Es gibt immer mehr Zeichen dafür, dass Krypto in den USA nicht mehr nur ein spekulativer Wert ist, sondern immer öfter als echte Bezahlmethode genutzt wird.
Immer mehr Händler akzeptieren Krypto-Zahlungen, große Banken steigen im Bitcoin-Bereich ein und viele Investitionen fließen in neue Zahlungsinfrastruktur. Dadurch sagen viele voraus, dass 2026 ein Wendepunkt für Krypto-Zahlungen sein könnte.
39 Prozent der Händler akzeptieren schon Krypto
Laut einer Umfrage, die PayPal und die National Cryptocurrency Association (NCA) am 27. Januar veröffentlicht haben, nehmen 39 Prozent der US-Händler schon jetzt Krypto-Zahlungen an. Außerdem meinen 84 Prozent, dass Krypto-Zahlungen in den kommenden fünf Jahren alltäglich werden.
Die Nachfrage von Kunden treibt diese Entwicklung an. 88 Prozent der Händler geben an, dass Kunden sie fragen, ob sie mit Krypto bezahlen können. 69 Prozent sagen sogar, dass Kunden mindestens einmal im Monat mit Krypto zahlen möchten. Besonders hoch ist das Interesse bei Millennials (77 Prozent) und Gen Z (73 Prozent). Auffällig ist, dass kleine Unternehmen besonders viele Anfragen von Gen Z bekommen (82 Prozent). Bei mittelgroßen Firmen sind es 67 Prozent und bei großen Unternehmen 65 Prozent.
Schaut man auf die Branchen, dann führen Gastgewerbe und Reisen mit 81 Prozent. Danach kommen digitale Güter, Gaming und Luxusmarkt (76 Prozent) sowie Einzelhandel und E-Commerce (69 Prozent).
„Was wir in diesen Daten und im Gespräch mit unseren Kunden sehen, ist, dass Krypto-Zahlungen das Experimentieren hinter sich lassen und Teil des Alltags werden”, sagte May Zabaneh, Vizepräsidentin und General Managerin von Krypto bei PayPal. „Wenn Krypto-Zahlungen genauso einfach angeboten werden wie Karten oder Online-Zahlungen, sind sie ein starkes Werkzeug für Wachstum.”
Bemerkenswert ist, dass 90 Prozent der Händler sagen, sie würden Krypto akzeptieren, wenn die Einrichtung so leicht wäre wie bei Kreditkarten.
„Diese Daten zeigen ganz klar: Das Interesse an Krypto ist nicht das Problem, sondern das Verständnis”, sagte Stu Alderoty, Präsident der NCA. „Wir arbeiten zusammen daran, die Wissenslücke zu schließen. So kann jeder sehen, wie einfach, zugänglich und leicht Krypto für Unternehmen und Verbraucher sein kann.”
60 Prozent der größten US-Banken setzen auf Bitcoin
Auch die traditionelle Finanzwelt bewegt sich schnell. Nach Daten von Januar 2025 vom Krypto-Finanzdienstleister River haben 60 Prozent der 25 größten US-Banken – also 15 Banken – bereits Bitcoin-Konten oder Trading-Dienste gestartet oder zumindest angekündigt.
60% of the top US banks are into bitcoin. pic.twitter.com/AqceDDfjDP
— River (@River) January 26, 2026
Die PNC Group bietet sowohl Verwahrung als auch Handel mit Bitcoin an. JPMorgan Chase, Charles Schwab und UBS haben den Handel angekündigt. Bei Goldman Sachs, Morgan Stanley und Wells Fargo gibt es solche Dienste bisher nur für sehr vermögende Kunden. American Express bietet nun eine Bitcoin-Bonuskarte an.
Noch vor einem Jahr waren viele große Banken an der Wall Street abwartend. Nun drängen sie in den Krypto-Bereich. Das zeigt, dass die Nachfrage von Investment-Firmen und reichen Privatleuten so groß ist, dass die Banken sie nicht mehr übergehen können.
Mesh wird Unicorn: Mehr Kapital fließt in Infrastruktur
Auch in die Zahlungsinfrastruktur wird schneller investiert. Das Krypto-Zahlungsnetzwerk Mesh gab am 27. Januar bekannt, 75 Mio. USD in einer Series-C-Finanzierungsrunde eingesammelt zu haben. Damit ist Mesh nun über 1 Mrd. USD wert. Insgesamt wurden schon mehr als 200 Mio. USD investiert.
Dragonfly Capital hat die Finanzierungsrunde angeführt. Auch Paradigm, Coinbase Ventures und SBI Investment haben mitgemacht. Besonders: Ein Teil des Investments wurde mit Stablecoins bezahlt. Mesh beschreibt das als „einen klaren Beweis dafür, dass große Unternehmen mittlerweile auf Blockchain-Abwicklung setzen – vorausgesetzt, es gibt volle Kontrolle und Nachvollziehbarkeit“.
Die Kerntechnik von Mesh heißt SmartFunding. Sie erlaubt ein „Any-to-Any“-Modell: Kunden können mit jeder Kryptowährung zahlen, egal ob Bitcoin oder Solana. Händler bekommen ihr Geld sofort – in ihrer gewünschten Stablecoin (USDC, PYUSD) oder in normaler Währung (Fiat). Mehr als 900 Mio. Nutzer sind schon an dieses Netz angeschlossen.
„Die Gewinner im nächsten Jahrzehnt werden nicht die sein, die die meisten Token ausgeben. Gewinnen werden die, die ein Netzwerk bauen, das die normalen Kartenzahlungen ersetzt”, sagte Bam Azizi, Mitgründer und CEO von Mesh.
Wird 2026 zum Wendepunkt?
Alle drei Punkte zeigen in eine Richtung: Immer mehr Menschen – und vor allem jüngere Generationen – wollen mit Krypto zahlen. Händler und Banken reagieren darauf. Und viele Investitionen fließen in den Aufbau der nötigen Technik.
Es gibt aber weiterhin Hürden. Die Umfrage von PayPal und NCA zeigt: Die größte Hürde ist immer noch die Einfachheit. Es macht aber Hoffnung, dass Firmen wie Mesh die komplizierten Abläufe im Hintergrund verstecken und Krypto-Zahlungen so leicht wie Kartenzahlungen machen.
Krypto wandelt sich gerade – weg von Spekulation hin zu echter Infrastruktur. 2026 könnte das Jahr sein, in dem dieser Wandel ernsthaft beginnt.
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