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26 % der Institutionen erwarten Bärenmarkt für Bitcoin – was jetzt für Anleger wichtig ist

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Eine neue Umfrage von Coinbase Institutional und Glassnode zeigt, dass etwa ein Viertel der institutionellen und nicht-institutionellen Anleger die aktuelle Situation für Bitcoin und Krypto als Bärenmarkt einschätzen.

Trotzdem denken viele Anleger, dass Bitcoin (BTC) unterbewertet ist. Die Informationen zeigen, dass sich die Sichtweise der Investoren derzeit verändert – es gibt gemischte Wirtschafts-Signale und auch Anfang 2026 bleibt der Markt schwankend.

Bitcoin im Bärenmarkt: So schätzen Anleger die aktuelle Situation ein

Die Ergebnisse beruhen auf einer Umfrage unter 148 Teilnehmern, die vom 10. Dezember 2025 bis zum 12. Januar 2026 gemacht wurde. Dabei handelte es sich um 75 institutionelle und 73 nicht-institutionelle Anleger. Rund 26 Prozent der institutionellen und 21 Prozent der nicht-institutionellen Befragten sagten, dass sie Bitcoin und den Krypto-Markt generell derzeit als Bärenmarkt sehen.

Das ist ein großer Anstieg im Vergleich zur letzten Umfrage. Damals hatten nur 2 Prozent der institutionellen und 7 Prozent der nicht-institutionellen Teilnehmer diese Meinung geäußert.

Diese Einschätzungen passen zu den Signalen des Bull-Bear Market Cycle Indikators. Dieser liegt schon seit Oktober unter null. Auch das zeigt, dass sich Bitcoin gerade in einer Bärenphase befindet.

Außerdem erklärte Julio Moreno, Forschungsleiter bei CryptoQuant, gegenüber BeInCrypto, dass Bitcoin wohl die frühen Stadien eines Bärenmarkts erlebt. Er nennt sinkende Nachfrage als Hauptgrund für diese Einschätzung.

„Eigentlich zeigt so gut wie jede On-Chain-Metrik oder Marktmetrik, dass wir uns in einer frühen Bärenmarktphase befinden“, sagte er in einer Podcast-Folge von BeInCrypto.

„Bitcoin unterbewertet?“ – Anleger halten ihre Coins weiterhin fest

Trotzdem zeigen die Umfrage-Daten, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen kurzfristiger Stimmung und langfristigem Vertrauen gibt. Nach dem Entschuldungs-Ereignis im Oktober 2025 meinten mehr Anleger, wir sehen einen Bärenmarkt. Ihr Verhalten spricht aber eine andere Sprache.

Laut dem Bericht von Coinbase und Glassnode haben 62 Prozent der institutionellen und 70 Prozent der nicht-institutionellen Anleger ihre Krypto-Investitionen seit Oktober 2025 behalten oder sogar erhöht.

Dazu gaben 49 Prozent der institutionellen und 48 Prozent der nicht-institutionellen Anleger an, dass ein kurzfristiger Kursverlust von mehr als zehn Prozent keine Änderung an ihrer ursprünglichen Anlagestrategie auslösen würde. Sie wollen ihre Positionen weiterhin halten.

Gleichzeitig sagten 31 Prozent der institutionellen und 37 Prozent der nicht-institutionellen Anleger, dass sie in einem solchen Moment nachkaufen würden. Dieses Vertrauen zeigt sich auch in der Bewertung: 70 Prozent der institutionellen und 60 Prozent der nicht-institutionellen Anleger meinen, dass Bitcoin unterbewertet ist.

Das bedeutet: Zwar erkennen die Anleger die schwierigen Marktbedingungen an, aber ihr Verhalten spricht für ein langfristiges Vertrauen und weniger für Risiko-Vermeidung. Der Markt ist deshalb geprägt von Vorsicht, gezieltem Nachkaufen und Bewertungen – nicht aber von allgemeinem Rückzug.

Coinbase und Glassnode: Ausblick auf den Krypto-Markt im ersten Quartal 2026

Auch andere Marktteilnehmer bleiben weiter bullisch. David Duong, CFA und weltweiter Forschungsleiter bei Coinbase Institutional, sowie ein Analyst von Glassnode, erklärten, dass ihre Einschätzung für die Krypto-Märkte im ersten Quartal 2026 weiterhin positiv ist.

