Das Bitcoin-Mining-Unternehmen Riot Platforms hat einen Vertrag mit dem Halbleitergiganten AMD geschlossen: AMD wird für die nächsten zehn Jahre Infrastruktur am Standort von Riot in Rockdale, Texas, für KI-Anwendungen mieten. Riot kaufte im gleichen Zug zusätzliches Land an dem Standort und veräußerte dafür mehr als 1.000 Bitcoin. Der Deal garantiert Riot zusätzliche Einnahmen von 311 Millionen US-Dollar, mit einem Potenzial von bis zu 1 Milliarde US-Dollar. Die Expansion und Diversifikation des Bitcoin-Miners spiegelt einen Trend innerhalb der US-Mining-Branche wider.
Riot kooperiert mit AMD
Riot Platforms verkündete die Kooperation mit Advanced Micro Devices (AMD) am 16. Januar 2026 in einer Pressemitteilung. Das Mining-Unternehmen wird dem Halbleiterhersteller an seiner Anlage in Rockdale, Texas, über einen Zeitraum von zehn Jahren zunächst 25 Megawatt (MW) Lastkapazität für Künstliche Intelligenz und HPC-Anwendungen (High Performance Computing) bereitstellen.
Der Standort in Rockdale zählt zu den größten Bitcoin-Mining-Anlagen weltweit. Er verfügt über eine 700-MW-Netzanbindung, eine eigene Wasserversorgung und Glasfaseranschlüsse.
Um den Standort für die KI- und HPC-Projekte von AMD umzurüsten, plant Riot Investitionen in Höhe von 89,8 Millionen US-Dollar. Die Bereitstellung der Kapazität erfolgt in zwei Phasen: Eine erste Inbetriebnahme ist für Januar 2026, die vollständige Übergabe für Mai 2026 vorgesehen.
Die Vermietung der nachgerüsteten Infrastruktur soll Riot über die initiale Vertragslaufzeit hinweg rund 311 Millionen US-Dollar einbringen.
Darüber hinaus räumt Riot AMD mehrere Erweiterungsoptionen ein:
- dreimalige Verlängerung der Laufzeit um jeweils fünf Jahre (insgesamt bis zu 25 Jahre),
- Erweiterung der Kapazität um zusätzliche 75 MW,
- sowie ein Vorkaufsrecht auf weitere 100 MW – insgesamt also bis zu 200 MW.
Sollte AMD diese Optionen vollständig wahrnehmen, würde das Gesamtauftragsvolumen für Riot auf rund 1 Milliarde US-Dollar anwachsen.
Finanziert durch Bitcoin-Verkäufe
Im Zuge der Bekanntgabe der Kooperation mit AMD teilte Riot außerdem mit, zusätzliches Land am Standort Rockdale im Milam County als uneingeschränktes Eigentum erworben zu haben. Das Unternehmen kaufte 200 Acres – rund 113 Fußballfelder oder etwas mehr als 80 Hektar –, die zuvor lediglich gepachtet waren, für 96 Millionen US-Dollar. Finanziert wurde der Erwerb vollständig durch den Verkauf von etwa 1.080 Bitcoin aus der Unternehmensbilanz.
Bereits Anfang Januar hatte Riot bekannt gegeben, im Dezember 2025 insgesamt 1.818 BTC für rund 161,6 Millionen US-Dollar verkauft zu haben – der bislang größte monatliche Bitcoin-Verkauf in der Unternehmensgeschichte. Dadurch reduzierte sich der Bitcoin-Bestand von Riot auf 18.005 BTC. Die Erlöse sollten gezielt zur Finanzierung von Rechenzentren für KI- und HPC-Projekte eingesetzt werden.
Insgesamt besitzt und verwaltet Riot an seinen beiden Anlagen Corsicana und Rockdale im sogenannten Texas Triangle – einer der bedeutendsten Metropolregionen des Bundesstaates – nun mehr als 1.100 Acres Land (rund 445,15 Hektar beziehungsweise 623 Fußballfelder) sowie eine verfügbare Stromkapazität von 1,7 Gigawatt (GW). Diese soll schrittweise für die Nutzung (Vermietung) als HPC-Rechenzentren umgewandelt werden.
Strategische Bedeutung des AMD-Deals
Der Vertrag mit AMD mache Rockdale zum führenden Standort dieser Entwicklung, erklärte Jason Les, CEO von Riot.
Diese Partnerschaft ist eine Bestätigung für die Infrastruktur von Riot, unsere Entwicklungskapazitäten, die Attraktivität unserer Standorte, unsere sofort verfügbare Stromkapazität und unsere Fähigkeit, innovative Lösungen anzubieten, die den Anforderungen von Top-Mietern gerecht werden.
Jason Les, CEO von Riot
Auch AMD-CIO Hasmukh Ranjan betonte die strategische Bedeutung der Kooperation:
Um High-Performance-Computing und KI voranzubringen, braucht AMD Partner, die mit unserem Tempo und unserer Skalierung Schritt halten können. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit Riot, dessen Fähigkeiten, Stromverfügbarkeit und Hochdichte-Lösungen zu unserer Infrastruktur-Roadmap passen.
Hasmukh Ranjan, CIO von AMD
Expansion im Trend
Um nicht ausschließlich von der Profitabilität des Bitcoin-Minings abhängig zu sein, haben viele nordamerikanische Mining-Unternehmen ihr Geschäftsmodell bereits um KI- und HPC-Infrastruktur erweitert. Parallel dazu schreiten die Expansionen insbesondere in Texas voran.
So plant CleanSpark, im Lone Star State 447 Acres Land zu erwerben und dort ein großflächiges Rechenzentrum zu errichten. Zudem genehmigte der texanische Stromnetzbetreiber ERCOT kürzlich einen 830-MW-Netzanschluss für das Helios-Projekt von Galaxy Digital Holdings, das als Einzelanlage eine theoretische Kapazität von 1,6 GW erreichen könnte.
Der Trend zeigt, dass sich die Mining-Branche zunehmend auf schwächere Marktphasen einstellt und alternative Geschäftsmodelle erschließt, um rentabel zu bleiben und die stark wachsende Nachfrage nach Rechenzentrums- und KI-Infrastruktur zu bedienen.
Mining-Aktien profitieren
Diese Entwicklung wird von den Aktienmärkten positiv aufgenommen. Von den Krypto-Titeln konnten die Mining-Aktien vergangenen Freitag am meisten zulegen:
Die Aktie von Riot nähert sich einem Mehrjahreshoch und ist am Freitag um rund 12 % angestiegen, während die Galaxy-Digital-Aktie 6 % zulegen konnte, nachdem sie bereits am Donnerstag 13 % angestiegen ist. IREN legte mehr als 12 % zu, Cypher stieg 8 % an und MARA etwa 6 %.
Während das Mining weiterhin volatil bleibt und von Zyklen und ständiger Nachrüstung geprägt ist, zeigen Unternehmen wie Riot und Galaxy, dass sich stabile, skalierbare Modelle und planbare Einnahmen zunehmend außerhalb des ursprünglichen Geschäftsmodells finden lassen. In diesem strukturellen Wandel wird die Infrastruktur für Rechenzentren jenseits des Bitcoin-Minings zu einer tragenden Säule der Mining-Industrie, während Bitcoin-Verkäufe diese Neuausrichtung finanzieren.
de.cointelegraph.com
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