Die Tokenisierung ist für einen Großteil von Wall Street zu einer strategischen Priorität geworden, wobei 84 % der Finanzinstitute angeben, dass die Technologie für ihr Geschäft wichtig ist, so eine neue Umfrage des Finanztechnologieanbieters Broadridge.
Die Umfrage unter 200 Finanzdienstleistungsmanagern aus Nordamerika deutete darauf hin, dass die Finanzbranche über das Experimentieren mit der Blockchain-Technologie hinausgeht und beginnt, sich auf eine Zukunft vorzubereiten, in der tokenisierte Vermögenswerte Teil der alltäglichen Marktinfrastruktur werden.
Tokenisierung ist der Prozess der Darstellung von Eigentumsrechten an realen Vermögenswerten — wie Aktien, Anleihen, Fonds oder Immobilien — als digitale Token auf einer Blockchain. Befürworter argumentieren, dass sie die Abwicklung vereinfachen, die Betriebskosten senken und es ermöglichen kann, Vermögenswerte rund um die Uhr zu handeln, während sie gleichzeitig leichter in kleinere Eigentumsanteile aufgeteilt werden können.
Das Interesse an der Technologie hat in den letzten zwei Jahren deutlich zugenommen, da einige der größten Finanzinstitute der Welt Initiativen zur Tokenisierung gestartet haben. BlackRocks tokenisierter Treasury-Fonds ist zu einem der größten blockchain-basierten Investmentfonds geworden, während Franklin Templeton tokenisierte Geldmarktfonds anbietet. JPMorgan hat die blockchain-basierte Abwicklung über seine Kinexys-Plattform ausgeweitet, und Unternehmen wie Visa und DTCC bauen Infrastrukturen zur Unterstützung tokenisierter Zahlungen und Wertpapiere auf.
Am Mittwoch gab die DTCC hat seine ersten Live-Produktionsgeschäfte abgeschlossen im Zusammenhang mit tokenisierten Wertpapieren, ein bedeutender Schritt zur Integration der Blockchain-Technologie in traditionelle Finanzmärkte.
Die Erkenntnisse von Broadridge deuten darauf hin, dass diese Bemühungen die gesamte Branche beeinflussen. Achtundsechzig Prozent der Befragten gaben an, dass die Tokenisierung die Finanzmärkte innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre zumindest teilweise neu gestalten wird, während fast ein Drittel plant, die Investitionen in Tokenisierungsprojekte in den nächsten zwei Jahren um 26 % bis 50 % oder mehr zu erhöhen.
Die Umfrage ergab zudem, dass sich Unternehmen nicht auf eine vollständig On-Chain-basierte Zukunft vorbereiten. Stattdessen rechnen 92 % damit, dass digitale und traditionelle Vermögenswerte auf absehbare Zeit nebeneinander bestehen bleiben, und 69 % planen, die Tokenisierung in bestehende Infrastrukturen zu integrieren, anstatt separate blockchain-native Systeme zu entwickeln.
Dies spiegelt den Ansatz vieler großer Finanzinstitute wider, die sich im Allgemeinen darauf konzentriert haben, Blockchain-Netzwerke an bestehende Handels-, Verwahr- und Abwicklungssysteme anzubinden, anstatt diese zu ersetzen.
Die Akzeptanz bleibt in der Branche ungleich verteilt. Vierundvierzig Prozent der Kapitalmarktunternehmen gaben an, dass sie bereits Tokenisierungsinitiativen in Produktion oder im großflächigen Betrieb haben, verglichen mit 20 % der Vermögensverwalter und 9 % der Vermögensberater.
Die Umfrage zeigte auch auf, wo Unternehmen erwarten, dass die Tokenisierung zuerst an Bedeutung gewinnt. Etwa 80 % der Befragten sind der Ansicht, dass tokenisierte Investmentfonds und Geldmarktfonds innerhalb von fünf Jahren eine bedeutende Rolle spielen werden, was das schnelle Wachstum tokenisierter Staatsanleihenprodukte widerspiegelt. Im Vergleich dazu erwarten nur etwa die Hälfte, dass tokenisierte Aktien in diesem Zeitraum eine ähnliche Akzeptanz erreichen.
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