Der Bitcoin-Dienstleister Ledn hat 188 Millionen US-Dollar an Bitcoin-besicherten Krediten als Anleihen verpackt. Das ist der erste Deal seiner Art. Der Markt für „Bitcoin-backed Securities“ gewinnt an Relevanz – auch in Europa, wie die Kooperation von Firefish mit der „London Stock Exchange Group (LSEG)“ zeigt.
Ledn mit erstem Bitcoin-Anleihe-Deal
Ledn verpackte insgesamt 5.441 Bitcoin-Kredite in zwei verschiedene Anleihen, um sie an Investoren weiterzugeben. Bei der einen handelt es sich um ein „Investment-Grade-Produkt“, bei dem der effektive Zinssatz 335 Basispunkte über dem „Benchmarkzins“ liegt.
Das „Investment-Grade-Produkt“ mit einem Volumen in Höhe von 160 Millionen US-Dollar hat von Standard & Poor's am 9. Februar das vorläufige Rating BBB– erhalten. Die andere Anleihe mit einer Rendite von mehr als 600 Basispunkten über dem „risikofreien Zins“ fällt mit B– in die Kategorie sogenannter „Junk-Bonds“.
Nachdem die Platzierung der Anleihen am 18. Februar mithilfe des bekannten Brokerhauses Jefferies abgeschlossen wurde, gibt es nun erstmals „Asset-Backed Securities (ABS)“, die mit Bitcoin besichert sind – und zwar mit insgesamt 4.078,87 $BTC. Der gewichtete Zins der Kredite liegt bei 11,8 %.
Als der Bitcoin-Kurs in den vergangenen Monaten deutlich einbrach, wurde jedoch rund ein Viertel der für die Anleiheemission vorgesehenen Kredite liquidiert, wie das Wall Street Journal am 10. Februar unter Bezugnahme auf eine mit der Thematik vertraute Person berichtete.
Laut dem Insider änderte sich dadurch die Zusammensetzung der Anleihen. Initial waren 199 Millionen US-Dollar an Bitcoin-Krediten und 1 Million US-Dollar an Cash geplant. Danach seien es nur 150 Millionen US-Dollar in Bitcoin-Krediten und 50 Millionen US-Dollar in Cash gewesen, doch Ledn vergab seither wieder neue Kredite.
Ein neuer Markt entsteht
Individuelle Kredite für Anleihen zusammenzulegen, ist eine altbekannte Praxis, um diese für Investoren zugänglich zu machen, bei gleichzeitiger Risikoreduktion durch Streuung. So handelt es sich bei den bekannten „Mortgage-Backed Securities“, die sogar Zentralbanken halten, beispielsweise um gebündelte Immobilienkredite, die in Multibillionenvolumen im Umlauf sind.
Bei Bitcoin hingegen gab es bis zum Deal von Ledn noch keinen wirklichen Markt für ABS – abgesehen von Anleihen oder Vorzugsaktien, die von sogenannten „Bitcoin Treasury Companies“ emittiert werden. Doch Produkte wie STRC von Strategy sind rechtlich gesehen nicht mit Bitcoin besichert. Demnach sind diese eine Wette auf die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens, das pleitegehen kann, auch wenn Bitcoin steigt.
Bitcoin-besicherte Kredite geben dem Geldgeber letztlich die Sicherheit, dass er im „Worst Case“ die hinterlegten $BTC respektive die Verkaufserlöse erhält, sobald die Coins den Betrag nicht mehr absichern, wie ausgemacht. Und da die $BTC in aller Regel während der Laufzeit von einer Drittpartei oder in einem Smart-Contract verwahrt werden, ist das Risiko eines Totalausfalls äußerst gering.
Bitcoin eignet sich aufgrund der hohen Liquidität sowie der 24/7-Verfügbarkeit durchaus als Kollateral. Doch für eine weitere Verbreitung des Marktes sowie bessere Kreditkonditionen ist es unerlässlich, dass Großinvestoren die Vorteile auch erkennen und erste Schritte als Geldgeber wagen.
Ledn ist ein Anbieter von Bitcoin-besicherten Krediten, der für deutsche Bürger derzeit nicht zugänglich ist. Auf der Plattform liegt der gewichtete Zinssatz aktuell bei 11,9 %. Die Kredite sind zur Ausgabe mit dem doppelten Bitcoin-Wert kollateralisiert, während die Laufzeit aktuell nur 1 Jahr beträgt.
Sollte sich ein Markt für mit Bitcoin besicherte, gebündelte Anleihen weiterentwickeln beziehungsweise „Fixed-Income-Investoren“ großes Interesse daran entwickeln, so ist davon auszugehen, dass die Zinsen weiter rückläufig sein werden.
Der Markt wächst und gewinnt an Bedeutung. Sogar die Großbank JPMorgan, deren CEO Jamie Dimon vor wenigen Jahren noch Bitcoin als Betrug bezeichnete, arbeitet momentan daran, Bitcoin als Kollateral zu akzeptieren.
Das Unternehmen Firefish, das die führende Plattform für Bitcoin-besicherte Kredite in der EU bereitstellt, liefert überdies jetzt die eigenen Daten über die Analyseplattform „Workspace“ der London Stock Exchange Group (LSEG). Damit werden die Firefish-Zinsen für mehr als 400.000 Finanzexperten zugänglich.
Im Gegensatz zu Ledn können bei Firefish Bitcoin-besicherte Kredite auch über längere Laufzeiten aufgenommen werden. Bei 12-Monats-Krediten liegt der Zinssatz aktuell unter 10 % – Tendenz fallend.
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