Die Kryptowährung $XRP steht weiter unter Druck. Nachdem der jüngste Ausbruchsversuch gescheitert ist, fiel der Kurs zuletzt erneut unter die Marke von 1,35 US-Dollar zurück. Damit setzt sich die Schwächephase der vergangenen Wochen fort. Auf Monatssicht notiert $XRP deutlich im Minus, während gleichzeitig neue Impulse fehlen, die kurzfristig für eine Trendwende sorgen könnten.
Viele Anleger bleiben deshalb vorsichtig. Sollte sich der Verkaufsdruck fortsetzen, rückt sogar ein Rückfall unter 1,30 US-Dollar in den Fokus. Dennoch gibt es jetzt eine Entwicklung, die insbesondere DeFi-Anleger aufhorchen lässt. Denn im Hintergrund arbeitet das $XRP-Ökosystem an einem technischen Ausbau, der langfristig neue Möglichkeiten eröffnen könnte.
Neue Kryptowährungen in 2026 – das große Kryptoszene-Ranking
$XRP Ledger bringt neues AMM-Upgrade für DeFi
Während der Kurs von $XRP weiter schwächelt, sorgt nun zumindest die technologische Entwicklung rund um das $XRP Ledger wieder für Aufmerksamkeit. Konkret veröffentlichte die $XRP Ledger Foundation jetzt einen neuen Vorschlag für ein großes Upgrade des integrierten AMM-Systems. Dabei geht es um eine Weiterentwicklung der bisherigen dezentralen Handelsinfrastruktur auf dem $XRP Ledger. Ziel ist es, die Effizienz von Liquiditätspools deutlich zu verbessern und den Bereich DeFi attraktiver zu machen.
Today, we’re publishing a new $XRP Ledger Standard for AMM v2.
New pool curves StableSwap & Concentrated Liquidity increase capital efficiency and stabilize pricing for stablecoins, FX markets, RWAs and beyond on the XRPL DEX.
Details:https://t.co/jU9CrXA1tH pic.twitter.com/ImSioPCDNE
— $XRP Ledger Foundation (@XRPLF) May 26, 2026
Im Mittelpunkt steht die neue „AMM V2“-Architektur. Diese soll sogenannte „Concentrated Liquidity“-Funktionen integrieren – ein Modell, das vor allem durch Uniswap Labs und Uniswap v3 bekannt wurde. Dabei können Liquiditätsanbieter ihr Kapital gezielt in bestimmten Preisbereichen einsetzen, anstatt Liquidität über die gesamte Kursspanne bereitzustellen. Das erhöht die Kapitaleffizienz erheblich und könnte professionellere Handelsstrategien ermöglichen.
Zusätzlich sollen sogenannte StableSwap-Kurven integriert werden. Diese Technologie wurde insbesondere durch Curve Finance populär und eignet sich speziell für Stablecoins oder ähnliche Vermögenswerte mit geringeren Kursschwankungen. Dadurch könnten Transaktionen künftig mit deutlich geringerer Slippage abgewickelt werden. Gerade für Stablecoins, FX-Märkte und tokenisierte Real-World-Assets gilt das als wichtiger Schritt.
$XRP Ledger draft proposal eyes a major DeFi upgrade
A new XRPL Foundation (@XRPLF) draft proposal submitted May 26 would add concentrated liquidity and StableSwap curves to the $XRP Ledger's existing AMM, plus a future programmable WebAssembly curve. The proposal is XLS… pic.twitter.com/twN6iWQv83
— BSCN (@BSCNews) May 27, 2026
Der neue Vorschlag trägt den Namen „XLS-547“ und wurde von den XRPL-Entwicklern Denis Angell und Roman Thpt eingereicht. Aktuell befindet sich der Entwurf noch in der Community-Prüfung. Bestehende Pools sollen laut Proposal unverändert weiterlaufen, während neue Pools künftig unterschiedliche Kurvenmodelle auswählen können.
Besonders spannend: Perspektivisch ist sogar eine programmierbare WebAssembly-Kurve geplant. Entwickler könnten dadurch eigene Swap-Logiken direkt auf dem $XRP Ledger deployen. Das würde die Flexibilität des Netzwerks massiv erweitern und XRPL stärker in Richtung modernes DeFi-Ökosystem entwickeln.
Der Hintergrund dieser Entwicklung ist klar: Das $XRP Ledger positioniert sich zunehmend im Bereich tokenisierter Vermögenswerte und Stablecoins. Laut aktuellen Daten laufen bereits Milliardenvolumen über XRPL-basierte Stablecoin-Transfers und RWA-Anwendungen. Genau hier könnte das neue Upgrade langfristig ansetzen.
Nicht nur $XRP: Auch Bitcoin-L2s wollen DeFi revolutionieren
Doch nicht nur im Umfeld von $XRP arbeiten Entwickler derzeit an neuen DeFi-Strukturen. Auch im Bitcoin-Ökosystem nimmt die Dynamik rund um Layer-2-Technologien deutlich zu. Lange galt Bitcoin vor allem als digitales Gold und Wertspeicher. Bei Bereichen wie Smart Contracts, DeFi oder Stablecoins spielte Bitcoin hingegen kaum eine Rolle. Genau das wollen neue Bitcoin-L2-Projekte jetzt ändern.
Die Idee dahinter: Durch zusätzliche Layer auf der Bitcoin-Blockchain sollen Transaktionen schneller, günstiger und programmierbarer werden. Damit könnte Bitcoin künftig deutlich mehr Anwendungsfälle erhalten. Besonders spannend ist dabei, dass viele dieser Lösungen darauf setzen, die Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks mit moderner DeFi-Infrastruktur zu verbinden. Sollte sich dieses Modell langfristig etablieren, könnte das auch die Nachfrage nach nativen Bitcoins erhöhen. Denn viele Layer-2-Lösungen benötigen BTC als Basis-Asset oder Sicherheitsmechanismus innerhalb ihres Systems.
Ein Projekt, das in diesem Bereich aktuell besonders viel Aufmerksamkeit erhält, ist Bitcoin Hyper. Der Presale zeigt trotz schwachem Gesamtmarkt eine auffällige relative Stärke. Bereits rund 33 Millionen US-Dollar wurden eingesammelt – obwohl sich der Kryptomarkt insgesamt weiterhin in einer schwierigen Phase befindet.
Technologisch verfolgt Bitcoin Hyper einen Ansatz, der die Vorteile von Bitcoin und Solana kombinieren soll. Geplant ist eine Infrastruktur mit Solana Virtual Machine (SVM), die schnelle und günstige Anwendungen ermöglicht, während gleichzeitig eine Verbindung zum Bitcoin-Netzwerk bestehen bleibt. Zusätzlich setzt das Projekt auf eine zk-basierte Bridge zwischen Layer 1 und Layer 2. Dadurch sollen Vermögenswerte effizient zwischen den Ebenen transferiert werden können.
Auch das Staking-Modell sorgt für Aufmerksamkeit. Aktuell werden Renditen von rund 36 Prozent APY beworben. Vor allem spekulative Anleger beobachten deshalb genau, ob sich Bitcoin-L2s als neues Narrativ im Markt etablieren könnten.
Ihr Kapital ist im Risiko.