Bitcoin in der Stabilisierungsphase
Bitcoin notiert weiterhin bei rund 64.000 US-Dollar und befindet sich damit aktuell in einer Stabilisierungsphase. Nach den starken Schwankungen der vergangenen Wochen richtet sich der Blick der Anleger nun verstärkt auf Strategy. Die heute anstehenden Quartalszahlen könnten wichtige Hinweise darauf liefern, wie das Unternehmen seine Bitcoin-Strategie in den kommenden Monaten fortsetzen will.
Die nackten Zahlen könnten erneut täuschen
Bei Strategy schwanken die ausgewiesenen Ergebnisse stark mit dem Bitcoin-Kurs. Im ersten Quartal entstand durch die Neubewertung der Bestände ein operativer Verlust von 14,5 Milliarden US-Dollar. Für das zweite Quartal rechnet der Analystenkonsens zwar wieder mit einem operativen Gewinn von rund 3,86 Milliarden US-Dollar. Diese Prognose ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da Bitcoin das Quartal deutlich niedriger beendete, als er es begonnen hatte.
Mehr Aussagekraft dürften deshalb die Kennzahlen besitzen, mit denen Strategy die Entwicklung seines Bitcoin-Bestands je Aktie beschreibt. Dort hat sich das Wachstum zuletzt verlangsamt. Die sogenannte Bitcoin-Rendite lag am 21. Juli seit Jahresbeginn nur noch bei 5,8 Prozent. Auch der Zuwachs der Bitcoin-Menge je Aktie fiel im Jahresvergleich auf 8 Prozent zurück. Das macht es für das Management schwieriger, schwache Bilanzzahlen allein mit dem langfristigen Aufbau des Bestands zu erklären.
Anleger werden deshalb vor allem zuhören, welche Ziele Strategy für den weiteren Jahresverlauf nennt. Interessant ist dabei, ob Michael Saylor und CEO Phong Le weiterhin mit steigenden Bitcoin-Beständen je Aktie rechnen und wie dieses Wachstum finanziert werden soll.
Bitcoin-Verkäufe haben einen empfindlichen Punkt getroffen
Strategy hatte über Jahre den Eindruck vermittelt, Bitcoin unabhängig von kurzfristigen Schwankungen dauerhaft halten zu wollen. Umso stärker fielen die Reaktionen aus, als das Unternehmen erstmals seit 2022 wieder Bestände verkaufte. Im bisherigen Jahresverlauf wurden Bitcoin im Wert von rund 218 Millionen US-Dollar veräußert. Das Geld floss unter anderem in Dividendenzahlungen und den Aufbau der Dollarreserve. Zusätzlich genehmigte das Unternehmen mögliche weitere Verkäufe von bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar.
Finanziell kann dieser Schritt durchaus nachvollziehbar sein. Für das Vertrauen der Anleger ist er trotzdem heikel. Strategy lebt davon, dass der Kapitalmarkt dem Unternehmen zutraut, über neue Aktien und andere Finanzierungsinstrumente zusätzliche Bitcoin zu erwerben. Ende Juni fiel der Unternehmenswert erstmals unter den Wert der gehaltenen Bitcoin. Damit verschwand der Bewertungsaufschlag, der das Modell lange getragen hatte.
Bei der Telefonkonferenz dürfte daher jede Aussage zu möglichen weiteren Verkäufen, Aktienausgaben und zur Höhe der Liquiditätsreserve eine Rolle spielen. Ein klarer Finanzierungsplan könnte einen Teil der Skepsis nehmen. Bleibt das Management bei diesen Punkten vage, dürfte die Diskussion über die Tragfähigkeit des Modells weitergehen.
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