Polygon hat eine Funktion für private Stablecoin‑Zahlungen eingeführt, die entwickelt wurde, um institutionelle Anforderungen an vertrauliche On‑Chain‑Transaktionen zu erfüllen.
Laut einer von Polygon veröffentlichten Erklärung ermöglicht die neue Wallet‑Funktion Nutzern, Transfers über einen geschirmten Pool zu leiten, wobei die Gültigkeit von Transaktionen mittels Zero‑Knowledge‑Proofs im Rahmen einer Integration mit dem Privacy‑Protokoll Hinkal bestätigt wird.
Das System erlaubt es, Gelder zu bewegen, ohne Gegenparteien oder Transaktionsbeträge in öffentlichen Ledgern offenzulegen, und bewahrt dabei dennoch die Überprüfbarkeit.
Datenschutzschicht zielt auf institutionelle Zahlungsflüsse
Polygon‑Community‑Leiter Smokey sagte auf X, dass „damit On‑Chain‑Zahlungen massentauglich werden, Unternehmen Privatsphäre benötigen“, und fügte hinzu, dass es bei dieser Anforderung um betriebliche Vertraulichkeit und nicht um das Umgehen behördlicher Aufsicht gehe.
Polygon fügte hinzu, dass „Vertraulichkeit die bislang größte Lücke zwischen On‑Chain‑Schienen und dem ist, was die institutionelle Finanzwelt benötigt, um ernsthafte Stablecoin‑Volumina zu bewegen“, und argumentierte, dass Finanzunternehmen in traditionellen Systemen bereits mit geschützten Transaktionsdaten arbeiten.
In seiner Erläuterung sagte Polygon, dass Institutionen wie Banken und Treasury‑Teams ihre operativen Abläufe kaum auf öffentliche Ledger verlagern würden, die Gegenparteien und Transaktionsgrößen offenlegen, und beschrieb seinen Ansatz als „Privatsphäre bedeutet Undurchsichtigkeit gegenüber dem Markt, nicht gegenüber Regulierungsbehörden.“
Das Unternehmen positionierte die Funktion als Schritt hin zur Ermöglichung einer großflächigen Stablecoin‑Nutzung, ohne Compliance‑Erwartungen zu untergraben.
Compliance in privaten Übertragungen integriert
Polygon erläuterte, dass jede private Übertragung vor der Ausführung einer Know‑Your‑Transaction‑Prüfung (KYT) unterzogen wird, während Dokumente von Hinkal zeigen, dass Nutzer prüfungsfertige Audit‑Dateien für Aufsichts‑ oder Steuerbehörden erzeugen können.
Laut dem Unternehmen ermöglicht diese Struktur, Transaktionsdaten für öffentliche Beobachter verborgen zu halten und zugleich den Institutionen die Möglichkeit zu geben, Berichtspflichten bei Bedarf zu erfüllen.
Die Einführung folgt einer Reihe von Schritten von Polygon zum Aufbau eines zahlungsorientierten Stacks.
Im April gab Polygon Labs Pläne bekannt, bis zu 100 Millionen USD (ca. 87,2 Millionen €) aufzubringen, um sein Zahlungs‑geschäft auszubauen, neben einem zuvor angekündigten 250 Millionen USD (ca. 218,1 Millionen €) Übernahmeprogramm, das auf Unternehmen wie Coinme und Sequence abzielt.
CEO Marc Boiron sagte damals gegenüber Reuters, das Unternehmen beabsichtige, sich in den USA als regulierter Zahlungsdienstleister zu etablieren, und nannte Zahlungen als den überzeugendsten Anwendungsfall für Blockchain‑Infrastruktur.
Polygon entwickelt zudem seinen Open Money Stack, den das Unternehmen als modulare Plattform beschreibt, die darauf abzielt, Cross‑Chain‑ und Cross‑Currency‑Transfers so zu ermöglichen, dass sie für Unternehmen wie ein einziges Netzwerk funktionieren.
Interne Zahlen von Polygon zeigen, dass das Netzwerk bereits etwa 2,3 Billionen USD (ca. 2 Billionen €) an On‑Chain‑Wertübertragungen erleichtert hat, während die kombinierte Aktivität von Polygon, Coinme und Sequence mehr als 1 Milliarden USD (ca. 872,3 Millionen €) an Off‑Chain‑Verkäufen und über 2 Billionen USD (ca. 1,7 Billionen €) an On‑Chain‑Flows erreicht hat.
Daten von DefiLlama zeigen, dass die Marktkapitalisierung von Stablecoins auf Polygon am 10. April 3,6 Milliarden USD (ca. 3,1 Milliarden €) erreichte und damit Polygon zur achtgrößten Chain für Stablecoin‑Aktivität machte.
Separate Analysen, die Polygon in früheren Updates zitiert hat, zeigten, dass das Netzwerk einen erheblichen Anteil an Non‑USD‑Stablecoin‑Transfers abwickelt und damit seine Position als Zahlungs‑Rail für lokale Währungsanwendungen stärkt.
Der Wettbewerb um private und institutionelle Transaktionen hat sich ebenfalls verschärft.
Am 24. April brachte die Layer‑1‑Blockchain Aptos Confidential $APT auf den Markt, ein an Aptos ($APT) gebundenes Token, das Zero‑Knowledge‑Proofs nutzt, um Transferdetails zu verschleiern und gleichzeitig die Verifizierbarkeit aufrechtzuerhalten.
Das gestiegene institutionelle Interesse an Stablecoins folgte regulatorischen Entwicklungen wie dem GENIUS Act, die die Aktivität in diesem Sektor begünstigten.
Am Sonntag brachte Western Union eine an den Dollar gebundene Stablecoin, USDPT, auf Solana heraus und erweiterte damit die Teilnahme traditioneller Finanzunternehmen an blockchainbasierten Zahlungssystemen.
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