Das Wichtigste in Kürze:
-
Gold notiert über 5.000 US-Dollar und erreicht 2026 nahezu täglich neue Allzeithochs.
-
Geopolitische Spannungen und politische Unsicherheiten in den USA treiben die Nachfrage nach sicheren Anlagen.
-
Zentralbanken kauften seit 2022 jährlich über 1.000 Tonnen Gold und bleiben ein stabiler Nachfragefaktor.
-
Ein schwacher US-Dollar sowie erwartete Zinssenkungen der US-Notenbank wirken zusätzlich preistreibend.
-
Stablecoin-Emittenten wie Tether bauen ihre Goldreserven aus und erhöhen die strukturelle Nachfrage nach physischem Gold.
Gold setzt seine starke Bewegung der letzten Monate fort. Fast täglich entstehen neue Allzeithochs, zuletzt wurde auch die Marke von 5.000 US-Dollar überschritten. Währenddessen läuft Bitcoin seit geraumer Zeit seitwärts. Kapitalströme verschieben sich, der Blick vieler Marktteilnehmer wandert wieder stärker in Richtung Edelmetalle. Die große Frage dreht sich weniger um das „Ob“, sondern um das „Wie weit“,so dder Experte Manuel vom Kanal "rundumbitcoin".
Ein abrupter Einbruch zeichnet sich aktuell nicht ab. Mehrere Faktoren wirken gleichzeitig und halten die Dynamik hoch. Geopolitische Spannungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Die politische Linie der USA sorgt regelmäßig für Unruhe an den Märkten. Militärische Drohungen, neue Zölle oder kurzfristige Richtungswechsel reichen oft aus, um Risikoassets unter Druck zu setzen. Gold profitiert davon als klassischer Schutzmechanismus, gerade in Phasen erhöhter Unsicherheit.
Käufe bleiben stabil
Ein weiterer Treiber bleibt die Nachfrage der Zentralbanken. Seit 2022 lagen die jährlichen Käufe konstant über 1.000 Tonnen. Auch wenn die Daten für das letzte Quartal 2025 noch fehlen, zeigt der langfristige Trend klar nach oben. Selbst ein etwas geringeres Tempo würde am strukturellen Bild wenig ändern. Die Bestände wurden in den letzten Jahren massiv ausgeweitet und dienen vielen Staaten als Absicherung gegen geopolitische und währungspolitische Risiken.
Parallel dazu steigt das Interesse privater Investoren. Nach dem Überschreiten runder Marken nimmt die mediale Aufmerksamkeit spürbar zu. Das war bereits bei 4.000 US-Dollar zu beobachten und wiederholt sich nun. Zuflüsse in den größten physisch besicherten Gold-ETF ziehen an, seit Jahresbeginn 2026 überwiegend mit positiven Tageswerten. Dazu kommt die physische Nachfrage nach Münzen und Barren, die sich in unsicheren Zeiten ebenfalls verstärkt.
Seit Beginn des Jahres 2026 legte Gold bereits über 17 Prozent zu. Auf Sicht von zehn Jahren summiert sich das Plus auf mehr als 350 Prozent. Diese Entwicklung kam nicht aus dem Nichts. Gold hatte zuvor lange Phasen mit schwacher Performance erlebt. Die aktuelle Bewegung wird von makroökonomischen Daten gestützt, nicht von kurzfristiger Euphorie.
Einfluss des US-Dollar
Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist die Entwicklung des US-Dollar. Gegenüber vielen Währungen zeigt sich eine anhaltende Schwäche. Für Investoren außerhalb der USA wird Gold dadurch günstiger. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an mehrere Zinssenkungen der US-Notenbank im laufenden Jahr. Ein Wechsel an der Fed-Spitze im Frühjahr verstärkt diese Annahmen zusätzlich.
JUST IN: 🇺🇸 President Trump says interest rates will come down after Federal Reserve Chair Jerome Powell is replaced. pic.twitter.com/DvoJ9l6aM9
— Watcher.Guru (@WatcherGuru) January 27, 2026
Hinzu kommt ein Faktor aus dem Kryptosektor. Das rapide Wachstum von Stablecoins erhöht die Nachfrage nach Reserven. Große Emittenten müssen ihre Token mit realen Werten absichern. Neben Bargeld und Staatsanleihen spielt Gold dabei eine wachsende Rolle. Allein Tether hält mittlerweile über 116 Tonnen Gold. Damit bewegt sich ein einzelnes Unternehmen in einer Größenordnung, die früher fast ausschließlich Zentralbanken vorbehalten war.
Kurzfristige Rücksetzer bleiben möglich. Märkte bewegen sich nie linear. Ein Bereich zwischen 4.500 und 4.300 US-Dollar wäre rechnerisch denkbar, würde aber an der Gesamtlage wenig ändern. Mit dem Bruch der 5.000er-Marke steigt eher die Wahrscheinlichkeit weiterer Ausdehnungen nach oben. Marken um 6.000 US-Dollar im weiteren Jahresverlauf gelten inzwischen nicht mehr als unrealistisch.
Parallel zur Gold-Rally bleibt auch der Blick auf Bitcoin relevant. Historisch zeigte sich immer wieder, dass Phasen starker Kapitalzuflüsse in sichere Häfen zeitversetzt Auswirkungen auf den Kryptomarkt hatten. Während Gold in der aktuellen Lage direkt von Unsicherheit profitiert, reagiert Bitcoin oft verzögert. Erst wenn politische Risiken abflachen oder geldpolitische Lockerungen greifbar werden, verschieben sich Kapitalströme zurück in riskantere Anlageklassen. In früheren Zyklen hatte Gold solche Bewegungen mehrfach vorweggenommen. Eine anhaltende Stärke des Edelmetalls könnte daher mittelfristig als Frühindikator dienen, bevor auch Bitcoin wieder Dynamik entwickelt.
crypto-news-flash.com
de.beincrypto.com