Die französische Supermarktkette Express, ein Tochterunternehmen von Carrefour, gewährt Kunden, die mit Bitcoin bezahlen, einen Rabatt von 20 %. Dies geht aus Beiträgen auf Twitter (ehemals X) sowie aus lokalen Medienberichten hervor. Die Aktion erregte weltweites Aufsehen, da Carrefour mit über 14.000 Filialen in mehr als 40 Ländern zu den größten Supermarktketten der Welt zählt.

Quelle: X
In der Nähe des Geschäfts hängen lokale Nachrichten und Aushänge, die erklären, dass man mit Bitcoin über das Lightning Network bezahlen kann. Dabei handelt es sich um ein Zahlungssystem, das für schnellere und günstigere Bitcoin-Transaktionen entwickelt wurde. Ähnliche Systeme wurden bereits in der Vergangenheit von Carrefour-Filialen in Teilen Frankreichs eingeführt, die Bitcoin-Zahlungen über Franchise-Optionen ermöglichten. Die aktuelle Rabattaktion hat jedoch erneut Aufmerksamkeit erregt, da sie Kunden direkt für die Nutzung von Bitcoin an der Kasse belohnt.
Im Laufe des Jahres 2025 haben Finanzinstitute ihre Nutzung von Kryptowährungskanälen ausgeweitet
Im Jahr 2025 kam es zu einer weiteren Ausweitung der Regulierung des Bitcoin-Zugangs über regulierte börsengehandelte Produkte sowie zu verstärkten Infrastrukturinvestitionen in tokenisierte und Stablecoin-Infrastrukturen. BlackRock strebte ebenfalls eine Ausweitung des Zugangs über die USA hinaus an. Im Februar 2025 berichtete Reuters, dass das Unternehmen kurz vor der Einführung eines Bitcoin-ETFs in Europa stand, während sein Flaggschiffprodukt, der US-Spothandel, weiter wuchs.
Auch Fidelity zeigte ein verstärktes Engagement jenseits des Brokerage-Geschäfts. So berichtete Reuters im März 2025, dass Fidelity mit einem an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin experimentierte. Dies verdeutlichte das Interesse großer Vermögensverwalter an regulierten, tokenisierten Zahlungsmitteln, die sich leichter über Netzwerke fließen lassen als das alte System. Auf Zahlungsebene unternahmen große Verbraucher- und Händlerplattformen Schritte, um Stablecoins in gängigen Geschäftsanwendungen nutzbarer zu machen.
Im Mai 2025 führte Stripe Stablecoin-Finanzkonten ein. Diese richten sich an Unternehmen in zahlreichen Ländern und sollen Stablecoins als globales Zahlungsmittel etablieren. Im selben Jahr erweiterte Stripe die Nutzung von Stablecoins um die Option, ein Stablecoin-Abonnement auf der Plattform abzuschließen.
Auch PayPal intensivierte im Jahr 2025 seine Stablecoin-Strategie: Im April 2025 kündigte das Unternehmen an, dass PayPal- und Venmo-Konten Prämien für PYUSD-Guthaben erhalten und diese für Zahlungen und Überweisungen nutzen können. Zudem soll die Verwendung von PYUSD über Stellar ermöglicht werden, vorbehaltlich der Genehmigung der erforderlichen Regulierungen. Im Juli 2025 veröffentlichte PayPal außerdem die Produktpositionierung „Mit Krypto bezahlen”, mit der Kryptotransaktionen als Werkzeug für Händler beworben werden, um Zahlungen schneller abzuwickeln und grenzüberschreitende Geschäfte zu tätigen.
