Während die Krypto-Branche über den umstrittenen CLARITY Act streitet, positioniert sich Ripple-CEO Brad Garlinghouse klar: “Let’s not let perfect be the enemy of good” – Perfekt darf nicht der Feind von gut sein. Mit dieser Aussage unterstützt Garlinghouse den Market Structure Bill öffentlich, auch wenn hochrangige Branchenakteure wie Coinbase-CEO Brian Armstrong massiv dagegen protestieren.
Die Spaltung der Krypto-Industrie
Die Debatte um den CLARITY Act hat die Krypto-Branche tief gespalten. Coinbase torpedierte Anfang Januar das geplante Senate Markup am 15. Januar, nachdem CEO Brian Armstrong “faire Bedenken” bezüglich Stablecoin-Yields, DeFi-Restriktionen und erweiterten Regierungszugang zu Finanzdaten äußerte. Armstrong bezeichnete Teile des Gesetzentwurfs als “de facto Verbot” tokenisierter Aktien.
Garlinghouse zeigt sich “überrascht, wie vehement” Coinbase gegen den Bill vorging, betont aber: “Wir sollten nicht aufgeben, wir sind so nah dran.”
(Frei übersetzt)
Der Ripple-CEO argumentiert, dass die Krypto-Industrie “konstruktiv” mit Washington zusammenarbeiten muss.
“Let’s not let perfect be the enemy of good” – this right here is the key. No piece of legislation has ever been perfect by everyone’s standards. What we need is a clear framework, allowing innovation to flourish — exactly what Market Structure will deliver.
— Brad Garlinghouse (@bgarlinghouse) January 21, 2026
I’ll keep saying it… https://t.co/NXAlnazzdv
Jetzt handeln oder später leiden
Patrick Witt, dessen Tweet Garlinghouse zustimmend kommentierte, bringt die Kernfrage auf den Punkt: “Es wird einen Crypto Market Structure Bill geben – es ist eine Frage von wann, nicht ob.”
Die Alternative ist düster: Sollte die Pro-Krypto-Gelegenheit unter Präsident Trump verpasst werden, droht eine zukünftige demokratische Mehrheit mit “punitiver Gesetzgebung à la Dodd-Frank” nach einer möglichen Finanzkrise zu reagieren.
Witt formuliert es drastisch: “Sie mögen nicht jeden Teil des CLARITY Acts lieben, aber ich garantiere Ihnen, dass Sie eine zukünftige Demokraten-Version noch mehr hassen werden.”
Garlinghouse: Klarheit über Chaos
Brad Garlinghouse macht seine Position unmissverständlich klar: “I’ll keep saying it (even if others disagree) – clarity over chaos.” Der Ripple-CEO argumentiert, dass kein Gesetz jemals nach jedermanns Standards perfekt war. Was die Branche brauche, sei ein klarer Rahmen, der Innovation gedeihen lässt – genau das, was der Market Structure Bill liefern würde.
Diese Haltung steht in direktem Kontrast zu Coinbases “No bill is better than a bad bill”-Position. Garlinghouse sieht das Privileg dieser Aussage als Resultat von Trumps Wahlsieg und der pro-krypto Administration – warnt aber davor, die Gelegenheit zu verschwenden.
Die Realität: Kompromisse oder Krypto-Chaos
Der Ripple-CEO erkennt an, dass Kompromisse nötig sein werden, um die erforderlichen 60 Stimmen im Senat zu erreichen. Die aktuelle Situation bietet eine seltene Konstellation:
- Pro-Krypto-Präsident im Weißen Haus
- Republikanische Kontrolle des Kongresses
- Krypto-freundliche Regulatoren bei SEC und CFTC
- Gesunde Industrie mit Multi-Billionen-Dollar-Bewertung
Die Annahme, dass eine Multi-Billionen-Dollar-Industrie auf unbestimmte Zeit ohne umfassenden regulatorischen Rahmen operieren kann, sei “pure Fantasie”, argumentiert Witt – eine Einschätzung, der Garlinghouse offensichtlich zustimmt.
Fazit: Das Fenster schließt sich
Während Coinbase auf das perfekte Gesetz wartet, drängt Garlinghouse auf pragmatische Lösungen. Seine Botschaft ist klar: Lieber jetzt ein guter Rahmen als später ein katastrophaler unter anderen politischen Vorzeichen. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann die Krypto-Regulierung kommt – und wer sie schreibt.
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