„Unser Ausblick auf die Kryptomärkte ist zu Beginn des neuen Jahres konstruktiv, obwohl die Probleme durch die schuldengetriebenen Verkäufe vom letzten Jahr noch nicht ganz verschwunden sind“, schrieben sie.

Sie nennen dabei mehrere Gründe für diese Einschätzung:

  • Positive Inflationstrends: Die Inflation blieb laut neuester Dezember-Erhebung bei 2,7 Prozent. Das nimmt den Sorgen um neue Zölle etwas den Wind aus den Segeln.
  • Stabiles Wirtschaftswachstum: Am 14. Januar lag die Schätzung des GDPNow-Modells der Atlanta Fed für das reale Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2025 bei 5,3 Prozent.
  • Mögliche geldpolitische Unterstützung: Die Analysten rechnen damit, dass die US-Notenbank zwei Zinssenkungen mit insgesamt 50 Basispunkten vornehmen wird, wie die Fed-Fund-Futures gerade einpreisen. Eine solche Lockerung würde laut ihrer Ansicht auch Krypto-Anlagen unterstützen.

Sie fügten hinzu, dass ihr Ausblick noch positiver würde, wenn es wichtige politische Fortschritte in den USA gibt – vor allem rund um den CLARITY Act. So etwas könnte weitere Marktteilnehmer in die Krypto-Branche bringen und die Stimmung der Anleger verbessern.

„Was uns vorsichtiger stimmen würde: Ein deutlicher Anstieg der Inflation, höhere Energiepreise oder starke geopolitische Spannungen könnten eine vorsichtigere Haltung gegenüber Risiko-Anlagen erforderlich machen“, heißt es im Bericht.

Bitcoin Bärenmarkt: Was die aktuelle Krypto-Marktlage für Anleger bedeutet

In dieser Phase betrachten einige Teilnehmer am Krypto-Markt die aktuelle Lage eher als Chance statt als Panikphase. Daten von Santiment zeigen, dass die 30-Tage-MVRV-Werte bei mehreren großen Kryptowährungen negativ sind.

Nach Angaben von Santiment wirken Chainlink, Cardano, Ethereum und XRP aktuell unterbewertet, wenn man diese Metrik betrachtet. Bitcoin wird nur leicht unterbewertet eingeschätzt. Santiment sagt außerdem, dass niedrige 30-Tage-MVRV-Werte oft ein geringeres Risiko bedeuten, um neue Positionen einzugehen oder aufzustocken.

„Ein Coin mit einem negativen Prozentwert bedeutet, dass durchschnittliche Trader, mit denen du konkurrierst, im Minus sind. Das bietet dir die Chance einzusteigen, wenn die Gewinne noch unter dem normalen ‚Nullsummenspiel‘-Niveau liegen. Je negativer der Wert, desto sicherer ist es für dich zu kaufen“, heißt es im Beitrag.

Zudem hat der Analyst CyrilXBT auf die Stimmung am Markt hingewiesen. Laut CyrilXBT bleibt der Krypto Fear & Greed Index weiterhin im Bereich „Angst“, aber Panik ist noch nicht erreicht. Nach Angaben von CyrilXBT,

„Genau dort erreichen Langeweile und Frust meist ihren Höhepunkt, aber die Märkte brechen nicht zusammen. In der Vergangenheit ist dies oft die Phase, in der Positionierungen ruhig stattfinden, bevor eine klare Richtung erkennbar wird.“

Insgesamt zeigen die Umfrageergebnisse und aktuelle Marktdaten eine eher vielschichtige Marktphase statt einer klaren Kapitulation. Zwar sehen immer mehr Investoren die aktuelle Situation als bärisch, allerdings deuten eine anhaltende Investitionsbereitschaft und die verbreitete Ansicht einer Unterbewertung darauf hin, dass der langfristige Glaube groß bleibt.

Dennoch bleibt der Markt sehr schwankungsanfällig. Makroökonomische Risiken üben weiterhin starken Einfluss aus, somit ist es besonders wichtig, vorsichtig zu bleiben.