Die Cardano Foundation gab vor wenigen Stunden bekannt, dass die Stiftung zukünftig mit dem Hamburger Unternehmen Reef Data eG kooperieren wird. Das große Ziel der Partnerschaft ist es die Zahlungsflüsse der Genossenschaft nachvollziehbar und mit Zeitstempeln auf die Blockchain zu bringen.
Dafür kommt Reeve zum Einsatz, eine quelloffene Plattform der Cardano Foundation für Finanzberichte. Sie verbindet klassische Unternehmensdaten mit kryptografischen Nachweisen auf einer öffentlichen Blockchain. Reef Data will damit unter anderem Verkäufe, die Verteilung von Prämien und Zahlungen an Mitglieder dokumentieren.
Mitglieder sollen eigene Vergütungen prüfen können
Reef Data entwickelt ein Modell, bei dem Mitglieder Daten bereitstellen und an den daraus entstehenden Erlösen beteiligt werden. Bislang mussten sie sich bei der Prüfung solcher Zahlungen weitgehend auf interne Aufzeichnungen verlassen.
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Über die neue Infrastruktur sollen Mitglieder künftig selbst nachvollziehen können, welche Beträge erfasst und ausgezahlt wurden. Auch externe Wirtschaftsprüfer erhalten Zugang zu strukturierten Datensätzen, deren Herkunft und Zeitpunkt sich über die Blockchain kontrollieren lassen.
Cleopatra Martins, Finance Product Lead bei der Cardano Stiftung, führt dazu aus:
“Reeve wurde aus der Überzeugung heraus gegründet, dass Finanzströme für jeden nachvollziehbar und vollständig transparent sein sollten, insbesondere für diejenigen, die davon betroffen sind.”
Dabei werden nicht zwangsläufig sämtliche Geschäftsdaten öffentlich gespeichert. Die Partner haben eine Kombination aus Onchain- und Offchain-Daten entwickelt. Sensible Informationen können außerhalb der Blockchain verbleiben, während relevante Nachweise unveränderbar auf Cardano abgelegt werden.
Martins beschreibt, dass genau diese spezifische Flexibilität die große Stärke von Reeve darstellt:
“Das Genossenschaftsmodell von Reef Data passt perfekt zu diesem Grundsatz. Da die Mitglieder den Wert schaffen, sollten sie auch die Möglichkeit haben, dies direkt zu überprüfen. Mit diesem Pilotprojekt soll gezeigt werden, dass Transparenz und Rechenschaftspflicht von Anfang an in die Datenwirtschaft integriert werden können.”
Hamburger Unternehmen baut Anwendung und Prüfoberflächen
Die technische Arbeit wurde zwischen beiden Organisationen aufgeteilt. Reef Data entwickelte das Backend, eine Wallet-Erweiterung sowie öffentliche Ansichten und spezielle Dashboards für Prüfer.
Die Cardano Foundation stellt Reeve bereit und entwickelt Dienste zum Veröffentlichen und Auslesen der Daten weiter. Gemeinsam legen die Partner das Datenmodell fest und testen Leistung, Bedienbarkeit sowie die Veröffentlichung strukturierter Einträge auf der Blockchain.
Elizabeta Gorgievska, Head of Marketing bei der Reef Data GmbH, zeigt sich rundum zufrieden mit den ersten Ergebnissen des Pilotprojektes:
“Gemeinsam konnten wir die Integration der Systeme von Reef Data mit Reeve testen, die Veröffentlichung und den Abruf strukturierter Daten auf der Blockchain überprüfen und die technische Machbarkeit, Leistung und Benutzerfreundlichkeit der kombinierten Lösung zum Nutzen unserer zukünftigen Genossenschaftsmitglieder und Kunden bewerten.“
Reef Data wird unter anderem von der Hamburger Volksbank, dem KI-Netzwerk ARIC, Valio Hamburg und Disruptive Elements unterstützt. Die Kooperation richtet sich zunächst auf den praktischen Einsatz innerhalb der Genossenschaft. Konkrete Angaben zum Umfang der erfassten Zahlungen oder zum Start des Produktivbetriebs machten die Partner vorerst nicht.
Das Projekt bewegt sich in einem schnell wachsenden Markt. In der Case Study verweist die Cardano Foundation auf Daten von Data Bridge Market Research. Demnach wurde der weltweite Markt für Datenmonetarisierung für 2025 auf rund 3,95 Milliarden US-Dollar geschätzt. Bis 2032 könnte das Marktvolumen auf etwa 19,32 Milliarden US-Dollar steigen. Dies entspräche einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 21,95 Prozent.
Mit dem wirtschaftlichen Wachstum nimmt zugleich der Druck auf Unternehmen zu, die Herkunft und Rechtmäßigkeit ihrer Datenbestände besser zu dokumentieren. Modelle wie Reef Data könnten deshalb vor allem für Organisationen interessant sein, die hochwertige Daten benötigen, aber regulatorische und ethische Risiken klassischer Beschaffungswege reduzieren möchten.
Expansion über Deutschland hinaus geplant
Deutschland dient zunächst als Ausgangsmarkt für das genossenschaftliche Modell. Laut der Case Study sieht Reef Data darüber hinaus Potenzial für eine Expansion nach Österreich, in die Schweiz und in weitere Märkte der Europäischen Union.
Ob sich das Modell in größerem Maßstab durchsetzt, wird unter anderem davon abhängen, wie einfach Nutzer ihre Daten anfordern und verwalten können, wie attraktiv die erzielbaren Vergütungen sind und wie groß die Nachfrage von Unternehmen nach transparent beschafften Datensätzen tatsächlich ausfällt.
Die komplette Pilotstudie kann hier heruntergeladen werden.
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