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Äthiopien plant staatliches Bitcoin Mining: Partnersuche startet

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  • Äthiopien will Bitcoin staatlich minen und sucht dafür einen Partner.
  • Das Vorhaben ist Teil einer breiteren Souveränitätsagenda. Äthiopien will strategische Infrastruktur stärker staatlich bündeln.

Äthiopiens Regierung signalisiert, dass sie Bitcoin-Mining nicht nur dulden, sondern teils auch selbst auf staatlicher Ebene betreiben will. Kal Kassa, Gründer der äthiopischen Bildungsinitiative BitcoinBirr, machte am 19. Januar auf diese Entwicklung aufmerksam. In einem geteilten Video erklärt der äthiopische Premierminister Abiy Ahmed Ali, die staatliche Ethiopian Investment Holdings (EIH) suche einen Partner, um Bitcoin „direkt im Auftrag des Landes“ zu minen.

Kassa schrieb auf X: „Der Premierminister Äthiopiens – über die Ethiopian Investment Holdings – sucht einen Investmentpartner, um Bitcoin direkt im Namen des Landes zu minen.“

In dem geteilten Video sagt Abiy Ahmed Ali: „Krypto-Mining mit großen Unternehmen beginnt zu funktionieren und dürfte sich als hochprofitabel erweisen. Über Ethiopian Investment Holdings, ein staatliches Unternehmen, suchen wir erfahrene Partner, die Kapital, Technologie und Expertise im Mining einbringen können. Dadurch will Äthiopien Einnahmen direkt für das Land generieren, anstatt sich ausschließlich auf private Unternehmen zu verlassen.“

JUST IN: 🇪🇹 Prime Minister of Ethiopia says they are looking for an investment partner to mine #Bitcoin

The race is on 🚀

pic.twitter.com/nSyjcZNnsU

— Bitcoin Magazine (@BitcoinMagazine) January 19, 2026

Äthiopien ist in den vergangenen Jahren als Bitcoin-Mining-Standort gewachsen, vor allem wegen günstiger Wasserkraft. Ein zentraler Baustein ist der Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD), der laut Reuters 2025 offiziell eingeweiht wurde und eine Kapazität von 5.150 Megawatt erreicht hat.

Schätzungen zur globalen Hashrate-Verteilung variieren je nach Quelle. Hashrate Index beziffert Äthiopiens Anteil an der globalen Bitcoin-Hashrate auf 2,58% beziehungsweise rund 27,5 EH/s. Damit läge Äthiopien hinter den USA (37,523% bzw. 200 EH/s), Russland (16,417% bzw. 175 EH/s), China (11,726% bzw. 125 EH/s), Paraguay (4,034% bzw. 43 EH/s), Oman (3,002% bzw. 32 EH/s) und Kanada (2,627% bzw. 28 EH/s), jedoch vor Kasachstan (2,064% bzw. 22 EH/s).

Bitcoin-Mining als Teil einer größeren Agenda

Die EIH soll dabei nicht nur Mining abwickeln. Sie ist Teil eines größeren Plans, die Schlüssel-Infrastrukturen stärker staatlich zu bündeln. Laut einem Bericht von BirrMetrics über die „Finance Forward Ethiopia 2026“-Konferenz soll die EIH den Aufbau einer inländischen Kapazität zur Banknotenproduktion vorantreiben – ein Projekt, das Äthiopiens Abhängigkeit von ausländischen Druckereien reduzieren würde.

In diesem Zusammenhang sagte Abiy über die Rolle der Holding: „Die Institution wird viele zentrale, bislang unausgesprochene strategische Arme aufbauen.“ Bis 2030 soll die Holding rund 20 % der Wirtschaftsleistung abdecken. „Wenn dieses Ziel erreicht wird, wird Äthiopien eine Struktur geschaffen haben, die an die nächste Generation übertragen werden kann“, so Abiy.

Laut BirrMetrics verwaltet die EIH rund 40 Staatsunternehmen und arbeitet neben dem Bitcoin-Mining-Projekt auch an einer Goldraffinerie.