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JPMorgan an Krypto-Betrug beteiligt? 328 Millionen US-Dollar Schaden

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JPMorgan an Krypto-Betrug beteiligt? 328 Millionen US-Dollar Schaden

Ist mit JPMorgan die größte Bank der Erde nach Marktkapitalisierung an einem Krypto-Betrug beteiligt? Das wirft eine jüngst eingereichte Sammelklage in den USA auf. Demnach soll das Unternehmen wissentlich Transaktionen im Gesamtwert von 328 Millionen US-Dollar im Betrugsfall um Goliath Ventures abgewickelt haben.

Laut Gerichtsunterlagen soll JPMorgan über seinen Zweig Chase Bank als alleiniger Finanzdienstleister ein Bankkonto über zwei Jahre hinweg für den systematischen Betrug bereitgestellt haben. Von Januar 2023 bis Juni 2025 habe der Strippenzieher Christopher Delgado den Dienst in Anspruch genommen.

Delgado erhielt über diesen Zeitraum demnach Gelder im Wert von 328 Millionen US-Dollar von rund 2.000 Investoren. Anlegern habe er hohe monatliche Renditen durch den Betrieb von Liquidity Pools versprochen. Erst im Januar 2026 flog der Betrug auf. Im Februar wurde er wegen Verdachts auf Bankenbetrug und Geldwäsche in den Vereinigten Staaten von Amerika verhaftet.

Christopher Delgado beschreibt Goliath als “lebensverändernd”.

Nach jetzigem Informationsstand gab es die Liquidity Pools von Goliath Ventures nie wirklich. Stattdessen baute Delgado ein klassisches Pyramidensystem auf. Neueinsteiger finanzierten frühere Investoren, aber vor allem Delgados luxuriöses Privatleben. Er soll unter anderem Luxuskarossen und Immobilien mit Millionenwerten erworben haben.

Die Sammelklage wirft dem Bankhaus JPMorgan Chase & Co. eine Mitschuld an dem Vorfall vor. Delgado habe sein dortiges Bankkonto genutzt, um den Großteil der Investitionen entgegenzunehmen. Ganze 253 Millionen US-Dollar seien auf dem Bankkonto insgesamt eingegangen.

“Chase hatte tatsächliche Kenntnis von Goliaths Pyramidensystem und hat dieses maßgeblich unterstützt. Aus Sicht einer Bank war das betrügerische Vorgehen offensichtlich. Ein betrügerisches Vorhaben dieser Größenordnung lässt sich nicht heimlich über eine einzige Bank abwickeln. Und genau das war hier auch nicht der Fall”, heißt es in der Klage.

Machte sich JPMorgan an Goliath Ventures so mitschuldig?

Laut der Klage machte sich JPMorgan also am Betrugsfall Goliath Ventures mitschuldig. Der Bank hätte auffallen müssen, dass es sich um Betrug handelt. Schließlich hatte sie Einblicke in die nichtöffentlichen Transaktionen, welche etwa dank eines Frühwarnsystems besondere Aufmerksamkeit erregen sollten.

Besonders auffällig sollen Rückzahlungen gewesen sein, die Delgado an Frühinvestoren tätigte. 50 Millionen US-Dollar zahlte er als angebliche Erträge zurück an seine Opfer. Zudem schickte er über das Bankkonto 123 Millionen US-Dollar an die Krypto-Börse Coinbase.

Dass der mutmaßliche Betrüger all diese Transaktionen ungestört vornehmen konnte, sei auffällig. Der Geldfluss und dessen Volumen hätten Risikoprüfer der Bank auf den Plan rufen müssen, kritisiert die Sammelklage.

Auch die jahrelange Kritik an Krypto durch den JPMorgan-Geschäftsführer Jamie Dimon macht man der Bank zum Vorwurf. Weil Dimon Kryptowährungen selbst als betrügerisch betitelte, hätte die Bank im Fall von Goliath Ventures früh hellhörig werden müssen.

JPMorgan Chase & Co. soll wegen seiner Rolle einen Teil zum Schadensersatz beitragen. Wie hoch der erwartete Schadensersatz ausfällt, geht aus der Klage nicht hervor. Entstandene Schäden müssten kompensiert werden, heißt es.