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Krypto-Wochenrückblick: Diese Faktoren beeinflussen den Bitcoin-Kurs in dieser Woche

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Nach Wochen geopolitischer Spannungen rückt der Fokus wieder auf die Zentralbanken. Diese Woche stehen zwei Zinsentscheidungen an, die erhebliche Auswirkungen auf Bitcoin ($BTC) sowie auf Aktien und andere Risikoanlagen haben können.

Am Mittwoch tritt die Federal Reserve zu ihrer ersten Zinssitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh zusammen. Gleichzeitig blickt der Markt nach Japan, wo die Bank of Japan die Zinsen möglicherweise erneut anhebt. Letzteres wird von einigen Analysten als unterschätztes Risiko für den Kryptomarkt angesehen.

Montag und Dienstag: Bank of Japan könnte für Überraschungen sorgen

Das erste relevante Ereignis der Woche kommt aus Japan. Die Bank of Japan berät am Montag und Dienstag über die Zinspolitik.

Laut Ökonomen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Leitzins von 0,75 auf 1 Prozent erhöht wird. Das wäre das höchste Zinsniveau in Japan seit 1995.

Auf den ersten Blick mag das für Kryptoinvestoren nicht direkt relevant erscheinen, doch die japanische Zentralbank spielte bereits im vergangenen Jahr eine wichtige Rolle bei einer weltweiten Verkaufswelle. Aufgrund der jahrelang extrem niedrigen Zinsen in Japan konnten Anleger günstig Yen leihen und dieses Geld in Aktien und Kryptowährungen investieren. Diese Strategie ist als „Yen-Carry-Trade” bekannt.

Steigen die Zinsen und wird der Yen stärker, verlieren viele dieser Positionen an Attraktivität. Anleger könnten daher gezwungen sein, Risiken abzubauen, was zusätzlichen Druck auf Märkte wie Bitcoin ausüben könnte.

Verschiedene Analysten bezeichnen eine Zinserhöhung durch die Bank of Japan deshalb als eines der größten Marktrisiken für den Kryptomarkt in diesem Sommer.

Mittwoch: Erster Fed-Entscheid unter Kevin Warsh

Der wichtigste Moment der Woche folgt am Mittwochabend. Dann verkündet die Federal Reserve ihren Zinsentscheid während der ersten FOMC-Sitzung unter Leitung von Kevin Warsh.

Der Markt erwartet nahezu einhellig, dass die Zinsen unverändert bleiben. Laut dem CME FedWatch Tool rechnen Anleger mit einer Wahrscheinlichkeit von über 96 Prozent damit, dass der Leitzins unverändert bleibt.

Anleger erwarten unveränderte Zinsen von der Fed (Quelle: CME FedWatch Tool)

Dennoch wird sich diese Sitzung vor allem um den künftigen Kurs von Warsh drehen.

Der neue Fed-Vorsitzende erhielt seine Position unter anderem aufgrund seiner Kritik am restriktiven Kurs seiner Vorgänger. Gleichzeitig bleibt die Inflation beharrlich hoch und die jüngsten Preissteigerungen fielen höher aus als von vielen Ökonomen erwartet.

Dadurch befindet sich Warsh in einer schwierigen Lage. Investoren hoffen auf Signale, dass Zinssenkungen später im Jahr möglich sind, obwohl die Wirtschaftsdaten dafür noch keinen Spielraum bieten.

Für Bitcoin könnte vor allem die Pressekonferenz von Bedeutung sein. Ein dovisher Ton könnte den Optimismus weiter anheizen. Warnt Warsh jedoch vor anhaltender Inflation, könnte das die jüngste Erholung bremsen.

Weitere Wirtschaftsdaten in dieser Woche

Neben den Zentralbanken werden diese Woche noch verschiedene Wirtschaftsdaten veröffentlicht.

Am Mittwoch folgen die US-Einzelhandelsumsätze, die ein wichtiger Indikator für die Konsumgesundheit sind.

Am Donnerstag werden die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA veröffentlicht. Ökonomen rechnen mit etwa 226.000 neuen Anträgen. Stärkere Arbeitsmarktdaten könnten die Erwartung künftiger Zinssenkungen weiter nach hinten verschieben.

Die US-Börse bleibt am Freitag wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen.

Naher Osten: Friedensabkommen sorgt für Erleichterung

Neben den Zentralbanken bleibt die Region auch für Investoren ein wichtiger Faktor.

Die Vereinigten Staaten und Iran haben am vergangenen Wochenende ein Abkommen erzielt, mit dem die Kämpfe sofort beendet werden. Die Vereinbarung soll am Freitag offiziell in der Schweiz unterzeichnet werden, beide Länder haben den Deal inzwischen bestätigt.

Ein wesentlicher Bestandteil des Abkommens ist die Wiederöffnung der Straße von Hormus. Durch diese Meerenge verlaufen normalerweise etwa 20 Prozent des weltweiten Ölhandels. Die amerikanische Blockade wird aufgehoben, wodurch der Druck auf den Energiemarkt nachlässt.

Die Finanzmärkte reagierten sofort positiv. Der Ölpreis sank stark, da Anleger mit einem größeren Angebot rechnen. Gleichzeitig nahm die Risikobereitschaft zu. Der Bitcoin-Kurs ($BTC) stieg wieder über 65.000 Dollar und auch die Aktienmärkte starteten die Woche im Plus.

Für den Krypto-Markt sind das gute Nachrichten. Niedrigere Ölpreise verringern den Inflationsdruck und mindern die Wahrscheinlichkeit, dass Zentralbanken erneut aggressiver eingreifen müssen. Dadurch rückt der Fokus wieder von geopolitischen Risiken auf die Zinspolitik der Federal Reserve und der Bank of Japan.

So beginnt die Woche mit mehr Optimismus als die Anleger in den vergangenen Wochen gewohnt waren. Die Frage ist nun vor allem, ob die Zentralbanken dieses positive Sentiment aufrechterhalten können.

Was bedeutet das für Bitcoin?

Für Bitcoin dreht sich diese Woche letztlich alles um Liquidität.

Erhöht die Bank of Japan die Zinsen und schlägt Kevin Warsh am Mittwoch einen vorsichtigen Ton an, könnte das zusätzlichen Druck auf risikoreiche Anlagen erzeugen. In diesem Szenario werden Anleger den jüngsten Anstieg von $BTC erneut prüfen.

Kommt es in Japan zu einer geringeren Straffung als befürchtet und öffnet Warsh die Tür für künftige Zinssenkungen, erhält der Markt einen Impuls. Vor allem, da viele Anleger noch immer auf ein klares Signal warten, dass das weltweite Zinsumfeld wieder günstiger wird.

Nach einer relativ ruhigen Phase könnte diese Woche somit zu einer der wichtigsten Makrowochen für Bitcoin seit Sommerbeginn werden.