- Binance bestreitet Medienberichte zu Iran-bezogenen Geldflüssen und nennt die Darstellung „unpräzise“.
- Laut Binance erreichten rund 126,1 Mio. Dollar Iran-verknüpfte Wallets über mehrere Zwischenstationen, darunter 24,1 Mio. Dollar mit IRGC-Bezug.
Binance geht in die Offensive. Die Börse veröffentlichte eine Compliance-Stellungnahme, in der sie Berichte über Iran-bezogene Fund Flows zurückweist und eigene Zahlen nennt.
126,1 Millionen Dollar sollen am Ende Iran-Wallets erreicht haben
Nach Darstellung von Binance seien insgesamt rund 126,1 Millionen US-Dollar letztlich bei Wallets gelandet, die mit Iran in Verbindung gebracht werden. Der Weg dorthin sei jedoch nicht direkt gewesen, sondern habe über mehrere Intermediäre geführt. In dieser Summe enthalten seien etwa 24,1 Millionen US-Dollar, die Binance mit Wallets in Zusammenhang bringt, die der iranischen Revolutionsgarde, der IRGC, zugerechnet werden.
Der Ton der Mitteilung ist klar. Binance kritisiert nicht nur die Schlussfolgerungen, sondern auch das Framing. Man stelle es so dar, als ob die Börse der Ausgangspunkt oder das Ziel der Transfers gewesen sei. Das sei nicht der Fall.
Binance betont Offboarding und Meldung an Behörden
Die Börse schreibt, die betreffenden Gelder hätten weder auf Binance ihren Ursprung gehabt noch dort geendet. Zugleich betont das Unternehmen, dass die relevanten Accounts „offboarded“ worden seien. Das ist Börsen-Sprache für: Konten geschlossen, Zugriff beendet, Beziehung beendet. Außerdem seien die Vorgänge an Strafverfolgungsbehörden gemeldet worden.
Die Stellungnahme zeigt, wie stark sich die Debatte mittlerweile verschoben hat. Es geht nicht mehr nur um einzelne Transfers, sondern um Ketten. Wer hat wann welche Zwischenstation genutzt, welche Wallets hängen zusammen, und wer hatte an irgendeiner Stelle Kontrolle. Genau dort setzt Binance an, indem es die Route der Gelder als mehrstufig beschreibt und die eigene Plattform aus Anfang und Ende der Transaktionskette herausnimmt.
Unterm Strich bleibt es ein klassischer Konflikt zwischen Onchain-Interpretation und Plattform-Compliance. Binance liefert Zahlen und Prozessbehauptungen, die Medienberichte waren aus Sicht der Börse zu direkt. Der regulatorische Kontext ist dabei offensichtlich. Iran-Bezüge sind nicht nur Reputationsrisiko, sondern Sanktionsrisiko.
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