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Strategy kauft weiter – Bitcoin-Bestände steigen auf über 700.000 BTC

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Während Bitcoin zeitweise über die Marke von 97.000 Dollar gestiegen ist, hat der weltweit größte börsennotierte Bitcoin-Halter ein deutliches Signal gesetzt. Strategy hat seinen Bestand mit einem weiteren Milliardenkauf massiv ausgeweitet. Der Zeitpunkt ist kein Zufall – und wirft ein neues Licht auf die Rolle sogenannter Bitcoin-Treasury-Unternehmen im aktuellen Marktumfeld.

Großkauf in einer sensiblen Marktphase

Strategy hat diese Woche 22.305 Bitcoin für rund 2,13 Milliarden Dollar erworben. Der Kaufpreis lag im Durchschnitt bei gut 95.000 Dollar je Coin. Damit steigt der Gesamtbestand des Unternehmens auf 709.715 Bitcoin – ein Volumen, das inzwischen mehr als drei Prozent des gesamten jemals verfügbaren Bitcoin-Angebots entspricht. Finanziert wurde der Aufbau über Jahre hinweg zu einem durchschnittlichen Einstiegspreis von rund 76.000 Dollar pro Bitcoin.

Auffällig ist weniger die absolute Größe des Kaufs als vielmehr sein Timing. Noch vor wenigen Monaten war das Marktumfeld von Zurückhaltung geprägt. Nach der Sommer-Rally 2025 galten viele Digital-Asset-Treasury-Modelle als überdehnt, teils sogar als strukturell fragil. Dass Strategy nun sein größtes Kaufvolumen seit über einem Jahr meldet, deutet auf eine strategische Neubewertung hin – oder auf bewusst demonstrierte Standfestigkeit.

Signalwirkung über den Bitcoin-Markt hinaus

Parallel zum Bitcoin-Anstieg reagierte auch der Aktienmarkt. Die Strategy-Aktie zog in derselben Woche deutlich an und überschritt zeitweise die Marke von 185 Dollar. Rückenwind kam dabei nicht nur vom Kryptomarkt selbst, sondern auch aus dem Indexumfeld. Der Indexanbieter MSCI hatte Anfang Januar entschieden, Unternehmen mit digitaler Treasury-Strategie nicht aus seinen Indizes auszuschließen – ein Schritt, der institutionellen Investoren Planungssicherheit verschafft.

Damit wird Strategy zunehmend zu einem Stellvertreter für eine breitere Debatte: Sind Bitcoin-Treasuries ein nachhaltiges Unternehmensmodell oder lediglich ein Hebel auf steigende Kurse? Analysten verweisen darauf, dass der Markt nach der Euphoriephase wieder stärker zwischen solider Kapitalstruktur und rein opportunistischer Akkumulation unterscheidet.

Rückkehr zur Disziplin

Marktbeobachter wie James Butterfill von CoinShares sehen genau darin den Wendepunkt. Nach seiner Einschätzung steht der Sektor vor einer Phase der Konsolidierung, in der nicht Größe, sondern Disziplin entscheidend ist. Unternehmen, die Bitcoin glaubwürdig in eine langfristige Treasury-Strategie einbetten, könnten sich behaupten – andere hingegen an steigenden Finanzierungskosten oder überzogenen Erwartungen scheitern.

Strategy positioniert sich klar auf der Seite dieser langfristigen Logik. Unternehmenschef Michael Saylor hat wiederholt betont, Bitcoin nicht als spekulatives Asset, sondern als strategische Reserve zu betrachten. Der jüngste Kauf unterstreicht diesen Anspruch – auch wenn er das unternehmerische Risiko weiter erhöht.

Redaktionelle Einordnung

Aus Sicht von Decentralist ist der Schritt vor allem ein psychologisches Marktsignal. Strategy demonstriert, dass große Akteure auch auf hohen Preisniveaus bereit sind, Kapital zu binden – nicht aus kurzfristiger Euphorie, sondern zur Absicherung einer klar definierten Bilanzstrategie. Gleichzeitig darf nicht übersehen werden, dass diese Konzentration den Unterschied zwischen Bitcoin selbst und Bitcoin-nahen Aktien weiter verschärft. Wer Strategy kauft, investiert nicht nur in Bitcoin, sondern in ein hoch gehebeltes Geschäftsmodell mit spezifischen Finanzierungsrisiken.

Ausblick

Entscheidend wird nun sein, ob weitere Unternehmen dem Beispiel folgen oder ob Strategy vorerst eine Ausnahme bleibt. Marktteilnehmer sollten beobachten, wie sich die Refinanzierungsbedingungen, regulatorische Signale und die Nachfrage institutioneller Investoren entwickeln. Ebenso relevant ist, ob Bitcoin-Treasury-Modelle künftig stärker differenziert bewertet werden – nicht nach Bestandsgröße, sondern nach Bilanzqualität und Transparenz.