Strategy ist vor allem als Unternehmen bekannt, das nahezu unbeirrt weiter Bitcoin ($BTC) kauft. In dieser Woche lief es anders. Der Konzern ließ seinen enormen Bitcoin-Bestand unangetastet und verwendete sein Kapital für einen anderen Zweck: den Rückkauf eigener Wertpapiere. Zugleich verdoppelte Strategy den Rahmen für solche Rückkäufe auf 2 Milliarden Dollar.
Damit setzt Strategy vorübergehend offenbar einen anderen Schwerpunkt. Nicht der weitere Aufbau der Bitcoin-Position steht im Vordergrund, sondern der Einsatz von Kapital zur Stützung der eigenen Finanzstruktur.
Strategy kauft für Millionen eigene Vorzugsaktien zurück
Zwischen dem 31. August und dem 7. September kaufte Strategy keine neuen Bitcoin. Das Unternehmen verkaufte auch keine $BTC und platzierte keine neuen Aktien über das sogenannte ATM-Programm. Das ist relevant, weil Strategy solche Aktienverkäufe nutzen kann, um frisches Kapital aufzunehmen.
Untätig blieb das Unternehmen dennoch nicht. Strategy gab 176,3 Millionen Dollar für den Rückkauf von rund 1,8 Millionen STRC-Aktien aus. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form von Vorzugsaktien, über die das Unternehmen Kapital aufgenommen hat.
Für normale Kryptoanleger klingt das möglicherweise kompliziert, das Prinzip ist jedoch vergleichsweise einfach. Neben der regulären MSTR-Aktie hat Strategy mehrere Arten von Vorzugsaktien ausgegeben. Sie sind Teil der Finanzierungsstruktur geworden, mit der das Unternehmen seine umfangreiche Bitcoin-Strategie finanziert.
Mit dem Rückkauf von STRC nimmt Strategy einen Teil dieser Wertpapiere wieder vom Markt. Finanziert wurde dies aus den verfügbaren Barmitteln des Unternehmens.
Auffällig ist vor allem, dass Strategy sich gleichzeitig deutlich mehr Spielraum verschafft, um diesen Kurs fortzusetzen. Der Verwaltungsrat erhöhte das gesamte Rückkaufprogramm für diese Wertpapiere von 1 Milliarde auf 2 Milliarden Dollar. Nach den Käufen standen innerhalb dieses Programms noch 1,19 Milliarden Dollar zur Verfügung.
Bitcoin-Bestand bleibt vorerst unangetastet
Die Pause bei den Bitcoin-Käufen ändert wenig an der enormen Position, die Strategy inzwischen aufgebaut hat. Das Unternehmen hält rund 845.050 $BTC.
Für diese Coins zahlte Strategy insgesamt etwa 63,7 Milliarden Dollar. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt einschließlich Kosten bei rund 75.412 Dollar je Bitcoin.
Das zeigt, wie tiefgreifend sich Strategy in den vergangenen Jahren verändert hat. Das Unternehmen startete einst als Softwareanbieter, ist inzwischen aber in hohem Maß auf Bitcoin ausgerichtet. Die eigene Aktie und die verschiedenen Vorzugsaktien spielen dabei eine wichtige Rolle.
Der Rückkauf von STRC bedeutet daher nicht, dass Strategy sich von Bitcoin entfernt. Das Unternehmen hält seine gesamte $BTC-Position weiter. Zudem weist Strategy ausdrücklich darauf hin, dass verfügbare Barmittel künftig weiterhin für Bitcoin-Käufe eingesetzt werden können.
Strategy hält Milliarden Dollar in Reserve
Strategy verfügt unterdessen über einen erheblichen finanziellen Puffer. Am 7. September lagen 5,10 Milliarden Dollar in der speziellen Dollarreserve des Unternehmens. Hinzu kamen 1,44 Milliarden Dollar an frei verfügbaren Barmitteln.
Diese beiden Töpfe erfüllen unterschiedliche Funktionen. Die Reserve ist vor allem für Zinszahlungen und Dividenden auf Vorzugsaktien vorgesehen. Die übrigen Barmittel können breiter eingesetzt werden. Dazu zählen neue Bitcoin-Käufe, aber auch die Aufstockung der Reserve und andere Formen des Kapitalmanagements.
Gerade deshalb ist der Rückkauf bemerkenswert. Strategy verfügt weiterhin über Milliarden Dollar und hält vollständig an seinem enormen Bitcoin-Bestand fest, entscheidet sich in dieser Woche aber dafür, einen Teil des Kapitals anderweitig einzusetzen. Der erweiterte Rahmen des Rückkaufprogramms gibt dem Unternehmen zudem die Möglichkeit, dies in größerem Umfang fortzuführen.
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