Die US-Aktienkurse stiegen am Dienstag, da Händler wieder verstärkt auf risikoreichere Anlagen setzten, begünstigt durchtronUnternehmensgewinne und einen deutlichen Rückgang des Rohölpreises.
Der Nasdaq Composite stieg um 1 % und erreichte ein neues Allzeithoch im Tagesverlauf, während der S&P 500 um 0,7 % zulegte. Der Dow Jones Industrial Average gewann 150 Punkte bzw. 0,3 %, blieb aber hinter der breiteren Marktentwicklung zurück.
Der Rückgang der Ölpreise trug ebenfalls zur Beruhigung des Marktes bei. West Texas Intermediate (WTI) Rohöl fiel um 3 % auf knapp über 102 US-Dollar pro Barrel, während Brent-Rohöl um 2 % nachgab und über 111 US-Dollar gehandelt wurde.
Bitcoin schloss sich dem Aufwärtstrend an und stieg erstmals seit Januar über 81.000 US-Dollar. Mit einem Plus von 7 % erreichte der Kurs bei 81.242 US-Dollar den höchsten Stand seit dem 31. Januar, bevor er im New Yorker Handel einen Teil der Gewinne wieder abgab und sich um dieses Niveau bewegte. Ether und Solana legten ebenfalls zu, wenn auch in geringerem Maße.
Die Rallye hält Bitcoin seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran um etwa 23 % im Plus und zeigt damit, dass sich Kryptowährungen trotz der Kämpfe und des darauf folgenden Ölpreisschocks behauptet haben.
Die Stimmung wurde auch durch die Hoffnung beflügelt, dass die US-Gesetzgeber eine Einigung über eine wichtige Regelung zur Rendite von Stablecoins erzielen könnten, was dazu beitragen könnte, dass eine umfassendere Krypto-Gesetzgebung im Senat vorankommt.
Kryptobezogene Aktien legten ebenfalls zu. Circle schloss 19,9 % höher, während Coinbase, der Hauptvertriebspartner des Stablecoins $USDC von Circle, um 6,1 % zulegte. BitGo stieg um 10,3 % und Galaxy Digital um 3,8 %.
Die Debatte um die Rendite von Stablecoins ist wichtig, weil Belohnungen für Coins wie $USDC einer der Hauptgründe dafür sind, dass Nutzer ihr Geld in diesen Token halten, ähnlich wie man Zinsen auf cash auf einem Bankkonto erhält.
Die überarbeitete Formulierung ist ein klarer Vorteil für Circle und Coinbase, könnte aber kleineren Krypto-Unternehmen schaden, die auf renditestarke Einlagenangebote angewiesen sind, um Nutzer zu gewinnen.
Der Analyst Ebrahim H. Poonawala von der Bank of America erklärte am Montag in einer Mitteilung, dass die Regelungen des CLARITY Act zum Thema Stablecoin-Renditen insgesamt positive Auswirkungen auf alle Teilbereiche des Bankwesens hätten. Laut Poonawala dürfte dies die Befürchtungen hinsichtlich Abflüssen von Einlagen verringern, die regulatorische Unsicherheit reduzieren und Banken eine sicherere Grundlage für den Umgang mit der Infrastruktur für digitale Vermögenswerte bieten.