Senatoren in Australien haben eine neue Lizenzierungsmaßnahme gebilligt, die Krypto-Handelsplattformen unter die wichtigsten Finanzgesetze des Landes stellt. Der „Corporations Amendment (Digital Assets Framework) Bill 2025“ wurde von einem Senatsausschuss zur Verabschiedung durch das Parlament empfohlen. Dieser Gesetzentwurf schafft ein formelles System für Börsen und Verwahrungsanbieter.
Der Gesetzentwurf würde vorschreiben, dass „Digital Asset Platforms“ und „Tokenized Custody Platforms“ eine australische Finanzdienstleistungslizenz (AFSL) besitzen müssen. In der Praxis bedeutet das, dass große Krypto-Börsen, die Australier bedienen, denselben Kernvorschriften unterliegen würden, die auch für Broker und andere Investitionsplattformen gelten.
Die Zustimmung des Senatsausschusses bedeutet, dass der Gesetzentwurf nun einer endgültigen Abstimmung in beiden Kammern näher rückt. Die Gesetzgeber gehen davon aus, dass das Parlament den Prozess irgendwann im Jahr 2026 abschließen wird, nach Rückmeldungen des Ausschusses und möglichen Änderungen.
🇦🇺 KRYPTounternehmen in Australien brauchen vielleicht bald Lizenzen
Der australische Senatsausschuss unterstützt einen Gesetzentwurf, der Krypto-Plattformen dazu verpflichten würde, Finanzdienstleistungslizenzen zu erwerben.
Der Rahmen zielt darauf ab, Unternehmen zu regulieren, die Kryptowährungen von Kunden verwahren, und nicht die Blockchain-Technologie selbst. pic.twitter.com/Zw1mGDVvRd
— Coin Bureau (@coinbureau) 16. März 2026
Was ändert sich für Krypto-Handelsplattformen
Die Maßnahme sieht vor, dass lizenzierte Plattformen für digitale Vermögenswerte Regeln befolgen müssen, wie sie handeln, Transaktionen abwickeln und die Vermögenswerte der Verbraucher schützen. Außerdem müssen sie Gebühren, Risiken und die Art und Weise, wie die Vermögenswerte der Verbraucher aufbewahrt und verwendet werden, klar darlegen.
Nicht jeder Betreiber benötigt eine Lizenz. Kleine Plattformen, die weniger als 5.000 australische Dollar pro Kunde und weniger als 10 Millionen Dollar an jährlichen Transaktionen abwickeln, können eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Diese Ausnahmeregelung soll laut Gesetzgeber verhindern, dass sehr kleine oder experimentelle Dienste durch übermäßige Compliance-Kosten überfordert werden.
Zeitplan und Durchsetzung
Der Gesetzentwurf sieht eine 18-monatige Übergangsfrist vor, damit Unternehmen Lizenzen beantragen und ihre Systeme anpassen können. Bis zum 30. Juni 2026 verfolgt die Wertpapieraufsichtsbehörde ASIC eine „No-Action“-Haltung gegenüber Plattformen, die aktiv an der Einhaltung der Vorschriften arbeiten.
Sobald die Regelung in Kraft tritt, drohen Unternehmen, die die Vorschriften missachten, Strafen von bis zu 10 % ihres Jahresumsatzes. Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte müssen sich zudem ab dem 31. März 2026 bei AUSTRAC registrieren lassen und Programme zur Bekämpfung von Geldwäsche betreiben.
Für australische Nutzer sollte das neue Regelwerk klarere Rechte bedeuten, falls eine Plattform scheitert oder Vermögenswerte falsch verwaltet. Die Regierung hat argumentiert, dass Lücken, die durch vergangene Zusammenbrüche wie den Ausfall von Offshore-Börsen offenbart wurden, zeigen, warum lokale Vorschriften verschärft werden müssen.
Für Börsen bedeutet die Unterstützung durch den Senatsausschuss, dass die Lizenzierung nicht mehr eine Frage des „Ob“, sondern des „Wann“ ist. Plattformen, die weiterhin australische Kunden bedienen wollen, müssen im Rahmen ihres normalen Geschäftsbetriebs Mittel für Lizenzierung, Audits und laufende Berichterstattung einplanen.