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Bitcoin-Kurs zwischen Fed und Weißem Haus: Was die 82.000er-Zone Anlegern jetzt verrät

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  • Bitcoin läuft in eine Fed-Sitzung, bei der eine Zinserhöhung droht.
  • Trumps Krypto-Gipfel stützt die Branche, das Gesetz dazu wackelt aber.
  • Über 82.000 US-Dollar entscheidet sich, ob der Trend wirklich dreht.

Am 16. September entscheidet die US-Notenbank über den Leitzins, und am Terminmarkt liegt die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung um einen Viertelpunkt bei 66 Prozent. Für Bitcoin ist das der schärfste Termin des Quartals, denn die Kursgewinne des Augusts beruhen auf der gegenteiligen Annahme. Notiert wird die größte Kryptowährung bei unter 80.000 US-Dollar.

Warum der Anstieg an der Notenbank hängt

Ausgangspunkt ist der amerikanische Anleihemarkt. Die US-Staatsschulden haben 40 Billionen US-Dollar überschritten, das Defizit liegt bei rund sechs Prozent der Wirtschaftsleistung, und nach den Basisprojektionen des Congressional Budget Office bindet der Zinsdienst mehr als 20 Prozent der Bundessteuereinnahmen. Im August verdoppelte Finanzminister Scott Bessent das Volumen der Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen.

Der Markt hat darin eine Vorstufe zu etwas Größerem gesehen. Stephen Coltman, Leiter Makro beim ETP-Anbieter 21Shares, bezeichnet die angekündigten Käufe im Verhältnis zum Gesamtmarkt als trivial und die Signalwirkung als sehr stark. Gold und Bitcoin zogen daraufhin im Gleichschritt an, ihre Korrelation kletterte auf 0,81 und damit auf den höchsten Wert seit sechs Jahren. Jurrien Timmer, Makrochef bei Fidelity, beschreibt die Stimmung als abschüssige Bahn in Richtung fiskalischer Dominanz und eines möglichen Verlusts der Notenbank-Unabhängigkeit.

Genau diese Erwartung hat Fed-Chef Kevin Warsh am 28. August in Jackson Hole nicht bestätigt. Statt über eine Abstimmung mit dem Finanzministerium sprach er über Inflation und nannte die Werte besorgniserregend. Der PCE-Preisindex liegt auf Zwölfmonatssicht bei 3,7 Prozent und auf Sechsmonatssicht bei 4,1 Prozent. Vor der Rede hatte der Markt mit knapp 70 Prozent Wahrscheinlichkeit unveränderte Zinsen erwartet. Der Arbeitsmarktbericht vom 4. September mit 162.000 neuen Stellen im August und einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent lieferte kein Gegenargument.

Was der Gipfel im Weißen Haus wirklich wert ist

Die zweite Säule der Anlageidee ist politisch. Am 19. August empfing Donald Trump die Spitzen der Kryptobranche im Weißen Haus, darunter Brian Armstrong, Chef der Kryptobörse Coinbase. Trump warb für den CLARITY Act, der die Zuständigkeiten von SEC und CFTC für digitale Vermögenswerte voneinander trennen soll, und begründete das Tempo mit dem Wettlauf gegen China.

Für Anleger zählt allerdings weniger das Treffen als der Gesetzgebungspfad, und der ist unsicher. Am Prognosemarkt Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der CLARITY Act 2026 in Kraft tritt, bei rund 19 Prozent. Im Februar waren es 82 Prozent. Im Senat steht am 15. September eine Verfahrensabstimmung an, die 60 Stimmen benötigt, also am Tag vor dem Fed-Entscheid. Auffällig war zudem, wer beim Gipfel fehlte: Michael Saylor, der beim Treffen im März 2025 noch teilgenommen hatte.

Die Zone, an der sich der Trend entscheidet

Der dritte Baustein ist die Charttechnik, und sie liefert die konkreteste Marke. 21Shares bezeichnet die Zone zwischen 81.000 und 82.000 US-Dollar als wichtigsten Widerstand im Bitcoin-Chart. Dort verläuft die 50-Wochen-Linie, dort scheiterte die Aufwärtsbewegung des Frühjahrs mit anschließendem Rückfall in den Bereich von 57.000 bis 58.000 US-Dollar, und dort liegt nach dieser Analyse ungefähr der durchschnittliche Einstandskurs der amerikanischen Spot-ETF-Anleger. Erst ein Wochenschluss oberhalb dieser Zone wäre nach Einschätzung des Hauses eine Trendwende und nicht bloß eine Erholung im Abwärtstrend.

Bemerkenswert ist, wie exakt sich diese Marke mit der Fundamentalseite deckt. Citigroup hat ihr Kursziel für Bitcoin in zwei Schritten von 143.000 auf 82.000 US-Dollar gesenkt und liegt damit genau in der Widerstandszone. Am anderen Ende der Skala steht Coinbase-Chef Armstrong, der Bitcoin auf Sicht mehrerer Jahre bis zu 400.000 US-Dollar zutraut. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt der ganze Streit über die Anlageklasse.

