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Bitcoin-ETFs unter Druck: Anleger ziehen über 500 Millionen Dollar ab – auch CLARITY Act gerät ins Stocken

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Die Stimmung am Kryptomarkt bleibt angespannt. Nachdem Bitcoin zuletzt den wichtigen Widerstandsbereich oberhalb von 65.000 Dollar nicht nachhaltig überwinden konnte, ziehen Investoren zunehmend Kapital aus den US-Spot-Bitcoin-ETFs ab. Gleichzeitig erhält auch die Hoffnung auf einen baldigen regulatorischen Durchbruch in den USA einen Dämpfer: Der Digital Asset Market CLARITY Act wird entgegen früherer Erwartungen nicht mehr vor der Sommerpause des US-Senats behandelt.

Vier Handelstage in Folge Kapitalabflüsse aus Bitcoin-ETFs

Die in den USA zugelassenen Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten den vierten Handelstag in Folge Nettoabflüsse. Allein am jüngsten Handelstag zogen Anleger rund 49,8 Millionen Dollar aus den Fonds ab. Über die vergangenen vier Handelstage summierten sich die Abflüsse laut Daten von SoSoValue auf rund 526 Millionen Dollar.

Besonders deutlich fiel der Kapitalabzug am 23. und 24. Juli aus. An diesen beiden Tagen verließen jeweils rund 225 beziehungsweise 240 Millionen Dollar die Produkte. Die jüngste Verkaufswelle folgte unmittelbar auf eine zuvor sieben Handelstage andauernde Serie von Nettozuflüssen in Höhe von knapp einer Milliarde Dollar und unterstreicht die derzeit hohe Nervosität am Markt.

Trotz der jüngsten Rückschläge bleibt die langfristige Entwicklung der ETFs weiterhin deutlich positiv. Seit ihrer Einführung summieren sich die Nettozuflüsse auf rund 51,3 Milliarden Dollar. Das verwaltete Vermögen aller US-Spot-Bitcoin-ETFs beläuft sich aktuell auf etwa 77,2 Milliarden Dollar.

Bitcoin scheitert erneut an 65.000 Dollar

Auslöser der jüngsten ETF-Abflüsse dürfte vor allem die Kursentwicklung von Bitcoin gewesen sein. Nachdem die Kryptowährung den Bereich oberhalb von 65.000 Dollar nicht halten konnte, setzte eine erneute Korrektur ein. Zwischenzeitlich fiel der Kurs bis auf rund 63.100 Dollar und markierte damit den niedrigsten Stand seit dem 17. Juli.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte Bitcoin wieder bei etwa 64.370 Dollar und lag damit auf Wochensicht zwar rund 2,7 Prozent im Plus. Dennoch bleibt die kurzfristige Marktstimmung fragil.

CryptoQuant: Nachfrage bleibt der entscheidende Faktor

Nach Einschätzung des CryptoQuant-Analysten Darkfost fehlt dem Markt derzeit vor allem eine ausreichende Nachfrage, um einen nachhaltigen Aufwärtstrend einzuleiten.

Als Hinweis darauf verweist der Analyst auf die deutlich gesunkene Handelsaktivität an den Spotbörsen. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Binance. Während dort im November 2024 noch ein monatliches Spot-Handelsvolumen von rund 246 Milliarden Dollar registriert wurde, lag dieses im Juli lediglich bei etwa 35 Milliarden Dollar.

Aus Sicht von Darkfost sprechen diese Zahlen dafür, dass sich viele Marktteilnehmer derzeit zurückhalten. Erst eine spürbare Belebung der Nachfrage und steigende Handelsvolumina könnten den Weg für eine nachhaltige Fortsetzung des Aufwärtstrends ebnen.

CLARITY Act verzögert sich erneut

Auch auf regulatorischer Ebene erhielten Anleger in dieser Woche keine positiven Nachrichten. Der republikanische Mehrheitsführer im US-Senat, John Thune, bestätigte, dass der Digital Asset Market CLARITY Act nicht mehr vor Beginn der Sommerpause am 7. August zur Abstimmung kommen wird.

