- Die SEC hat unter Einbeziehung der Erkenntnisse der CFTC neue Richtlinien zur Einstufung von Krypto-Vermögenswerten nach den geltenden Wertpapier- und Rohstoffgesetzen veröffentlicht.
- Ein Branchenexperte sieht in der engen Zusammenarbeit von SEC und CFTC das Fazit ihres Kompetenzstreits um digitale Währungen.
Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hat am Dienstag eine sehr wichtige Mitteilung veröffentlicht, in der sie klarstellt, dass die Bundeswertpapiergesetze nicht auf alle Krypto-Vermögenswerte anwendbar sind. Dieser Schritt, der auch Erkenntnisse der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) einbezieht, zieht eine klare Grenze, die dazu beitragen könnte, Verwirrung unter den Akteuren der Branche zu verhindern oder zumindest zu verringern.
Klarheit bei den US-Krypto-Regeln
Paul Atkins, der kryptofreundliche Vorsitzende der SEC, räumte ein, dass die vorherige Verwaltung unter dem ehemaligen Vorsitzenden Gary Gensler bei digitalen Währungen zu weit gegangen sei. Er betonte, dass die Auslegung den Marktteilnehmern Klarheit über den Geltungsbereich der Wertpapiergesetze in Bezug auf die verschiedenen Klassifizierungen von Kryptowährungen verschafft, da die meisten davon keine Wertpapiere sind.
Interessanterweise betonte der Vorsitzende, dass die aktuelle Lage „die Realität widerspiegelt, dass Investitionsverträge auslaufen können“. Er glaubt, dass die Bemühungen der SEC gemeinsam mit der CFTC dem Kongress helfen werden, eine parteiübergreifende Gesetzgebung zur Marktstruktur voranzubringen.
Unterdessen merkte Michael Selig, Vorsitzender der CFTC, an, dass Entwickler, Innovatoren und Unternehmer in den USA schon lange auf klare Leitlinien zum Status von Krypto-Vermögenswerten sowohl nach Wertpapier- als auch nach Rohstoffgesetzen gewartet haben. Er erklärte, dass die Auslegung nicht nur Klarheit schaffe, sondern auch rationale, praktikable Regeln anwende, die bestehende Vorschriften im sich wandelnden Finanzbereich harmonisieren könnten.
Ende des Revierkampfs zwischen SEC und CFTC
Paul Barron, ein bekannter Analyst und Unternehmer in den Bereichen Krypto, Technologie und KI (künstliche Intelligenz), sieht die Zusammenarbeit zwischen der SEC und der CFTC als das Ende ihrer Ära der Revierkämpfe. Er erklärte, dass die gemeinsame Taxonomie das Rätselraten unter den Branchenakteuren beende.
Zudem bietet die Einführung von Super-Apps einen Weg für doppelt registrierte Unternehmen, mehrere Produkte auf einer einzigen Plattform anzubieten. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, sich für jedes Angebot durch komplexe Registrierungsanforderungen zu kämpfen, was für einheitliche Plattformen eine echte Erleichterung ist. Darüber hinaus schaffen die Innovationsausnahmen maßgeschneiderte Safe-Harbor-Regelungen für Entwickler und Token-Wertpapiere.
Barron bezeichnete die jüngste Entwicklung als die offizielle Einführung der „minimalen wirksamen Dosis“ an Regulierung. Die Bekanntmachung fällt mit dem Auftritt von Atkins und Selig auf dem DC Blockchain Summit 2026 zusammen.
Anpassung der Unternehmensberichterstattung
Atkins Rede auf dem Gipfel in Washington, DC, markiert einen weiteren Meilenstein in der Regulierung. Der SEC-Vorsitzende stellte seinen Plan vor, die Häufigkeit der Unternehmensberichterstattung je nach Unternehmensgröße anzupassen.
Der Plan berücksichtigt den Vorschlag von US-Präsident Donald Trump aus dem letzten Jahr, die Berichterstattung über Geschäftsergebnisse einzuschränken, insbesondere durch eine Verringerung der Häufigkeit von vierteljährlich auf halbjährlich. Er argumentierte, dass dies den Unternehmen viel Zeit und Ressourcen sparen und damit ihre Produktivität verbessern würde.
Laut Bloomberg wird die SEC den Vorschlag voraussichtlich bis April zur öffentlichen Stellungnahme veröffentlichen.
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