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Kanadische Regierung will 4.000 Krypto-Geldautomaten verbieten

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Kanada hat Pläne angekündigt, Kryptowährungs-Geldautomaten zu verbieten, da diese als Hauptinstrument für Geldwäsche und Betrug gelten. Die wichtigsten Punkte:

  • Die Liberale Partei plant in ihrem Update vom 28. April ein Verbot von Krypto-Geldautomaten, um Betrüger und illegale Geldtransfers zu stoppen.
  • Kanada ist mit 4.000 Geräten weltweit führend pro Kopf, während weltweit über 39.000 Geräte in Betrieb sind.
  • Die Regierung und FINTRAC haben noch keinen Zeitplan für die Umsetzung dieser neuen Lizenzierungsvorschriften bis 2026 festgelegt.

Verbindung zwischen Geldautomaten und Finanzbetrug

Die kanadische Regierung plant ein Verbot von Kryptowährungs-Geldautomaten und bezeichnet diese als ein wichtiges Instrument für Betrüger und Kriminelle, um illegales Geld zu bewegen. In ihrem am 28. April vorgestellten Frühjahrs-Wirtschaftsbericht beschrieb die regierende Liberale Partei die Automaten als „primäre Methode für Betrüger, um Opfer zu täuschen, und für Kriminelle, um ihre kriminellen Geldgewinne zu platzieren“.

Der Vorschlag würde Kanadas erste direkte Regulierung der Branche darstellen, die derzeit unter den allgemeinen Vorschriften für Gelddienstleister betrieben wird. Einem Bericht zufolge gibt es in Kanada fast 4.000 Krypto-Geldautomaten – die weltweit höchste Zahl pro Kopf –, verglichen mit mehr als 39.000 weltweit.

Eine Untersuchung von CBC News aus dem Jahr 2023 ergab, dass die Automaten zu einem führenden Mittel für Betrug geworden sind. Kanadas Finanzermittlungsbehörde, das Financial Transactions and Reports Analysis Centre of Canada (FINTRAC), kam in einer Analyse verdächtiger Transaktionsmeldungen vom Februar zu demselben Ergebnis. Die Behörde stellte fest, dass für Transaktionen unter 1.000 Dollar oft kaum mehr als eine Telefonnummer erforderlich ist, ohne dass eine menschliche Kontrolle stattfindet, um Betrugsfälle zu erkennen.

Finanzminister François-Philippe Champagne hatte zuvor erklärt, die Regierung prüfe „alle Optionen zur Verhinderung von Finanzkriminalität“, ging jedoch nicht direkt auf die Erkenntnisse von FINTRAC ein. Die Mitteilung enthielt zwar nur wenige Details zum Verbot, besagte jedoch, dass Kanadier weiterhin Kryptowährungen über lizenzierte Gelddienstleister wie Devisenhändler und Geldtransferdienste kaufen könnten.

Mit dem Vorgehen gegen Krypto-Geldautomaten schließt sich Kanada einer wachsenden Zahl von Ländern an, die eine harte Linie verfolgen, aber von einem vollständigen Verbot Abstand nehmen. Die australischen Behörden, die Krypto-Geldautomaten als einen der risikoreichsten Kanäle für Geldwäsche einstufen, sind hart gegen Betreiber vorgegangen, die sich nicht an die Vorschriften halten. Das Vereinigte Königreich hat Krypto-Geldautomaten nach der Schaffung einer Lizenzinfrastruktur im Jahr 2021 faktisch verboten; Berichten zufolge wurden bisher keine Lizenzen an Betreiber vergeben.

Neuseeland hingegen hat Krypto-Geldautomaten im Juli 2025 verboten – ein Schritt, der laut Behörden darauf abzielt, es Kriminellen zu erschweren, illegale Barmittel in risikoreiche Vermögenswerte umzuwandeln und Gelder ins Ausland zu transferieren. Die kanadische Regierung hat bislang noch keine Details dazu veröffentlicht, wie oder wann das Verbot in Kraft treten wird.