- Die Bank of America empfiehlt ihren Kunden erstmals eine Allokation von ein bis vier Prozent in Krypto-Anlagen wie Bitcoin.
- Eine der größten Banken der Welt ist offenbar dabei, Digital-Assets in ihre Angebote zur Vermögensverwaltung zu integrieren.
Die Empfehlung der Bank of America bezieht sich auf den Gesamtwert des einzelnen Kundenportfolios, nicht auf liquide Mittel oder reines Risikokapital. Damit erhebt die Bank Digital-Assets wie BTC in denselben Status wie klassischen Anlagen, die traditionell zur Diversifikation eingesetzt werden.
Warum gerade vier Prozent?
Die BoA begründet ihre Empfehlung mit einer verbesserten, dem Risiko angepassten Rendite. Interne Analysen zeigten, dass eine kleine Beimischung von Bitcoin den ROI eines Portfolios erhöhen kann, ohne das Risiko unverhältnismäßig zu steigern.
Die Bank verweist zudem auf eine anhaltend hohe Kundennachfrage nach regulierten Krypto‑Produkten, die seit der Zulassung der Bitcoin‑ETFs deutlich zugenommen hat. Gleichzeitig gelten Digital-Assets als zunehmend sicherer gegen Inflation, Abwertung und und volkswirtschaftliche Risiken.
Mit der Aufnahme in den offiziellen „House View“ werden Bitcoin‑ETFs nun in Rebalancing‑Prozesse, Risikomodelle und Reporting‑Systeme integriert – Elemente, die den Institutionen gut bekannt sind. Das erhöht und festigt ihre Akzeptanz der neuen Anlageklasse.
Kein Modell für Deutschland
Eine direkte Übertragung der 4%-Empfehlung auf deutsche Verhältnisse ist derzeit nur schwer möglich. Die regulatorischen Rahmenbedingungen unterscheiden sich zu sehr, weil die BaFin bei der Risikoklassifizierung von Kryptowerten wesentlich konservativer bewertet, als die zuständigen US-Behörden.

Außerdem können viele Banken in Deutschland ihren Kunden bislang nur ETNs, Zertifikate und Fonds anbieten. Eine offizielle Portfolio‑Empfehlung gibt es von keiner Bank in Deutschland, und viele Banken tätigen Krypto‑Anlagen immer noch nur auf ausdrücklichen Kundenwunsch.
Dennoch wird sich die strategische Logik der Bank of America früher oder später auf den deutschen Markt anwenden lassen. Die Argumente zugunsten einer kleinen, aber strukturell sinnvollen Beimischung gewinnen auch in Europa an Bedeutung.
Sobald voll regulierte Bitcoin‑ETFs im deutschen Retail‑Banking ankommen sind und die internen Risikomodelle angepasst werden, dürfte die ein bis vier Prozent Diversifizierung in Krypto-Anlagen auch hierzulande und in Österreich Einzug halten.
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