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Bitcoin bei 88.000 US-Dollar – Krypto ETFs erleben massive Kapitalabflüsse

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Bitcoin ist auf Preise um 88.000 US-Dollar zurückgefallen, bei Ethereum ging es bis runter bis auf Niveaus um 2.900 US-Dollar. Krypto ETFs haben in der Vorwoche so viel Kapital abgegeben wie zuletzt im November. Was tut sich?

Zarte Aufwärtstrends an den Kryptomärkten von Mitte des Monats haben sich nicht bestätigt, Bitcoin findet sich mit einem Wochenminus von 3 Prozent bei rund 88.000 US-Dollar wieder. Ethereum rutschte über die letzten sieben Tage gar 6 Prozent ins Minus und notiert aktuell um 2.900 US-Dollar. Ein Grund für den Negativtrend sind Bitcoin ETFs und verwandte Finanzprodukte, die auch bei Ethereum die Richtung vorgeben. CoinShares misst die Kapitalflüsse für solche börsengehandelten Krypto Finanzprodukte weltweit und hält in seinem jüngsten Wochenbericht Details bereit.

Bitcoin ETFs in den USA bröckeln, auch Ethereum ETFs verlieren Kapital

Demnach haben Bitcoin ETFs und vergleichbare Krypto Anlageprodukte in der vergangenen Woche global Kapitalabflüsse von 1,7 Milliarden US-Dollar hinnehmen müssen, so viel seit Mitte November nicht mehr. Mit Minus 1,09 Milliarden US-Dollar war Bitcoin hier der große Verlierer, Ethereum ETFs und ihre Verwandten verloren 630 Millionen US-Dollar Kapital. Auffällige Zuflüsse konnte in der Vorwoche nur Solana mit Plus 17,1 Millionen US-Dollar verbuchen, von denen knapp 10 Millionen auf die SOL ETFs in den USA entfielen. Regional betrachtet treten die Kapitalabflüsse geballt in den USA auf, lediglich in Kanada, Deutschland und der Schweiz konnten Bitcoin, Ethereum und Co. durch Investmentprodukte niedrige zweistellige Millionensummen an Zuflüssen verzeichnen.

Die CoinShares Analysten sehen drei Ursachen für die derzeitige Situation:

1. Auch wenn US-Präsident Donald Trump auf Zinssenkungen pocht und dabei sogar die Unabhängigkeit der Notenbank Fed infrage stellt – kurz vor dem morgigen Treffen (28. Januar) der Währungshüter sind sich Marktteilnehmer zu 97 Prozent einig darüber, dass die Fed den US-Leitzins unverändert lässt, wie CME Fed Watch zeigt. Senkungen des Leitzinses kommen üblicherweise Anlageklassen wie Bitcoin und Ethereum zugute, die bei niedrigem Festzins höhere Renditechancen verkörpern. Doch ein solches Szenario ist kurzfristig nicht in Sicht.

2. Die nun schon seit Mitte Januar fallende Bitcoin Preiskurve verleitet Investoren dazu, ihre Krypto Portfolios zu ordnen. Hier ist neben Bitcoin Ethereum stark betroffen, keine andere Kryptowährung kommt auch nur annähernd auf so viel geparktes Kapital in ETFs und deren Kopien.

3. CoinShares spricht von einem Ausbleiben sogenannten „debasement trade“ bei Bitcoin und Co., gemeint sind bestimmte Investmentstrategien. Denn wenn wie in den USA Angst um sich greift, dass die Notenbank sich in ihrer Geldpolitik verrennt, sehen Anleger typischerweise Gold, Silber, Immobilien und auch Bitcoin als Schutz vor der Entwertung des Dollars. Silber und Gold stellen seit Monaten fast tagtäglich neue Rekordpreise auf, Bitcoin aber ist seit Mitte November unter 100.000 US-Dollar gefangen. Es wird also Kapital in Bewegung gebracht, doch Bitcoin kann seinen Ruf als „digitales Gold“ genauso wenig verteidigen wie das „digitale Silber“ Ethereum.

Fazit: Shutdown in den USA könnte auch Bitcoin und Ethereum weh tun

Im CoinShares-Report ist der brutale Einsatz von ICE-Beamten gegen mutmaßlich illegale Einwanderer noch nicht berücksichtigt, bei dem am Samstag ein US-Bürger starb. Die oppositionellen Demokraten überlegen, aus Protest einen Shutdown zu provozieren. Falls bis Monatsende kein Kompromiss gefunden wird, müsste Trump wie schon Ende 2025 ein Land auf Sparflamme führen und hunderttausende Beamte in den Zwangsurlaub schicken. Im letzten Jahr hatte der Shutdown in den USA negative Auswirkungen auf die Bitcoin Preiskurve und eine Wiederholung droht. Auch Ethereum und andere populäre Altcoins wie Solana sind nicht immun vor solchen Effekten. Gut möglich also, dass die von Bitcoin angeführten Kryptomärkte unter negativen Vorzeichen in den Februar starten.