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Glassnode warnt: Unter 71.300 US-Dollar wird es für Bitcoin gefährlich

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Bitcoin ist unter den True Market Mean bei 76.700 US-Dollar und aus seiner seit Ende August bestehenden Handelsspanne gerutscht. Glassnode wertet die bislang geringe Fallhöhe zwar als Zeichen relativer Stärke, warnt jedoch: Neue Nachfrage fehlt und unterhalb der nächstgelegenen Kauforders wird das Orderbuch schnell dünn.

Bitcoin-Kurs verliert doppelte Unterstützung

In der neuen Analyse von Glassnode notierte Bitcoin nahe 76.000 US-Dollar. Der untere Rand der Handelsspanne liegt bei etwa 76.600 US-Dollar und damit nur etwa 100 US-Dollar vom True Market Mean entfernt, dem durchschnittlichen Einstandspreis aktiver Investoren.

Bitcoin ist unter den True Market Mean bei 76.700 US-Dollar gefallen. Bei einem bestätigten Bruch liegt die nächste wichtige Kostenbasis kurzfristiger Halter bei 71.300 US-Dollar. Quelle: Glassnode

Bitcoin verlor diese Zone während der gescheiterten Senatsabstimmung über den CLARITY Act am 15. September und schloss erstmals darunter. Unterschreitungen am 23. August und 10. September erwiesen sich dagegen als Fehlsignale. Glassnode schreibt:

„Die Bitcoin-Handelsspanne hat am unteren Rand nachgegeben, doch der Bruch ist noch nicht bestätigt. Nach einem vergleichsweise flachen Rückgang in einer Woche voller negativer Nachrichten liegt der Kurs rund ein Prozent unter dem True Market Mean von 76.700 US-Dollar. Für die Bullen spricht die Widerstandsfähigkeit; für die Bären, dass die nötige Nachfrage fehlt“, schreibt Glassnode.

Die Realized Cap war bis zum 14. September 27 Tage in Folge gestiegen. Am 15. September verzeichnete Glassnode erstmals seit 28 Tagen einen Kapitalabfluss; auch der unvollständige Folgetageswert war negativ.

Nach 27 Tagen mit steigender Realized Cap verzeichnet Bitcoin erstmals seit 28 Tagen einen Kapitalabfluss. Gleichzeitig verlassen weiterhin Coins die Kryptobörsen. Quelle: Glassnode

US-Spot-ETFs verbuchten vom 8. bis 14. September Nettoabflüsse von rund 334 Millionen US-Dollar, nach fast einer Milliarde US-Dollar an Zuflüssen zu Monatsbeginn. Die Stablecoin-Marktkapitalisierung stagniert bei etwa 301 Milliarden US-Dollar und liegt vier Prozent unter ihrem April-Hoch. Glassnode schlussfolgert:

„Stablecoins bilden die Liquidität für den nächsten Kursschub, doch dieser Pool wächst nicht. Das Kapital in Wartestellung schrumpft zwar nicht mehr, wird aber auch nicht aufgestockt. Für einen Ausbruch braucht der Markt frische Dollar, doch das Angebot hat seit fünf Monaten kein neues Hoch erreicht.“

Die Stablecoin-Marktkapitalisierung stagniert bei rund 301 Milliarden US-Dollar. Das geringe Wachstum liefert Bitcoin bislang nicht genügend neue Liquidität für einen nachhaltigen Ausbruch. Quelle: Glassnode

Auch börsennotierte Unternehmen kauften in den vergangenen drei Monaten netto nur etwa 5.900 $BTC – gegenüber 89.000 $BTC allein im Juli 2025. Ihr durchschnittlicher Einstand liegt bei 80.500 US-Dollar und damit rund sechs Prozent über dem von Glassnode erfassten Spotpreis.

Altcoins reagierten auf die Senatsabstimmung stärker: Der Median der 100 größten Coins verlor rund zwei Prozentpunkte mehr als Bitcoin. Der Anteil der Assets oberhalb ihres 20-Tage-Durchschnitts brach innerhalb einer Sitzung von 56 auf 19 Prozent ein. Da die meisten jedoch über ihrem 50-Tage-Durchschnitt blieben und kaum ein Coin ein 30-Tage-Tief markierte, sieht Glassnode noch keinen bestätigten neuen Abwärtstrend.

Am Optionsmarkt drehte der einwöchige 25-Delta-Skew binnen Stunden zugunsten von Puts. Für den Verfall am 25. September liegt der Max-Pain-Punkt bei 72.000 US-Dollar. Calls bei 85.000 und 90.000 US-Dollar bilden eine potenzielle Kursbarriere.

Unter 71.300 US-Dollar wird das Orderbuch dünn

Fast zwei Drittel der Kauforders, die innerhalb von 20 Prozent unterhalb des Kurses liegen, konzentrieren sich derzeit auf den Bereich von ein bis zehn Prozent unter dem Spotpreis. Diese nahen Gebote reichen laut Glassnode bis etwa 68.000 US-Dollar. Darunter bleibt das Orderbuch laut Glassnode bis ungefähr 61.000 US-Dollar dünn.

Rund 64 Prozent der Bitcoin-Kauforders liegen ein bis zehn Prozent unter dem Spotpreis. In größerer Entfernung zum Kurs ist das Orderbuch dünner als im Jahr 2025. Quelle: Glassnode

Die erste zentrale Auffangzone liegt bei 71.300 US-Dollar, der Kostenbasis kurzfristiger Halter. Werden auch die nahe am Kurs liegenden Kauforders absorbiert, rückt der Onchain-Support zwischen 62.000 und 65.000 US-Dollar in den Fokus.

Ein Tagesschlusskurs zurück über 76.700 US-Dollar und erneut steigende Realized-Cap-Zuflüsse würden dagegen die bullischen Aussichten wiederherstellen. Zum Redaktionszeitpunkt lag der $BTC-Kurs knapp unter dem wichtigen Widerstand bei etwa 76.500.