BitGo Prime (BTGO) und Susquehanna Crypto gaben bekannt, dass sie eine Partnerschaft eingehen, um institutionellen Kunden den außerbörslichen (OTC) Zugang zu Prognosemarktgeschäften zu ermöglichen, wobei digitale Vermögenswerte, die auf der Plattform von BitGo gehalten werden, als Sicherheit dienen.
Das Angebot richtet sich an Hedgefonds, Family Offices und vermögende Privatkunden und ermöglicht ihnen, eventgesteuerte Verträge abzuwickeln, ohne auf Retail-Plattformen angewiesen zu sein oder Krypto-Bestände in Bargeld umzuwandeln, teilten die Unternehmen am Dienstag in einer Pressemitteilung mit.
Die Liquidität wird von Susquehanna Crypto bereitgestellt, wobei die Geschäfte bilateral über den OTC-Schalter von BitGo abgewickelt werden. Die Unternehmen erklärten, dass die Transaktionen den üblichen Rahmenwerken für Derivate-Dokumentationen folgen werden. Investoren nutzen Over-the-Counter-Schalter hauptsächlich, um große oder komplexe Positionen zu handeln, ohne den Markt zu stören oder ihre Strategie offenzulegen.
Die Struktur spiegelt wider, wie institutionelle Anleger bereits traditionelle Derivate handeln, wobei die Vermögenswerte in Verwahrung bleiben und Positionen besichert statt vollständig im Voraus finanziert werden. Im Gegensatz dazu findet ein Großteil der heutigen Aktivität auf Prognosemärkten auf Retail-Plattformen statt, die eine Vorausfinanzierung verlangen und nur eine begrenzte Integration mit institutionellen Verwahrungssystemen bieten.
Institutionelle Investoren nutzen zunehmend Prognosemärkte als Absicherungsinstrument, indem sie Positionen auf Ereignisresultate wie Wahlen, politische Entscheidungen oder makroökonomische Veränderungen eingehen, um Risiken in ihren umfangreicheren Portfolios auszugleichen. Durch die Bewertung diskreter, realweltlicher Ereignisse bieten diese Märkte eine Möglichkeit, Tail-Risiken abzusichern, die mit traditionellen Instrumenten wie Aktien, Zinssätzen oder Optionen schwer zu erfassen sind.
Prognosemärkte verzeichneten ein rasantes Wachstum, wobei die Handelsvolumina im Jahr 2025 voraussichtlich rund 40 bis 45 Milliarden US-Dollar erreichen werden, was einem mehrjährigen Anstieg um das Mehrfache entspricht, da die Einzelhandelsbeteiligung stark zugenommen hat und Plattformen wie Polymarket und Kalshi an Bedeutung gewonnen haben.
Gleichzeitig beginnt das Interesse institutioneller Anleger zu wachsen, wobei Hedgefonds und Banken diese Märkte zunehmend zur Preisfindung im Zusammenhang mit politischen und wirtschaftlichen Ereignissen nutzen, obwohl Infrastruktur- und regulatorische Unsicherheiten die breitere Akzeptanz weiterhin einschränken.
Die regulatorische Fragmentierung hat ebenfalls die Akzeptanz verlangsamt. In den USA agieren Plattformen wie Kalshi unter der Aufsicht der Commodity Futures Trading Commission, während andere, wie Polymarket, im Ausland operieren und somit den Zugang für inländisches institutionelles Kapital einschränken. Dies hat viele Unternehmen dazu veranlasst, alternative Strukturen zu prüfen, die besser mit den bestehenden Compliance-Rahmenbedingungen übereinstimmen.
Die Unternehmen erklärten, dass das neue Angebot darauf ausgelegt ist, diese Lücken zu schließen, indem Verwahrung, Sicherheitenverwaltung und OTC-Ausführung in einem einzigen Workflow kombiniert werden. Durch die Ermöglichung für Investoren, gegen Krypto-Sicherheiten zu handeln, ohne Vermögenswerte von der Plattform zu bewegen, zielt das Modell darauf ab, Prognosemärkte näher an die Infrastruktur zu bringen, die Institutionen bereits in anderen Anlageklassen nutzen.
Weiterlesen: KI-Agenten schreiben den Handel auf Prognosemärkten still und leise neu
invezz.com