen auf 5,337 Prozent gestiegen, den höchsten Stand seit 2007. Nach der Ankündigung fielen sie auf 5,192 Prozent zurück.

Treffen mit Trump im Weißen Haus

Ein Verstärker für die Erholung könnte außerdem ein Treffen von Branchengrößen mit Donald Trump gewesen sein. Im Weißen Haus empfing der US-Präsident am Mittwoch unter anderem Brian Armstrong, CEO von Coinbase, die Gemini-Gründer Tyler und Cameron Winklevoss, Arjun Sethi, Co-CEO des Kraken-Betreibers Payward, sowie Vlad Tenev, CEO von Robinhood.

Sie alle sind Mitglieder des neuen Innovation Advisory Committee der Terminmarktaufsicht CFTC, das sich am Donnerstag zu seiner ersten Sitzung trifft. Die Krypto-Branche gehörte zu den großen Unterstützern bei Trumps Wiederwahl. Der US‑Präsident hatte zum Amtsantritt eine branchenfreundliche Regulierung in Aussicht gestellt.

Diskussionen um den Clarity Act

Im Anschluss an das Treffen mahnte der US-Präsident den Kongress, den Clarity Act zügig zu verabschieden. Das Gesetz soll unter anderem die Zuständigkeiten für den Krypto-Markt zwischen SEC und CFTC klären. Die Verabschiedung verzögert sich aber, weil im US-Kongress unter anderem Zweifel an den Ethikregeln und am Verbraucherschutz aufgekommen sind.

Befeuert wird die Debatte, weil Trumps eigene Unternehmen im Krypto-Markt aktiv sind und laut Bloomberg 2025 rund 1,4 Milliarden Dollar aus Krypto- und Memecoin-Geschäften erzielt haben.

Außerdem wird um die Frage gestritten, ob Stablecoin-Anbieter zinsähnliche Renditen zahlen dürfen. Eine schnelle Verabschiedung des Gesetzes vor Beginn der im November stattfindenden US-Zwischenwahlen wird allerdings immer unwahrscheinlicher.

SEC verspricht lockere Krypto-Regeln

Trumps Mahnung folgte auf einen Vorschlag der SEC für neue Regeln, die Krypto-Firmen die Aufnahme von Kapital erleichtern sollen. Konkret geht es um die Behandlung von Krypto-Assets, die mit sogenannten Investment Contracts verbunden sind. Sie sollen von der Pflicht zur Wertpapierregistrierung ausgenommen werden. Emittenten könnten dann unter bestimmten Offenlegungspflichten entweder bis zu 5 Millionen Dollar innerhalb von vier Jahren oder bis zu 75 Millionen Dollar pro Jahr aufnehmen.

Auch SEC-Chef Paul Atkins und CFTC-Chef Michael Selig nahmen an dem Branchentreffen im Weißen Haus teil.