Der Bitcoin-Preis notiert knapp unter der Marke von $70,000, obwohl US-Präsident Donald Trump einen Sieg im Konflikt mit dem Iran verkündet hat.
Am 12. März beschrieb Trump den Krieg als kurzfristige Unternehmung, die ihre Hauptziele innerhalb der ersten Stunde erreicht habe.
Er behauptete, dass etwa 80% der iranischen Raketenwerfer und ein großer Teil seiner Seestreitkräfte neutralisiert worden seien.
Er erklärte, die USA hätten den Konflikt mit Iran effektiv gewonnen, was ein mögliches Ende des 10-tägigen Militäreinsatzes namens Operation Epic Fury signalisieren würde.
Bitcoin reagierte jedoch kaum auf die Meldung und notierte weiterhin unter der kritischen psychologischen Marke von $70,000, da es noch Anzeichen gibt, die darauf hindeuten, dass der Kurs weiter fallen könnte.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde Bitcoin zu $69,740 gehandelt, ein Plus von 0.1% in den letzten 24 Stunden.
Geopolitische und makroökonomische Belastungen
Erstens deutete Iran kürzlich an, seine Vergeltungsstrategie im Nahen Osten von wechselseitigen Treffern auf kontinuierliche Angriffe gegen die Interessen seiner Gegner umzustellen, was es als notwendig bezeichnete, um Aggression zu bestrafen.
Außerdem kündigte es an, weiterhin wichtige Seewege zu blockieren.
Analysten schätzen, dass Iran die Energiepreise nach oben treibt, was zuletzt Gegenwind für Bitcoin und andere Risikoanlagen erzeugt hat.
Sie befürchten zudem höhere Inflation weltweit, mit den stärksten Auswirkungen in den USA, die weiterhin empfindlich auf Energiepreisschocks reagieren.
Zinserwartungen
Hinzu kommt die Wirkung jüngster Konjunkturdaten.
Die US-Kern-CPI-Daten für Februar, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass die Federal Reserve die Zinssätze möglicherweise für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen Niveau halten könnte.
Wenn die Spannungen zwischen den beiden Nationen trotz Trumps Erklärung anhalten – zumal Iran die Aussage des Präsidenten nicht eingeräumt oder akzeptiert hat – könnte die Marktvolatilität anhalten.
Laut CME FedWatch-Daten besteht eine 99.3%ige Wahrscheinlichkeit, dass die Zinssätze unverändert bleiben; der aktuelle Zielbereich liegt bei 3.50% bis 3.75%.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im April lag beim Verfassen dieses Artikels dagegen nur bei 10.9%, deutlich gesunken von zuvor 21%.
Eine zusätzliche Unsicherheitsquelle ist, dass die jüngste Marktrally nicht das Risiko einer langanhaltenden Energiekrise berücksichtigt hat, die das Anlegervertrauen erschüttert hat.
Außerdem ist da noch die Realität des Anleihemarktes.
Die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen sind weiter gestiegen, da die Anleihemärkte ein restriktiveres fiskalpolitisches Umfeld einpreisen.
Diese Renditen sind jüngst deutlich angestiegen, was die Nachfrage nach spekulativen Anlagen weiter dämpft.
Technischer Ausblick für Bitcoin
Schließlich bleiben die technischen Indikatoren von Bitcoin derzeit schwach, zumal die Leit-Krypto wiederholt daran gescheitert ist, einen Ausbruch über $70,000 nachhaltig zu halten.
Wie bereits auf Invezz berichtet, müsste der Bitcoin-Preis über $72,000 steigen, um ein Death Cross zu negieren, das Händler und technische Analysten in Alarmbereitschaft versetzt.
Unterdessen ist das Open Interest von Bitcoin in den letzten Sitzungen ebenfalls kontinuierlich zurückgegangen, was zeigt, dass die spekulative Überzeugung nachlässt.
Solange Bitcoin nicht entschlossen die Marke von $70,000 zurückerobert und anschließend die darüber liegenden Widerstandsbereiche durchbricht, bleibt das Risiko weiterer Verluste bestehen, insbesondere falls sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen verschlechtern.
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