Als Grund nannte Thune den eng getakteten Zeitplan des Senats. Vorrang hätten derzeit unter anderem ein Russland-Sanktionspaket sowie zahlreiche noch ausstehende Regierungs-, Geheimdienst- und Richterernennungen. Für den CLARITY Act bleibe daher vor der Sommerpause kein ausreichendes Zeitfenster.

Die Verschiebung gilt als bedeutender Rückschlag, da das Gesetz als zentrale Marktstrukturreform für den US-Kryptosektor angesehen wird. Beobachter hatten lange gehofft, dass noch vor dem Sommer zumindest eine erste Senatsabstimmung erfolgen könnte.

Politische Hürden bleiben hoch

Selbst wenn der Gesetzentwurf kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt würde, wären die politischen Hürden weiterhin erheblich. Vor einer endgültigen Verabschiedung müssten zunächst eine Senatsdebatte, mögliche Änderungsanträge sowie eine Cloture-Abstimmung erfolgen. Für Letztere werden 60 Stimmen benötigt.

Da die Republikaner über keine entsprechende Mehrheit verfügen, wären sie auf die Unterstützung mehrerer demokratischer Senatoren angewiesen. Bislang zeichnet sich eine solche parteiübergreifende Mehrheit jedoch nicht ab.

Hinzu kommen weiterhin offene Streitpunkte innerhalb des Gesetzentwurfs. Dazu gehören unter anderem strengere Ethikregeln für Regierungsvertreter, die zukünftige Zuständigkeitsverteilung zwischen SEC, CFTC und den Bundesstaaten sowie Regelungen für Stablecoins und dezentrale Finanzanwendungen (DeFi).

Prognosemärkte verlieren zunehmend das Vertrauen

Die anhaltenden Verzögerungen spiegeln sich inzwischen auch auf den Prognosemärkten wider. Laut Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der CLARITY Act noch im Laufe des Jahres 2026 in Kraft tritt, inzwischen nur noch bei rund 28 Prozent. Im Februar hatte dieser Wert zeitweise noch bei rund 82 Prozent gelegen.

Mit jeder verschobenen Frist wächst die Sorge, dass der beginnende US-Wahlkampf den politischen Handlungsspielraum zusätzlich einschränken könnte.

SEC-Chef Paul Atkins wirbt für schnelle Verabschiedung

Unterdessen erhöht auch SEC-Vorsitzender Paul Atkins den Druck auf den Senat. Er sprach sich erneut für eine rasche Verabschiedung des CLARITY Act aus und bezeichnete das Gesetz als wichtigen Schritt hin zu einem klaren regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte.

Nach Ansicht von Atkins würde ein einheitliches Regelwerk sowohl Unternehmen als auch Investoren mehr Planungssicherheit bieten und gleichzeitig Innovation sowie Verbraucherschutz stärken. Viele Unternehmen der Kryptobranche beklagen seit Jahren die unklare Kompetenzverteilung zwischen verschiedenen US-Aufsichtsbehörden und sehen darin ein wesentliches Hemmnis für Investitionen und Produktentwicklungen.

Unsicherheit bleibt kurzfristig der dominierende Faktor

Sowohl die jüngsten Kapitalabflüsse aus den Bitcoin-ETFs als auch die erneute Verzögerung des CLARITY Act zeigen, dass der Kryptomarkt derzeit mit mehreren Unsicherheitsfaktoren gleichzeitig konfrontiert ist. Einerseits fehlt es Bitcoin bislang an ausreichend Kaufdynamik, um wichtige charttechnische Widerstände nachhaltig zu überwinden. Andererseits verschiebt sich auch die Aussicht auf einen klaren regulatorischen Rahmen in den USA weiter nach hinten.