Was die Idee zusammenhält

Die drei Bausteine laufen auf dieselben 48 Stunden zu. Am 15. September stimmt der Senat über das Verfahren zum CLARITY Act ab, am 16. September folgt der Fed-Entscheid samt Pressekonferenz. Entscheidend für Bitcoin ist dabei weniger der Zinsschritt als die Sprache zur Bilanzpolitik: Bezeichnet Warsh die Rückkäufe des Finanzministeriums als reine Liquiditätsmaßnahme und betont die Unabhängigkeit seines Hauses, verliert die Rally ihre Begründung. Lässt er Raum für eine Abstimmung, bekommt sie eine neue, und dann wird die 82.000er-Zone zum Prüfstein.

Die Kapitalseite stützt die Idee bislang. Die amerikanischen Spot-ETFs nahmen binnen drei Wochen 3,8 Milliarden US-Dollar netto auf, am 3. September allein 730,8 Millionen US-Dollar und damit den höchsten Tageswert seit dem 14. Januar. Auf den iShares Bitcoin Trust von BlackRock entfielen davon 454 Millionen US-Dollar. Der Jahressaldo aller Bitcoin-ETFs ist allerdings weiterhin negativ.

Zwei Risiken sind klar benannt. Erstens beruht der Anstieg zu einem erheblichen Teil auf erzwungenen Käufen: 21Shares führt einen Short-Squeeze mit rund 1,4 Milliarden US-Dollar liquidierter Gegenpositionen als Treiber des Augusts an, und der Analysedienst CryptoQuant ordnet die Bewegung überwiegend als Schließen von Short-Positionen ein, nicht als Aufbau neuer Long-Positionen. Solche Käufe wiederholen sich nicht. Zweitens ist der Hebel im System gewachsen, das offene Interesse an Terminkontrakten legte binnen eines Monats um 14 Prozent auf 52,97 Milliarden US-Dollar zu. Am 2. September wurden innerhalb von 24 Stunden 367,7 Millionen US-Dollar an Positionen zwangsliquidiert, davon 300,4 Millionen auf der Long-Seite.

Beobachtungspunkt für die kommenden Tage ist deshalb nicht der Leitzins allein, sondern die Kombination aus dem Wortlaut der Fed zur Bilanzpolitik, dem Ergebnis der Senatsabstimmung und der Frage, ob Bitcoin einen Wochenschluss oberhalb von 82.000 US-Dollar zustande bringt. Wer nur eine dieser drei Größen verfolgt, wird die Bewegung danach kaum erklären können.

Sechs Turbos für beide Richtungen

Wer diese Idee mit Hebelprodukten abbilden möchte, findet bei CMC Markets Open End Turbos auf BTC/USD in beide Richtungen. Die folgende Auswahl staffelt je Richtung nach dem Abstand zur Knock-out-Schwelle, also nach dem Puffer, den der Basiswert bis zum Totalverlust hat. Defensiv bedeutet mehr als 25 Prozent Abstand, ausgewogen zwischen 15 und 25 Prozent, offensiv zwischen 5 und 15 Prozent. Die Staffelung ist auf beiden Seiten bewusst symmetrisch gewählt, damit Long und Short vergleichbar bleiben.

Profil Typ WKN Knock-out Abstand Hebel Brief
defensiv Long CFN0DA 58.265,39 26,5 % 3,57 1,91
ausgewogen Long CFN0JL 64.931,07 18,1 % 4,57 1,49
offensiv Long CFN0LC 74.273,11 5,3 % 11,06 0,69
defensiv Short CFN0JR 99.749,55 25,7 % 3,39 2,01
ausgewogen Short CFN0LF 92.847,08 17,0 % 4,80 1,42
offensiv Short CFN0MG 83.926,12 5,8 % 10,48 0,65

Basispreis und Knock-out-Schwelle sind bei diesen Produkten identisch und in US-Dollar angegeben, Geld- und Briefkurs in Euro, das Bezugsverhältnis liegt jeweils bei 0,0001. Bei Open End Turbos wird die Schwelle börsentäglich angepasst, bei Long nach oben und bei Short nach unten, weshalb sich Abstand und Hebel täglich verschieben.

Ein Blick auf die Charttechnik zeigt, warum die Staffelung wichtiger ist als die Richtung. Der offensive Long CFN0LC übersteht mit 74.273,11 US-Dollar einen Rückfall in die von Charttechnikern genannte Zone von 75.000 bis 76.700 US-Dollar nur knapp und endet unmittelbar darunter. Der offensive Short CFN0MG liegt mit 83.926,12 US-Dollar dagegen oberhalb der Widerstandszone von 81.000 bis 82.000 US-Dollar und übersteht damit einen Test dieser Marke, auch wenn der Ausbruch anschließend scheitert. Die defensiven Papiere überleben in beide Richtungen selbst extreme Szenarien, bewegen sich dafür aber nur mit gut dreifachem Hebel.

Knock-out-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet. Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Knock-out-Zertifikaten.

Leon Müller, Redaktion finanzen.net