Im Juni 2025 kritisierte Reuters, dass Robinhood tokenisierte Aktien für EU-Kunden eingeführt hatte, wobei Blockchain-Technologien zur Abbildung von Aktien und ETFs genutzt wurden. Zudem hatte Robinhood Kryptoprodukte in der Region angeboten. Diese Entwicklungen deuteten auf einen größeren Trend hin. Große Institutionen bieten Kryptowährungen nicht nur als Anlageprodukt an, sondern entwickeln auch Zahlungs-, Abwicklungs- und Verwahrungssysteme, bei denen Blockchain-Netzwerke als grundlegende Finanzinfrastruktur betrachtet werden.
Regulierung und Verwahrung sind Faktoren, die die institutionelle Umsetzung bestimmen
Bisher stellten regulierte Verwahrung und klare Aufsichtsstrukturen ein erhebliches Hindernis für die institutionelle Akzeptanz von Kryptowährungen dar. Im Jahr 2025 gab es jedoch einige Entwicklungen, die auf eine stärkere Integration in regulierte Finanzstrukturen abzielten.
So positionierte sich BitGo 2025 als institutioneller Dienstleister für Stablecoins, indem das Unternehmen „Stablecoin-as-a-Service” einführte. BitGo bot sich damit als Komplettlösung für die Ausgabe und den Betrieb von Stablecoins inklusive Compliance und operativer Abläufe an. Ein weiterer Schwerpunkt des Unternehmens lag auf der Erweiterung internationaler Lizenzierungsprogramme, beispielsweise durch den Ausbau der Lizenzierung in Dubai durch die Virtual Assets Regulatory Authority (VARA).
In den USA rückten Ende 2025 bundesstaatliche Regulierungsmaßnahmen in den Fokus. So berichtete Reuters, dass das US-amerikanische Office of the Comptroller of the Currency (OCC) die Gründung von National Trust Bank-Strukturen für verschiedene Krypto-Unternehmen, darunter BitGo und andere Marktführer, vorläufig oder bedingt genehmigt hatte. In einem separaten Bericht meldete die AFP, dass BitGo die Genehmigung des OCC für die Umwandlung in eine bundesstaatlich konzessionierte National Trust Bank erhalten habe.
Auch die Kontrolle der Konformität bei Stablecoins verbesserte sich in verschiedenen Jurisdiktionen. Circle hob zudem seine Compliance-Historie in Kanada hervor und erklärte, dass USDC der erste Stablecoin-Emittent war, der die neuen Notierungsanforderungen in Kanada erfüllte, bevor nicht konforme Stablecoins vom Markt genommen wurden. In den USA kündigte Circle Mitte 2025 an, einen Antrag beim OCC einzureichen, und erhielt anschließend eine bedingte Genehmigung für eine nationale Treuhandlizenz. Dies verdeutlichte, dass sich Stablecoin-Emittenten auf eine verstärkte Regulierung einstellen.
Auch die Abwicklung von Stablecoins wurde von Zahlungsnetzwerkbetreibern deutlich näher an den Produktionsbetrieb herangeführt. Im Dezember 2025 kündigte Visa die Einführung der USDC-Abwicklung in den USA durch einige seiner Emittenten- und Acquirer-Partner an und stellte dies als Schritt zur Modernisierung der Abwicklungsprozesse dar. Später berichtete Visa über seine Krypto-Abteilung, dass das Volumen der Stablecoin-Abwicklungen zwar zunehme, im Vergleich zu den jährlichen Visa-Zahlungen aber noch gering sei.
Sollten weitere große Einzelhändler mit ähnlichen Anreizen nachziehen, könnte dies ein Test dafür sein, ob die Akzeptanz von Kryptozahlungen durch Nutzergewohnheiten, Integrationskosten für Händler oder auch durch fehlende Vorteile für Verbraucher an der Kasse gebremst wird. Der Rabatt von Carrefour Express scheint bislang ein lokales Experiment zu sein, das jedoch bereits weltweit diskutiert wird – und das zu einem Zeitpunkt, an dem Banken, Vermögensverwalter, Fintech-Unternehmen und Zahlungsnetzwerke bereits seit Anfang 2025 kryptobezogene Infrastruktur entwickeln.
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