- River sagt, rund 60 Prozent der größten US-Banken hätten Bitcoin-Services bereits gestartet oder öffentlich geplant, etwa Trading oder Custody.
- Coinbase-CEO Brian Armstrong berichtet nach Davos von deutlich offeneren Gesprächen mit Bankchefs, teils mit der Aussage, Krypto sei „Priorität Nummer eins“.
Bitcoin rutscht tiefer in die Bankwelt, weniger als Schlagzeile, mehr als Infrastrukturprojekt. Die Bitcoin-Finanzfirma River sagt, mehr als die Hälfte der größten US-Banken habe entweder bereits Bitcoin-bezogene Dienstleistungen gestartet oder entsprechende Pläne angekündigt. In einem Post spricht River von „60% der Top US banks“, gemeint sind Angebote wie Handel oder Verwahrung.
Trading und Custody werden zu Bankprodukten
Die Zahl ist ein Hinweis darauf, wie stark sich die Debatte verschoben hat. Vor ein paar Jahren ging es bei Banken vor allem um Risiko und Abwehr. Heute geht es häufiger um Produkt- und Wettbewerbslogik. Custody ist dabei der Einstieg, weil er institutionelle Nachfrage bedient und zugleich in klassische Bankprozesse passt. Trading folgt, oft zuerst für ausgewählte Kunden oder über Partnerschaften.
Das heißt nicht, dass alle Banken „Krypto-first“ werden. Viele bauen in Etappen. Aber wenn ein signifikanter Teil der Top-Institute überhaupt öffentlich in diese Richtung geht, wirkt Krypto weniger wie ein Nebenmarkt und mehr wie ein Feature, das man langfristig nicht ignorieren will.
Davos als Stimmungsbarometer, Armstrong hört „existential“
Coinbase-CEO Brian Armstrong lieferte am Wochenende eine zweite Perspektive. Sein Takeaway vom World Economic Forum in Davos, das vom 19. bis 23. Januar stattfand: Bankchefs seien gegenüber Krypto deutlich freundlicher geworden. Armstrong sagt, die meisten CEOs, mit denen er sprach, seien „sehr pro crypto“ und sähen darin eine Gelegenheit. Einige seien noch nicht so weit, aber der Ton habe sich verändert.
Er berichtet sogar von einem CEO einer Top-10-Globalbank, der ihm gesagt habe, Krypto sei deren „number one priority“ und werde als existenziell betrachtet. Solche Aussagen sind schwer zu verifizieren und oft auch Teil von Davos-Rhetorik.
Trotzdem sind sie in ihrer Richtung aussagekräftig. Wenn Banken Krypto als „existential“ einstufen, heißt das meist: Man fürchtet Disintermediation über Stablecoins, tokenisierte Einlagen, Onchain-Settlement und neue Brokerage-Modelle.
Rivers 60%-Zahl und Armstrongs Davos-Eindruck zeigen damit dasselbe Muster aus zwei Winkeln. Banken bauen, nicht alle gleich schnell, aber genug, um den Markt zu verändern.
cryptonews.net
de.beincrypto.com
crypto-news-flash.com