- Die White-Hat-Hacker hinter dem Liquid-Network-Exploit haben nur 85 % der gestohlenen Bitcoin an Blockstream zurückgegeben, sodass der Gruppe 598,5 $BTC im Wert von rund 47 Millionen Dollar verblieben.
- Mitglieder der Krypto-Community kritisierten die exorbitante Prämie, die die Angreifer des Liquid-Netzwerks verlangten, wobei viele ihr Vorgehen mit Erpressung verglichen.
Das Drama zwischen einer selbsternannten „White-Hat“-Gruppe und Blockstream, dem Betreiber des kürzlich gehackten Liquid-Netzwerks, scheint beendet zu sein. Die Täter des jüngsten Exploits im Liquid-Netzwerk, der zum Verlust von 4.000 Bitcoin ($BTC) führte, haben „den Großteil“ der Gelder zurückgegeben.
Die Täter, die sich als ethische Hacker bezeichneten, behielten etwa 15 % der Gelder als Bug-Bounty ein. Damit belaufen sich ihre Einnahmen aus dem Vorfall auf 598,5 $BTC, was bei den aktuellen Krypto-Wechselkursen mehr als 47 Millionen US-Dollar entspricht.
🚨💧 LIQUID HACKERS RETURN 85% OF STOLEN BITCOIN TO LIQUID FEDERATION
— Alex Thorn (@intangiblecoins) September 7, 2026
after a lengthy conversation with blockstream via OP_RETURNs, in block 965,950 hackers sent 3400 $BTC back to the original Liquid Federation address, apparently keeping 598.5 $BTC (~$47m) for themselves (15%) pic.twitter.com/fAOPEHnRXa
Warnzeichen bei den Forderungen der „White-Hat“-Hacker des Liquid-Netzwerks
Das Einfordern eines „White-Hat“-Bountys ist eine weithin akzeptierte Praxis in der Branche, insbesondere im Kryptobereich. Sie belohnt unabhängige Sicherheitsforscher, die kritische Protokollschwachstellen aufdecken und schließlich mit den betroffenen Kernentwicklern zusammenarbeiten, um mögliche Lösungen zur Behebung von Systemfehlern zu erarbeiten, bevor böswillige Akteure diese ausnutzen können – was zu größeren Verlusten und Reputationsschäden führen könnte.
Viele hielten die Vorgehensweise der Hacker des Liquid-Netzwerks in Bezug auf White-Hat-Prämien jedoch für unorthodox, da sie Blockstream mit Druck dazu zwangen, das kompromittierte Protokoll zu flicken, bevor sie sich bereit erklärten, die gestohlenen Gelder zurückzugeben. Sie verglichen das mit Erpressung, da die Täter sich weigerten, die Gelder zurückzugeben, solange sie keinen Beweis dafür hatten, dass Blockstream die Schwachstelle bereits behoben hatte.
Unterdessen kritisierten mehrere Kritiker die Täter wegen der überhöhten Summe, die sie für sich behalten hatten. Allgemein akzeptierte „White-Hat“-Prämien liegen normalerweise bei etwa 5 % bis 10 % für die Offenlegung einer Schwachstelle und die anschließende Rückgabe gestohlener Vermögenswerte. Diese sind jedoch in der Regel auf 10 Millionen US-Dollar begrenzt, sodass die Forderung der Liquid-Network-Hacker weit über dem lag, was üblicherweise akzeptabel ist.
Zudem wiesen viele darauf hin, dass etwas nicht stimmte mit dem offensichtlichen Mangel an ordentlichen Verhandlungen zwischen Blockstream und den White-Hats. Es schien, als hätten die Hacker die Kommunikation mithilfe der OP_RETURN-Funktion von Bitcoin weitgehend kontrolliert, was dazu führte, dass sie die 15-prozentige Prämie einseitig festlegten, ohne vorherige Zustimmung von Blockstream.
Die exorbitanten Gebühren könnten zu einem erheblichen Defizit in den Deckungreserven des Liquid-Netzwerks im Verhältnis zum Umlaufbestand seines tokenisierten Bitcoins führen. Dies könnte die Fähigkeit von Liquid Bitcoin (LBTC) untergraben, eine 1:1-Bindung an Bitcoin aufrechtzuerhalten.
Eine drohende Klage
Es ist zwar noch zu früh für Spekulationen, doch die Angelegenheit riecht nach einer möglichen Klage. Andererseits wäre eine solche Klage schädlich für zukünftige Sicherheitskooperationen mit White-Hats.
coindesk.com