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Bitcoin und Ether fallen zunächst, erholen sich dann jedoch, als Trump von den Zöllen auf Grönland zurücktritt

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Bitcoin vollführte während der asiatischen Handelszeiten eine scharfe nächtliche Rundreise, fiel unter 88.000 USD, bevor es sich wieder in Richtung 90.000 USD erholte, nachdem Präsident Donald Trump während seines Auftritts beim Weltwirtschaftsforum in Davos seine mit Grönland verbundenen Zollbedrohungen zurückgenommen hatte.

Die Bewegung beendete volatile 24 Stunden für die Kryptomärkte, die zu Beginn der Woche durch eine weltweite Risikoaversion bedingt durch Trumps Drohungen gegenüber Europa, einen Anstieg der Anleiherenditen und erneute Ängste an den Aktienmärkten nach unten gezogen wurden.

Bis Donnerstagmorgen in Asien hatten sich diese Belastungen zu verringern begonnen – und der Kryptomarkt folgte.

Bitcoin fiel am späten Mittwoch kurzzeitig auf etwa 87.300 US-Dollar, da die US-Märkte Trumps aggressive Rhetorik verarbeiteten und die Anleihemärkte weiterhin unruhig blieben.

Doch die Stimmung änderte sich schnell, nachdem Trump erklärt hatte, er werde auf die Verhängung von Zöllen gegen europäische Länder verzichten, die sich der US-Kontrolle über Grönland widersetzen, und verwies auf das, was er als „Rahmen für ein zukünftiges Abkommen“ bezeichnete.

Diese Umkehr half, die breiteren Märkte zu beruhigen. Die US-Aktien-Futures stiegen, japanische Staatsanleihen erholten sich zum zweiten Mal in Folge, und die Nachfrage nach Safemanats kühlte sich ab, nachdem Gold zu Beginn der Woche neue Höchststände erreicht hatte.

Bitcoin erholte sich parallel zu dieser Stabilisierung, stieg auf nahezu 90.000 US-Dollar und konnte den Großteil des nächtlichen Kursrückgangs wettmachen.

Die Folge zeigt, wie eng die Kryptowährung in Zeiten der Unsicherheit weiterhin mit makroökonomischen Schlagzeilen verbunden ist.

Obwohl Bitcoin oft als alternatives Asset vermarktet wird, wird es immer noch wie eine risikoreiche Position gehandelt, wenn Investoren Kapital schützen wollen. Plötzliche Veränderungen in der Handelspolitik, den Renditen von Anleihen und der globalen Liquidität wirken sich in der Regel direkt auf digitale Vermögenswerte aus – insbesondere wenn die Positionierungen stark konzentriert sind.

Die Kursentwicklung bei den wichtigsten Token spiegelte dieses Muster wider. Ethereum fiel während des Ausverkaufs unter 3.000 USD, stieg dann aber wieder über 3.020 USD und reduzierte damit seinen Tagesverlust. Solana erholte sich auf etwa 130 USD, nachdem es zuvor im Handelsverlauf gefallen war, während XRP sich wieder in der Nähe von 1,95 USD bewegte. Cardano stieg auf etwa 0,37 USD, nachdem es Wochen-Tiefs erreicht hatte, und Dogecoin konnte einige Verluste bei etwa 0,127 USD zurückgewinnen. Insgesamt waren die Gewinne moderat, was eher auf eine Stabilisierung als auf eine erneute Risikoaffinität hindeutet.

Was diese Bewegung bemerkenswert machte, war die Geschwindigkeit der Umkehr.

Die Kryptopreise fielen schnell, als Trumps Äußerungen die Befürchtungen eines Handelskonflikts und politischer Unberechenbarkeit neu entfachten, erholten sich dann jedoch ebenso rasch, als die Rhetorik wieder gemäßigter wurde.

Diese Art von abrupten Kursbewegungen ist in einem Markt üblich geworden, in dem Händler sofort auf makroökonomische Signale reagieren.

Die Anleihemärkte waren ein entscheidender Treiber. Anfang der Woche löste ein kräftiger Ausverkauf von langlaufenden japanischen Staatsanleihen Renditen auf Rekordhöhen aus, verschärfte die globalen Finanzierungsbedingungen und veranlasste Anleger, sich aus spekulativen Geschäften zurückzuziehen.

Bis Donnerstag zogen sich die japanischen Renditen zurück, nachdem Beamte zur Ruhe aufgerufen hatten, was den Druck auf die globalen Zinssätze erleichterte und risikoreichen Anlageklassen Luft zum Atmen gab.

Während sich die Märkte wieder stärker auf die Handelszeiten in Asien und Europa ausrichten, werden Krypto-Händler genau beobachten, ob Bitcoin über 90.000 USD halten kann oder ob die Erleichterung aus Davos nachlässt und die Volatilität zurückkehrt. Die vergangenen zwei Tage haben eines deutlich gemacht: Die globale Politik und die Anleihemärkte besitzen nach wie vor die Macht, den Kryptomarkt auf eine Achterbahnfahrt zu schicken.