- Hayes sieht Japan als möglichen Auslöser für neue Liquidität, wenn Yen-Schwäche und JGB-Stress die Notenbanken zum Eingreifen zwingen.
- Für Bitcoin wird es erst bullisch, wenn die Fed-Bilanz sichtbar wächst, insbesondere über steigende „Foreign Currency Denominated Assets“.
BitMEX-Gründer Arthur Hayes sieht den nächsten Bitcoin-Impuls in Japan entstehen, genauer: im Yen und im JGB-Markt. In seinem aktuellen Essay „Whoomp“ vom 28. Januar argumentiert Hayes: Ein schwacher Yen plus fallende JGBs würden die Lage so zuspitzen, dass geldpolitische Gegenwehr kaum zu vermeiden wäre. Hayes’ These ist simpel: Ohne neues Liquiditätsnarrativ kommt Bitcoin aus der aktuellen Range zwischen 84,000 US-Dollar und 94,000 US-Dollar nicht raus.
„Die Finanzmärkte machten ‘Woomph’, als der Yen schwächer wurde und die JGB-Preise kollabierten. […] Viele Makrokommentatoren, die klüger sind als ich, erklärten, Japan werde das Streichholz sein, das das dreckige Fiat-System in Brand setzt. […] Wird ein Meltdown der Yen- und JGB-Märkte irgendeine Form von Gelddrucken durch die BoJ oder die Fed auslösen? Die Antwort ist ja.“
Hayes beschreibt als Auslöser, dass japanische Behörden „die Kontrolle über das lange Ende der Renditekurve“ verloren hätten: Der Yen falle gegenüber dem Dollar, während zugleich die JGB-Renditen stiegen. Für Hayes ist das ein Vertrauensbruch: Der Yen fällt, während die Renditen steigen – und beides verstärkt Japans Inflations- und Refinanzierungsstress. Zusätzlich verweist er auf potenziell wachsende Verluste bei der Bank of Japan, da sie der größte JGB-Halter sei.
Aus US-Sicht lautet das Risiko: Stress in Japan kann über Staatsanleihen rüberschwappen. Japanische Investoren gehören zu den größten Haltern von US-Staatsanleihen; insgesamt beziffert er Japans Auslandsvermögensportfolio auf 2,4 Billionen US-Dollar, „mit einem Großteil in Treasuries“. Steigende JGB-Renditen könnten Kapital nach Japan zurückziehen und Treasuries zu einem relevanten Verkaufsdruckfaktor machen.
Kern des Trades ist für Hayes eine US-Intervention: New York Fed schafft Dollar-Reserven, tauscht sie in Yen und parkt das in JGBs. „Dadurch würde der Yen aufwerten und JGB-Renditen könnten fallen, während die Fed „Währungs- und Zinsrisiko“ auf ihre Bilanz nimmt. Hayes benennt als sichtbares Bilanzsignal den Posten „Foreign Currency Denominated Assets“, der im Zuge solcher Käufe wachsen würde.
Juristisch verankert er das beim Exchange Stabilization Fund (ESF), operativ über die New York Fed. Laut Hayes könne das Finanzministerium im FX-Markt intervenieren, brauche aber Hilfe von der Fed, weil es selbst „kein Geld drucken“ könne.
Einen ersten Fingerzeig sieht Hayes in einer Meldung vom vergangenen Freitag: Die NY Fed habe bei mehreren Primary Dealern Preise abgefragt. Für Ihn ist das ein gewolltes Zeichen für die Finanzmärkte. Konkret nennt er den 23. Januar 2026: Die BoJ habe die Zinsen unverändert gelassen, „obwohl sie sich nach allen Maßstäben hätte erhöhen sollen, um die Währung und den Anleihemarkt zu verteidigen“.
Was das für Bitcoin bedeutet
Für Bitcoin wird dies insofern relevant, dass eine Bilanzexpansion bei der US-Notenbank für mehr Liquidität an den Finanzmärkten sorgt. „Bitcoin und hochwertige Shitcoins werden in Fiat-Begriffen mechanisch nach oben schweben, wenn die Menge an Papiergeld steigt“, schreibt er. Gleichzeitig warnt er: Ein schnell stärker werdender Yen stehe häufig für „Risk-off“, weil Yen-finanzierte Trades abgebaut werden.
Seine Schlussfolgerung ist deshalb: Erst wenn der Fed-Posten „Foreign Currency Denominated Assets“ steige, wolle er das Risiko erhöhen und Bitcoin-Exposures ausbauen. Er erwähnt, bereits aus gehebelten Bitcoin-Proxies wie Strategy (MSTR) und Metaplanet ausgestoppt worden zu sein und diese bei Bestätigung wieder aufzunehmen. Parallel führt er aus, dass sein Fonds Maelstrom weiter Zcash (ZEC) aufstocke und bei bestätigter Fed-Bilanzausweitung auch bestehende DeFi-Positionen (ENA, ETHFI, PENDLE, LDO) erhöhen würde.
Entscheidend für Hayes’ Szenario ist das Tempo: Eine graduelle Yen-Aufwertung könne Stabilität schaffen, während eine schnelle Bewegung zu Chaos führen würde. Ob Bitcoin den erhofften Impuls bekommt, hängt also davon ab, ob Japan erneut „Woomph“ macht und die Fed-Bilanz sichtbar mit reagiert.
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