Spot-Volumen auf tiefstem Stand seit Jahren
Bitcoin startete am 1. Juli nahe 64.058 US-Dollar und notiert damit rund 9,3 Prozent über seinem Monatstief vom Monatsbeginn bei etwa 58.000 US-Dollar. Zum Redaktionsschluss wurde der Kurs bei 64.058 US-Dollar gehandelt. Der Aufschwung folgt auf einen Juni-Rückgang von 20,4 Prozent, dem schlechtesten Monatsresultat seit Juni 2022, sowie einem Minus von 3,5 Prozent im Mai.
Das Handelsvolumen hält mit der Kurserholung jedoch nicht Schritt. Laut K33 Research liegt das durchschnittliche tägliche Bitcoin-Spot-Volumen im Juli bei rund 2,2 Milliarden US-Dollar. Das Forschungsunternehmen stuft den Juli damit als den schwächsten Monat beim durchschnittlichen täglichen $BTC-Spot-Volumen seit November 2023 ein. On-Chain-Analyst Darkfost konkretisiert den Rückgang auf Plattformebene: Auf Binance wurden im Juli rund 35 Milliarden US-Dollar gehandelt, verglichen mit 246 Milliarden US-Dollar im November 2024. Auf Bybit sank das Volumen um 85 Prozent, auf OKX um 67 Prozent und auf Coinbase um 61 Prozent im selben Zeitraum.
Glassnode misst den Rückgang in Coins statt in Dollar, um den Preiseffekt herauszurechnen. Auf dieser Basis liegt das Spot-Volumen auf dem niedrigsten Stand seit 2019. Darkfost kommt zu dem Schluss: „Eine Rückkehr von Bitcoin in einen Bullentrend scheint von einer Verschiebung des makroökonomischen Umfelds abhängig zu sein, und vor allem von einer Rückkehr der Nachfrage, dem einzigen echten Treiber, der in der Lage ist, das Volumen wieder anzukurbeln.“
Exchange-Flüsse zeigen weder Verkaufsdruck noch Knappheit
Auch die Bewegungen an den Kryptobörsen liefern keine klaren Signale. Analyst Axel Adler Jr. berichtet, dass die Bitcoin-Zuflüsse an Börsen auf einem 30-Tage-Durchschnitt von rund 60.000 $BTC liegen, was etwa 76 Prozent des Jahresdurchschnitts von rund 79.000 $BTC entspricht. Vor einem Jahr lagen die Zuflüsse noch bei rund 100.000 $BTC. Der Netto-Flow zwischen Ein- und Auszahlungen beträgt derzeit rund minus 1.300 $BTC. Adler Jr. kommentiert: „Börsen akkumulieren kein zusätzliches Angebot, aber es gibt auch keine groß angelegten Abhebungen von Coins, die eine Knappheit an liquiden Beständen erzeugen könnten.“
Glassnode beschreibt das Muster als Desinteresse: „Das liest sich weniger wie Verteilung oder Akkumulation als wie Gleichgültigkeit, ein Muster, das häufig die ruhige Mitte eines Bärenmarktes kennzeichnet.“
ETF-Zuflüsse drehen ins Negative
Besonders aufschlussreich ist die Entwicklung bei den US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs. Die wöchentlichen Zuflüsse begannen den Juli positiv, schrumpften dann jedoch kontinuierlich. In der Woche zum 10. Juli flossen noch 197,4 Millionen US-Dollar ein, gefolgt von 75,7 Millionen und 33,8 Millionen US-Dollar in den beiden Folgewochen. Die Woche bis zum 29. Juli schloss mit einem Nettoabfluss von 29,3 Millionen US-Dollar.
Hinzu kommt ein saisonales Risiko: Bitcoin schloss in jedem der vergangenen vier August-Monate im Minus, mit einer medianen Monatsrendite von minus 7,49 Prozent. Um dieses Muster zu durchbrechen, dürften nach Einschätzung von Analysten ein klarer makroökonomischer Katalysator sowie eine Wiederbelebung der institutionellen und Spot-Nachfrage notwendig sein.
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