Strategy kauft mehr Bitcoin als die ETFs
Seit den Tiefständen im Februar konnte Bitcoin rund 20 % zulegen. Ein wichtiger Treiber sind weiterhin die Spot Bitcoin ETFs, in die seit dem 1. März rund 3,8 Milliarden US-Dollar geflossen sind. Das zeigt, dass institutionelles Kapital wieder stärker in den Markt kommt und Bitcoin nicht nur von kurzfristiger Spekulation getragen wird. Noch größer war zuletzt jedoch der Einfluss von Strategy. Das Unternehmen von Michael Saylor hat in den vergangenen acht Wochen Bitcoin im Wert von rund 7,2 Milliarden US-Dollar gekauft und damit deutlich mehr Nachfrage erzeugt als die ETFs im selben Zeitraum.
Strategy sammelt Kapital ein und verwendet dieses Kapital anschließend für Bitcoin Käufe. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Nachfrageblock, der das verfügbare Angebot am Markt reduziert. In einem Markt, in dem viele Bitcoin langfristig gehalten werden und nicht aktiv auf Börsen liegen, können solche Käufe den Kurs spürbar stützen.
No buys this week. Back to work next week. $BTC pic.twitter.com/lqliYZPAf4
— Michael Saylor (@saylor) May 3, 2026
Wie Strategy die Käufe finanziert
Die Finanzierung läuft vor allem über STRC. Dabei handelt es sich um ein hybrides Finanzinstrument, das Eigenschaften von Anleihen und Aktien kombiniert. Anleger erhalten eine laufende Ausschüttung, während Strategy Kapital einsammelt, ohne einfach nur klassische neue Schulden aufzunehmen. Der Kurs dieses Instruments soll möglichst stabil bei 100 US-Dollar gehalten werden. Dafür wird die Dividendenrendite flexibel angepasst. Aktuell liegt sie bei rund 11,5 % pro Jahr und damit deutlich über typischen Dividendenwerten wie z.B. Telekom, Münchener Rück oder BMW, die meist im Bereich von 3 bis 6 % liegen.
Das macht STRC vor allem für institutionelle Anleger interessant, besonders wenn Renditen am Hochzinsmarkt sinken. Für Strategy entsteht dadurch eine Möglichkeit, neues Kapital aufzunehmen und dieses direkt in Bitcoin zu investieren. Kritiker sehen darin ein riskantes Modell, weil es stark davon abhängt, dass Bitcoin langfristig stabil bleibt oder weiter steigt. Matt Hougan von Bitwise verweist jedoch auf die Bilanz. Strategy hält Bitcoin im Wert von rund 63 Milliarden US-Dollar, während Verpflichtungen von rund 21 Milliarden US-Dollar gegenüberstehen. Damit bleibt ein Puffer von etwa 41 Milliarden US-Dollar für Stammaktionäre.
Wie riskant das Modell wirklich ist
Das Risiko liegt vor allem in der weiteren Bitcoin Entwicklung. Solange Bitcoin stabil bleibt oder weiter steigt, funktioniert das Modell deutlich einfacher. Bei stagnierenden Kursen könnte Strategy die Dividenden theoretisch noch sehr lange bedienen. Sollte Bitcoin langfristig um etwa 20 % pro Jahr steigen, wäre die Finanzierung sogar dauerhaft tragfähig. Gleichzeitig kann das Unternehmen Dividenden unter bestimmten Bedingungen aussetzen, auch wenn die Verpflichtungen weiter verzinst werden.
Wichtig wird deshalb das Verhältnis der gesamten Verpflichtungen zu den Bitcoin Beständen. Laut Hougan dürften Investoren erst kritischer werden, wenn diese Quote in Richtung 50 % steigt. Bei aktuellen Kursen hätte Strategy damit noch Spielraum für weitere STRC Emissionen im Bereich von 10 bis 15 Milliarden US-Dollar.
Für Bitcoin bedeutet das: Sollte dieses Kapital tatsächlich eingesammelt und erneut in $BTC investiert werden, könnte Strategy auch in den kommenden Wochen ein wichtiger Nachfragefaktor bleiben. Die Rallye hängt damit nicht nur an ETFs, sondern auch stark daran, wie lange dieses Modell weiter Kapital anzieht.
ACHTUNG: Krypto-Steuern, Krisen & Aktien: So verhaltet ihr euch jetzt richtig!