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Hoskinson warnt Cardano-Community vor selbst verursachtem Niedergang

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Gründer Charles Hoskinson warnt nach der gescheiterten Finanzierung von Blockfrost vor Risiken für zentrale Teile der Cardano-Infrastruktur. Hoskinson kritisierte insbesondere die ablehnenden Stimmen der Cardano Foundation und des Staking-Anbieters Everstake, kündigte zugleich aber an, den Dienst vorerst weiterzuführen.

Blockfrost-Finanzierung scheitert an Abstimmung

In einem Livestream vom 28. Juli erklärte Hoskinson, dass der Förderantrag nach den Gegenstimmen der Cardano Foundation und Everstake gescheitert ist. Das Blockfrost-Team hatte Mittel beantragt, um den Betrieb seiner Infrastruktur fortzusetzen.

Blockfrost stellt Datenzugänge und APIs für zahlreiche Anwendungen, Wallets und Handelsplattformen im Cardano-Ökosystem bereit. Nach Angaben Hoskinsons wird der Dienst unter anderem von Coinbase, Binance, Kraken und der Lace-Wallet genutzt.

Die Abstimmung über die Finanzierung von Blockfrost endete am 28. Juli 2026 mit dem Ende von Epoch 645. Der Antrag erreichte lediglich 43,3 Prozent der für die Ratifizierung relevanten DRep-Stimmen und verfehlte damit die erforderliche Zustimmung von 67 Prozent deutlich.

Wie wir berichteten, warnte Hoskinson schon vor zwei Wochen, dass ein Wegfall von Blockfrost im schlimmsten Fall zu Delistings bei den vorgenannten Börsen führen könnte. Dies wäre ein fatales Szenario für $ADA, da die größten und wichtigsten Krypto-Börsen weltweit wegfallen und damit dem Coin die Liquidität entziehen könnten.

Das Geschäftsmodell sei jedoch unmittelbar von der Aktivität auf Cardano abhängig. Bei einem Transaktionsniveau wie auf Ethereum oder Solana könne ein solcher Dienst profitabel arbeiten. Bei der aktuellen Nachfrage müsse die Infrastruktur dagegen faktisch von einer Stiftung, einer gemeinnützigen Organisation oder einer vergleichbaren Institution getragen werden. Hoskinson erklärte:

„Man kann das beste Restaurant der Welt betreiben. Wenn man es jedoch mitten in der Wüste baut und niemand vorbeikommt, wird man trotz des besten Essens, der besten Mitarbeiter und des besten Services kein Geld verdienen. Das ist die Realität nachfragebasierter Geschäftsmodelle, und genau das ist Blockfrost.“

Hoskinson warnt vor Ausfällen und Sicherheitsrisiken

Eine unmittelbare Abschaltung schloss Hoskinson aus. Gemeinsam mit seinem Team wolle er nach einer Lösung suchen, um die Kontinuität des Dienstes zumindest vorerst zu gewährleisten. Eine Stilllegung bezeichnete er angesichts der Abhängigkeit großer Marktteilnehmer als potenziell „katastrophal“.

Besonders kritisch sei es, zentrale Datenfeeds durch weniger vertrauenswürdige Alternativen zu ersetzen. Fehlerhafte oder nicht überprüfbare Daten könnten laut Hoskinson Folgen für Bridges, DeFi-Protokolle und dezentrale Anwendungen haben.

„Es ist äußerst problematisch, nicht vertrauenswürdige Infrastruktur dafür einzusetzen, festzustellen, was auf Cardano geschieht, wenn Nutzer die Informationen nicht selbst verifizieren können. Gelder können gestohlen, Bridges gehackt und DeFi-Anwendungen schwer beschädigt werden. Für Cardano handelt es sich um kritische Infrastruktur.“

Hoskinson zufolge kostet Blockfrost jährlich lediglich einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag, obwohl das kleine Team rund um die Uhr einen erheblichen Teil der Netzwerkaktivität unterstützt. Die Entscheidung der Governance müsse dennoch akzeptiert werden.

Kritik an Cardanos Governance-Kultur

Hoskinson nutzte den gescheiterten Antrag für eine neuerliche Kritik an der politischen Kultur innerhalb Cardanos. Hoskinson warf Teilen der Community vor, wachstumsorientierte und kommerzielle Initiativen aus Zynismus abzulehnen und damit wiederholt Projekte zu schwächen:

„Wir werden nicht überleben, wenn wir weiterhin Niederlagen, Zynismus und selbst zugefügte Schäden akzeptieren. Wir werden auch nicht überleben, wenn wir pessimistisch gegen alles stimmen, was Wachstum oder die Kommerzialisierung der Plattform fördern könnte. Es gibt keinen Grund, in diesem Ökosystem zu bleiben, wenn dies die vorherrschende Haltung ist.“

Als Reaktion darauf bekräftigte Hoskinson sein Vorhaben, eine politische Organisation innerhalb des Cardano-Ökosystems aufzubauen. Diese soll eine starke kommerzielle Strategie, stärkere Exekutivfunktionen sowie Änderungen an der Cardano-Verfassung vorantreiben.

Trotz des neuerlichen Rückschlags sieht Hoskinson Cardano als nicht gefährdet an. Wie wir gestern berichteten, soll RealFi innerhalb von zwölf Monaten auf eine Milliarde US-Dollar TVL skalieren, während die Arbeiten an Midnight und Leios planmäßig voranschreiten. Für Blockfrost will Hoskinson zu einem späteren Zeitpunkt neue Pläne bekannt geben.

Zum Redaktionszeitpunkt handelte $ADA bei 0,1641 US-Dollar und konnte sich in den letzten 24 Stunden um 4,6 Prozent erholen. Mit einer Marktkapitalisierung von 5,99 Milliarden US-Dollar hat sich $ADA vor XLM auf Rang 15 der größten Kryptowährungen schieben können.