Coinbases (COIN) jüngste Produkteinführungsveranstaltung hat möglicherweise die kurzfristigen Gewinnprognosen an der Wall Street nicht verändert, aber sie hat den wachsenden Glauben unter Analysten bestärkt, dass sich die Krypto-Börse stetig zu einer breiteren Finanzplattform entwickelt, deren Einnahmequellen über die Preisschwankungen von Bitcoin hinausgehen.
Bei der System Update-Veranstaltung am Dienstag in New York stellte Coinbase vorgestellte Produkte von Derivaten, tokenisierten Aktien, Stablecoin-Zahlungen, Kreditvergabe und künstlicher Intelligenz. Während die Ankündigungen ein breites Spektrum an Geschäftsbereichen abdeckten, konzentrierten sich Analysten weniger auf die einzelnen Produkte als vielmehr darauf, was sie über die langfristige Strategie des Unternehmens offenbaren.
Seit Jahren ist das Schicksal von Coinbase eng mit der Handelsaktivität im Kryptomarkt verbunden. Wenn Bitcoin BTC$64.434,39 steigt und Privatanleger in den Markt zurückkehren, zieht der Handelsumsatz in der Regel deutlich an. In ruhigeren Phasen kann dieser Umsatz jedoch stark zurückgehen. Analysten sehen die Produkterweiterung von Coinbase zunehmend als Bemühung, diese Abhängigkeit zu verringern.
"Die neuen Funktionen stehen im Einklang mit dem Bestreben des Unternehmens, zur „Everything“-Börse zu werden“, schrieb der Barclays-Analyst Benjamin Budish nach der Veranstaltung und fügte hinzu, dass das Unternehmen darauf abzielt, einen größeren Anteil an der finanziellen Aktivität der Kunden zu gewinnen, da die Handelsvolumina im Kryptobereich weiterhin relativ zurückhaltend sind.
Der Analyst von Cantor Fitzgerald, Ramsey El-Assal, schlug einen ähnlichen Ton an. Während er die schwächeren Bedingungen auf den Kryptomärkten anerkannte, sagte er, dass das „Innovationsmotor“ von Coinbase „nicht ins Stocken geraten sei“ und argumentierte, dass sich das Unternehmen darauf positioniere, von einer Zukunft zu profitieren, in der Verbraucher Investitionen, Ausgaben und Kreditaufnahme über eine einzige App oder Geldbörse verwalten.
'Der Preis'
Was den Analysten bei den zahlreichen neuen Produkteinführungen von Coinbase besonders auffiel, waren Derivate.
Mehrere Unternehmen hoben die Bemühungen von Coinbase hervor, den Zugang zu Options- und Perpetual-Futures-Märkten auszubauen, die den Großteil des globalen Kryptohandels ausmachen. JPMorgan verwies auf die Bestrebungen des Unternehmens, US-Kunden mehr Derivateprodukte anzubieten, während Cantor die Schaffung eines einheitlichen globalen Liquiditätspools durch Coinbase betonte, der die Handelsaktivitäten über Märkte und Anlageklassen hinweg vernetzt.
Der Analyst von Clear Street, Owen Lau, bezeichnete Derivate als „die Belohnung“ und stellte fest, dass etwa 80 % des Krypto-Handelsvolumens auf Derivatemärkten stattfinden. Er argumentierte, dass die Erweiterung des Angebots von Optionen und Futures Coinbase eine größere und potenziell nachhaltigere Einnahmequelle aus Transaktionsgebühren bieten könnte als der traditionelle Spot-Handel.
Analysten hoben zudem Stablecoins und Zahlungsinfrastrukturen als zunehmend wichtige Bestandteile der Entwicklung hervor.
Barclays erklärte, dass Coinbase weiterhin den Fokus auf Stablecoin-Zahlungen und agentisches Commerce legt, während Cantor auf Verbesserungen der Coinbase Developer Platform hinwies, die es Unternehmen ermöglichen, Stablecoin-Zahlungen und Krypto-Dienstleistungen in ihre Abläufe zu integrieren. Clear Street beschrieb Stablecoins und Entwickler-Tools als eine wachsende Quelle wiederkehrender Einnahmen, die weniger anfällig für die Volatilität des Kryptomarkts sind.