de

FBI warnt vor gefälschten Tron‑Token in neuer Krypto‑Phishing‑Masche

image
rubric logo Security
like 4

Das Federal Bureau of Investigation (FBI) warnt, dass Betrüger gefälschte Token auf der Tron-Blockchain verbreiten und sich dabei als die Behörde ausgeben, offenbar in dem Versuch, sensible persönliche Informationen von Nutzern zu erlangen.

Laut einer Mitteilung des New Yorker Field Office des FBI erscheinen die Token in Wallets mit Nachrichten, die behaupten, der Empfänger stehe wegen Verstößen gegen Geldwäschevorschriften unter Untersuchung.

Die Nutzer werden dann angewiesen, einen Verifizierungsprozess auf einer externen Website abzuschließen, der als notwendig dargestellt wird, um eine vollständige Sperrung ihrer Vermögenswerte zu vermeiden.

Die Behörden haben klargestellt, dass diese Anfragen betrügerisch sind und ignoriert werden sollten.

Krypto‑Betrüger nutzen Dringlichkeit aus

In die Transaktionsdaten des Tokens eingebettete Nachrichten, die über Blockchain‑Explorer sichtbar sind, verwenden eine dringliche Sprache, die Empfänger zu schnellem Handeln drängen soll.

Eine solche Aufforderung warnt die Nutzer, den Verifizierungsanforderungen „nachzukommen, um eine vollständige Sperrung Ihrer Vermögenswerte zu vermeiden“, während die verlinkte Website suggeriert, dass „aktuelle Sanktionen“ vermieden werden könnten, wenn persönliche Daten sofort übermittelt werden.

Behörden zufolge ähnelt die Taktik gängigen Phishing‑Maschen, die auf Dringlichkeit und Angst setzen, um Opfer zu kompromittieren.

In seinem Beitrag schrieb das Büro: „FBI New York empfiehlt Nutzern des Tron‑Blockchain‑Netzwerks, Vorsicht walten zu lassen, wenn sie auf ein Token stoßen, das angeblich vom FBI stammt.“

„Geben Sie auf keiner mit einem solchen Token verknüpften Website Identifikationsdaten preis.“

Daten von Tronscan zeigen, dass das von den Behörden markierte Token vor etwas mehr als einer Woche erstellt wurde und bereits in 728 Wallets vorhanden ist.

Mehrere dieser Adressen sollen dem Bericht zufolge mehr als $1 million in USDT halten, was Bedenken hinsichtlich des Umfangs möglicher Expositionen bei Konten mit hohem Wert aufwirft.

Der Ansatz scheint darauf ausgerichtet zu sein, Wahrnehmungen rund um regulatorische Überprüfungen auszunutzen, zumal das Tron‑Netzwerk zeitweise mit illegalen Finanzaktivitäten in Verbindung gebracht wurde, darunter Sanktionsumgehung und Transaktionsströme im Zusammenhang mit Schmuggel.

Indem sie hoheitliche Befugnisse der Strafverfolgung vorgeben, versuchen die Betrüger möglicherweise, Nutzer, die sich vor möglichen Ermittlungen fürchten, zur Kooperation zu bewegen.

Das FBI hat alle, die möglicherweise mit dem Token interagiert oder persönliche Daten geteilt haben, aufgefordert, den Vorfall über sein Internet Crime Complaint Center zu melden.

Die Behörden betonten außerdem, dass das FBI keine Token an die Öffentlichkeit ausgibt und nicht per Blockchain‑Nachrichten nach persönlichen Daten fragt. Jegliche derartige Behauptung sei als verdächtig zu behandeln.

FBI startete eigenes Krypto‑Token

Die Ironie dieser Situation bleibt Branchenbeobachtern nicht verborgen, da sie auf eine hochkarätige Undercover‑Operation Ende 2024 folgt, bei der das FBI tatsächlich seine eigene Kryptowährung schuf.

Während der Undercover‑Aktion mit dem Namen Operation Token Mirrors brachten Ermittler auf der Ethereum‑Blockchain ein Token namens NexFund AI heraus, um Marktmanipulationen aufzudecken.

Das Projekt war als Köder konzipiert und sollte den Behörden ermöglichen, koordiniertes Wash‑Trading und andere illegale Praktiken zu beobachten, was letztlich zu mehreren Anklagen gegen die Beteiligten führte.