Bitcoin hat am 17. April erstmals seit Anfang Februar wieder die Marke von 78.000 Dollar überschritten. Für Arthur Hayes ist das jedoch kein Signal für eine nachhaltige Trendwende. Der ehemalige BitMEX-CEO spricht vielmehr von einer klassischen „Relief Rally“, also einer kurzfristigen Erholungsbewegung innerhalb eines weiterhin seitwärts gerichteten Marktes.
Hayes erwartet, dass sich Bitcoin vorerst in einer Spanne zwischen 60.000 und 90.000 Dollar bewegt. Ein nachhaltiger Ausbruch nach oben sei erst dann wahrscheinlich, wenn es zu einer deutlichen Ausweitung der globalen Geldmenge kommt – insbesondere durch die US-Notenbank Federal Reserve.
Nach seiner Einschätzung hängt die weitere Kursentwicklung weniger von Zinsen oder geopolitischen Entwicklungen ab, sondern primär von der Liquidität im Finanzsystem. Solange die Zentralbanken ihre Geldpolitik nicht deutlich lockern, bleibe das Aufwärtspotenzial begrenzt.
Hayes nennt zwei mögliche Szenarien, die eine expansive Geldpolitik erzwingen könnten: Zum einen eine Verschlechterung der Konsumkredite infolge von Jobverlusten durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Zum anderen stark steigende Staatsausgaben, etwa im Zuge militärischer Konflikte, die ohne zusätzliche Geldschöpfung nicht mehr vom Markt absorbiert werden können.
Unabhängig davon bleibt Bitcoin für Hayes das Asset mit der höchsten Überzeugung. Der Großteil seines Vermögens sei weiterhin in der Kryptowährung investiert. Entscheidend sei aktuell nicht der Bitcoin-Kurs selbst, sondern vor allem die Entwicklung der Fed-Bilanz als Indikator für die globale Liquidität.