Die Ergebnisse von Coinbase (COIN) für das zweite Quartal trugen wenig dazu bei, die langfristige Einschätzung an der Wall Street zu verändern. Die meisten Analysten führten die Entwicklung auf eines der schwächsten Kryptohandelsumfelder der letzten Jahre zurück und nicht auf unternehmensspezifische Probleme. Die Diskussion dreht sich nun darum, was als Nächstes kommt.
Das Unternehmen verfehlte Erwartungen bei nahezu jeder wichtigen Finanzkennzahl mit einem Umsatz von 1,22 Milliarden US-Dollar und einem bereinigten EBITDA von 208 Millionen US-Dollar, wobei niedrigere Kryptopreise und gedämpfte Handelsvolumina sowohl die Transaktionserlöse als auch das wachsende Abonnementgeschäft belasteten.
Die Prognose für das dritte Quartal lag ebenfalls unterhalb der Konsensschätzungen, was mehrere Unternehmen dazu veranlasste, ihre Schätzungen und Kursziele zu senken.
Die Aktienkursen sind kurz vor Markteröffnung um 6 % gefallen.
Selbst bullische Analysten räumten ein, dass das Quartal schwach war. Cantor Fitzgerald bezeichnete es als „ein weiteres schwaches Quartal“, verursacht durch gedrückte Kryptopreise und geringere Spot-Handelsvolumina, während Oppenheimer erklärte, dass die verfehlten Erwartungen auf eine insgesamt schwache Marktlage und nicht auf operative Probleme zurückzuführen seien.
Benchmark traf einen ähnlichen Ton und argumentierte, dass die Schlagzeilenzahlen den Fortschritt in Coinbases langfristiger Strategie, sich über die Einnahmen aus dem Einzelhandelshandel hinaus zu diversifizieren, verschleierten. William Blair erklärte ebenso, dass Investoren den Kursrückgang nach den Quartalszahlen als Kaufgelegenheit sehen sollten, da Coinbase weiterhin der größte Nutznießer einer möglichen Erholung des Kryptomarktes bleibe.
Der Marktanteil wächst weiterhin
Der stärkste Konsens unter den optimistischen Unternehmen war, dass Coinbase weiterhin Marktanteile gewann, obwohl die Branche schrumpfte.
Coinbase erklärte, dass das Unternehmen im Quartal einen Rekordanteil von 10,3 % am weltweiten Krypto-Handelsvolumen erfasst habe, was den dritten aufeinanderfolgenden Quartalsanstieg darstellt. Analysten von Benchmark, Oppenheimer, Clear Street und Cantor hoben diese Zahl als Beleg dafür hervor, dass sich die Handelsaktivitäten in Zeiten von Marktturbulenzen auf größere regulierte Börsen konzentrieren.
Mehrere verwiesen auch auf Derivate, wobei Coinbase trotz der Aussage des Managements, dass der breitere Derivatemarkt um zweistellige Prozentsätze zurückging, stabile Handelsvolumen meldete.
Diversifikation zeigt Fortschritte, reicht jedoch nicht aus
Analysten bewerteten den Vorstoß von Coinbase über den Spot-Handel hinaus als ermutigend, obwohl die neueren Geschäftsbereiche weiterhin zu klein sind, um Schwächen im Kernbereich des Handelsumsatzes auszugleichen.
Das Unternehmen versucht, sich durch Prognosemärkte, Derivate, Abonnements, Stablecoins und seine Base-Blockchain zu diversifizieren. Die Prognosemärkte überschritten eine annualisierte Umsatzlaufrate von 100 Millionen US-Dollar, während Coinbase One mehr als eine Million zahlende Abonnenten erreichte. Die Partnerschaft mit Circle für USDC wurde ebenfalls zu bestehenden Konditionen erneuert, was eine wesentliche Sorge der Investoren beseitigte.