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Krypto-Kaufkraft sinkt: 6 Mrd. Euro an Stablecoins abgezogen

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Der Kryptomarkt hat eine schwere Woche hinter sich – mit deutlichen Kursverlusten und einem erheblichen Kapitalabfluss.

Besonders auffällig: Auf der Ethereum (ETH)-Blockchain wurde eine historische Stablecoin-Abwanderung von fast 6 Milliarden Euro verzeichnet. Doch was bedeutet das für die weitere Entwicklung der Kryptomärkte?

Stablecoin-Bestand auf Ethereum sinkt deutlich

Die Anzahl der Stablecoins auf der Ethereum-Blockchain nimmt stark ab. Stablecoins sind „stabile“ Kryptowährungen, deren Wert an traditionelle Währungen wie den US-Dollar oder den Euro gekoppelt ist.

Laut Daten von CryptoQuant blieb der Bestand an Stablecoins auf Ethereum monatelang relativ stabil – bis zur letzten Woche.

Seit dem 19. Januar sind nahezu 6 Milliarden Euro aus dem Stablecoin-Markt auf Ethereum abgeflossen. Die letzte vergleichbare Abwanderung in dieser Größenordnung wurde 2023 beobachtet.

Was bedeutet das für den Kryptomarkt?

Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich Händler zunehmend aus dem Kryptomarkt zurückziehen. Dies sei ein klar bärisches Signal, erklärt Analyst Darkfost.

„Um den Mechanismus zu verstehen: Wenn die Marktkapitalisierung von Stablecoins sinkt, bedeutet das, dass weniger Nachfrage nach diesen Token besteht.“

Einfach ausgedrückt: Anleger wandeln ihre Stablecoins in Fiatgeld um, um außerhalb des Kryptobereichs neue Anlagechancen zu nutzen. Nicht mehr benötigte Token werden anschließend durch die jeweiligen Stablecoin-Protokolle verbrannt (destroyed).

„Deshalb ist eine sinkende Marktkapitalisierung von ERC-20-Stablecoins ein bärisches Signal.“

Während Kryptowährungen derzeit schwächeln, verzeichnen Edelmetalle eine starke Performance.

„Das erklärt vermutlich, warum Liquidität aus dem Kryptomarkt abfließt – auf der Suche nach Renditen anderswo“, so Darkfost weiter.

Eine sinkende Stablecoin-Versorgung bedeutet weniger Nachfrage – was den Markt zusätzlich schwächt und Kurse weiter nach unten drückt.

Investoren ziehen Kapital aus Bitcoin und Ethereum ab

Nicht nur bei Stablecoins ist ein Abfluss zu verzeichnen. Laut CryptoOnchain wurde auf der Börse Binance der größte Kapitalabfluss seit Anfang November registriert.

Besonders betroffen: Bitcoin (BTC) und Ethereum. Allein in der vergangenen Woche kam es zu einer Netto-Abwanderung von fast 1,7 Milliarden Euro bei Bitcoin und über 1,1 Milliarden Euro bei Ethereum.

Diese Entwicklung ging mit massiven Kursrückgängen einher: Ethereum fiel um ganze 14 %, Bitcoin verlor 7,5 %.

Tron verzeichnet als Gegenbewegung starke Zuflüsse

Die Analyse von CryptoOnchain enthält jedoch auch positive Aspekte: Während die Ethereum-Stablecoin-Märkte stark geschwächt wurden, verzeichnete die Tron-Blockchain in derselben Zeit einen deutlichen Kapitalzufluss.

Allein in der letzten Woche wurden 770 Millionen Euro auf Tron transferiert.

„Das weist darauf hin, dass Kapital zwischen Netzwerken verschoben wird – anstatt vollständig aus den zentralisierten Börsen abzuwandern“, so der Analyst.