Bitcoin BTC$92.815,84-Händler könnten erwägen, den japanischen Yen (JPY) in ihre Liste der relevanten Märkte aufzunehmen und über den US-Dollar-Index hinauszugehen, da die Verbindung zwischen der Kryptowährung und dem Yen in den letzten 90 Tagen ein Rekordniveau erreicht hat.
Der 90-Tage-Korrelationskoeffizient zwischen BTC und dem JPY-Index von Pepperstone ist laut der Datenquelle TradingView auf 0,86 gestiegen, den bisher höchsten Wert.
Diese hohe Korrelation bedeutet, dass sich die beiden Vermögenswerte so eng in dieselbe Richtung bewegt haben, dass 73 % der Preisschwankungen von BTC in den letzten 90 Tagen Bewegungen im Yen widerspiegeln. Die Zahl von 73 % – bekannt als Bestimmtheitsmaß – ergibt sich aus dem Quadrat des Korrelationskoeffizienten und zeigt die "Güte der Anpassung" eines Modells als intuitiven Prozentsatz an.
Der JPY-Index von Pepperstone, bekannt als JPYX, ist ein Währungsindex-Kontrakt für Differenzgeschäfte (CFD), der die Stärke des japanischen Yen gegenüber einem Korb von vier wichtigen Währungen misst: EUR, USD, AUD und NZD.
Die enge Korrelation zwischen Bitcoin und Yen bedeutet, dass der ehemals unabhängige BTC nun unter dem Einfluss der Schwankungen der japanischen Währung steht und mit dem Yen fällt oder steigt, wie es in den letzten 90 Tagen der Fall war. Mit anderen Worten scheint BTC derzeit seine Attraktivität als Portfolio-Diversifikator verloren zu haben und verwandelt sich von einer einzigartigen „digitalen Gold“-Absicherung in eine verstärkte Wette auf den Yen.
Daher sollten Händler beachten, dass Korrelationen zwischen Kryptowährungen und traditionellen Vermögenswerten wie Aktien und Währungen häufig nur von vorübergehender Natur sind.
BTC erreichte Anfang Oktober seinen Höchststand und erlitt in den folgenden zwei Monaten deutliche Verluste, da der JPY-Index seinen Abwärtstrend ausweitete, wobei sich die Verkäufe beider nach Mitte Dezember abschwächten.
Darüber hinaus befindet sich der Yen seit April letzten Jahres in einem Abwärtstrend, da Sorgen um die Nachhaltigkeit der fiskalischen Verschuldung die Renditen japanischer Staatsanleihen steigen ließen. Mit dem Schuldenquote zum BIP von 240 %, Japan ist eine der am höchsten verschuldeten Nationen der Welt, wobei jedoch ein Großteil dieser Schulden von inländischen Investoren gehalten wird.
Japans hohe Verschuldung bringt seine Zentralbank in eine Zwickmühle: Zinserhöhungen treiben die Schuldenbedienungskosten in die Höhe und verschärfen das fiskalische Durcheinander, während niedrige Zinsen das Risiko eines vollständigen Yen-Verfalls bergen.
Einige Beobachter argumentieren, dass die fiskalische Krise bereits auf den Währungsmärkten stattfindet, mit einem deutlich schwächeren Yen, und dass nur ein mögliche US-Rezession wird Japan jeglichen Spielraum verschaffen.
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