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Bitcoin: Fragwürdiger Ausbruch – doch der Boden könnte bereits drin sein

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Der Bitcoin-Kurs konnte mit dem jüngsten Wochenschluss wichtige charttechnische Fortschritte machen, indem das Bullmarket-Supportband als Widerstand erfolgreich überwunden werden konnte.

Bildquelle: TradingView.com

Schützenhilfe haben die ETF-Märkte gegeben, die nach einigen Tagen der Abflüsse zum Ende der letzten Woche erneut massive Zuflüsse von über 600 Millionen Dollar erfahren haben. Der Bitcoin-Kurs konnte zwischenzeitlich sogar die runde Marke von 80.000 Dollar überwinden und wirft damit die Frage auf, ob der Bärenmarkt sich bereits seinem Ende nähert.

Noch nicht in sicherem Fahrwasser

Während vergangener Bärenmärkte ist es durchaus üblich gewesen, dass der Bitcoin-Kurs sein Bullmarket-Supportband zwischenzeitlich überwinden konnte, strukturell jedoch trotzdem in einem Abwärtstrend verblieben war. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über den 200-Tage-Trend war in der Vergangenheit ein klares Signal dafür, dass dem Kurs ein Trendwechsel zurück in bullisches Territorium gelungen ist.

Aktuell bewegt sich der 200-Tage-Trend auf einem Niveau von etwa 83.500 Dollar und ist damit noch ein gutes Stück entfernt vom derzeitigen Bitcoin-Kursniveau. Solange dieser Widerstand nicht überwunden werden kann, spricht charttechnisch vieles dafür, dass es sich bei dem aktuellen Aufwärtstrend um eine Bärenmarktrally handelt.

Wurde der Bärenmarkt-Boden bereits geformt?

Der Bitcoin-Kurs kann bisher zwar noch keinen nachhaltigen Übergang zurück in den nächsten Bullenmarkt bestätigen, doch am Markt wird zunehmend die Frage diskutiert, ob zumindest der Boden in diesem Zyklus um das Niveau von 65.000 Dollar bereits erreicht werden konnte.

Nachdem der Kurs im Verlaufe des Februars bei den Tiefstwerten von 60.000 und 62.500 Dollar den langfristigen Aufwärtstrend seit dem Bärenmarkt-Boden aus dem Jahr 2018 zweimal als klaren Support bestätigen konnte, hat sich auf Wochensicht die Marke von 65.000 Dollar im Zeitraum zwischen Anfang Februar und Ende März als möglicher Zyklus-Boden etabliert.

Hauptargument dafür ist das durch den institutionellen Einstieg veränderte Marktumfeld für Bitcoin. Seit dem Handelsstart der Bitcoin-ETFs an der Wallstreet Anfang 2024 ist die Volatilität insgesamt zurückgegangen. Während frühere Zyklen maßgeblich von Retail-Investoren bestimmt wurden, die teils emotional getrieben sind, zeichnet sich der aktuelle Zyklus durch institutioneller Marktteilnehmer aus, die wesentlich strukturierter investieren.

Auffällig ist, dass um die Marke von 65.000 Dollar der Realized Price für die älteren Kohorten der ETF-Käufer erreicht worden ist. Der Realized Price für Bitcoin-Halter, die ihre Bestände seit mindestens 18 Monaten bis hin zu zwei Jahren halten, notiert auf diesem Niveau und symbolisiert die durchschnittlichen Anschaffungspreise dieser Kohorte.

Das sendet ein klares Signal: Die meisten ETF-Investoren haben beim Test ihres Einstiegspreises nicht verkauft, sondern um diesen Bereich hat sich eine stabile Nachfragezone gebildet. Seit Anfang März verzeichnen die ETFs wieder wachsende Zuflüsse. Das spricht für langfristiges Vertrauen in das Asset und stellt zugleich eine Besonderheit in diesem Zyklus dar: Erstmalig gibt es eine klar messbare institutionelle Kostenbasis als Unterstützung.

Was bedeutet das für Bitcoin?

Aktuell spricht sowohl charttechnisch als auch fundamental gesehen noch zu wenig dafür, um bereits von einem Ausbruch in einen neuen langfristigen Aufwärtstrend für Bitcoin zu sprechen. Allerdings liegen durchaus einige Argumente vor, die zumindest dafür sprechen, dass Um den Bereich von 60.000 Dollar bereits der Boden in diesem Zyklus gefunden werden konnte, untermauert durch das Kaufverhalten institutioneller Investoren, die diesen Zyklus bisher stark prägen. Daher könnte diese Zone bei einem weiteren Rücksetzer erneut als entscheidender Support auftreten.

Die wichtigsten makroökonomischen Faktoren, die über den weiteren Verlauf des Zyklus entscheiden, liegen in der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung, der US-Geldpolitik und der geopolitischen Lage.

Wirtschaftlich zeigen sich die USA als relevantester Wirtschaftsraum für die Finanzmärkte weiterhin robust. Die Wachstumszahlen signalisieren Chancen für einen langfristig aufstrebenden Wirtschaftszyklus, trotz höherer Öl-Preise, hohen Zinsen und Inflationsentwicklung. Die KI-Disruption bleibt vorerst der größte Motor für die US-Wirtschaft. Geldpolitisch erwartet uns im Mai durch den Amtsantritt von Kevin Warsh als neuen Fed-Vorsitzenden der Beginn einer neuen Ära. Hier liegen noch einige Unklarheiten vor, da Warsh erst beginnt, seine geldpolitische Agenda im Detail vorzustellen. Die aktuell größte Variable für die Märkte bleibt der Iran-Krieg und damit einhergehend die Öl-Preisentwicklung.