- Der britische Parlamentsausschuss für Finanzen hat einen neuen Bericht rausgebracht, der zeigt, dass 75 % der Finanzdienstleister im Land jetzt KI nutzen.
- Er warnt die Bank of England und die Finanzaufsichtsbehörde FCA vor den möglichen Risiken der Technologie für den Verbraucherschutz und ihrem Potenzial, eine Finanzkrise auszulösen.
Künstliche Intelligenz (KI) hat sich schnell von einer Nischenanwendung zu einer Mainstream-Anwendung entwickelt. Am Dienstag hat das britische Parlament seinen Bericht über die Branche und ihre Auswirkungen auf den Finanzsektor veröffentlicht.
Laut dem Papier des Finanzausschusses mit dem Titel „Künstliche Intelligenz in Finanzdienstleistungen” ist KI ein Durchbruch bei der Lösung komplexer Probleme und Aufgaben der Menschheit. Neben den Chancen birgt sie jedoch auch Risiken für die britische Wirtschaft.
Die reaktive Haltung der britischen Regierung gegenüber KI
Die Abgeordneten des Finanzausschusses stellten fest, dass die britische Regierung, insbesondere die Financial Conduct Authority (FCA) und die Bank of England (BoE), einschließlich der Prudential Regulation Authority, eine abwartende Haltung gegenüber KI eingenommen haben. Dies geschieht vor dem Hintergrund der raschen Einführung der Technologie im Land, die bei britischen Finanzdienstleistungsunternehmen eine Verbreitung von 75 % erreicht hat.
Die Gesetzgeber warnten, dass die mangelnde Proaktivität der Parteien den gesamten Finanzsektor Risiken aussetzen könnte.
Risiken der KI im britischen Finanzsektor
Zu den wichtigsten Anwendungsfällen der KI im Vereinigten Königreich gehört die Automatisierung von Verwaltungsabläufen. Dieser Trend setzt sich zunehmend bei der Bearbeitung von Versicherungsansprüchen und Bonitätsprüfungen durch.
Der Bericht warnte die Zentralbank und die Aufsichtsbehörden, dass die aufstrebende Technologie bereits benachteiligte Kunden weiter benachteiligen könnte. Außerdem heißt es darin, dass eine ungebremste Abhängigkeit, übermäßiges Vertrauen und mangelnde Transparenz hinsichtlich der Nutzung von KI-Automatisierung durch Finanzinstitute sogar eine Finanzkrise auslösen könnten.
„Aufgrund der mir vorliegenden Erkenntnisse bin ich nicht davon überzeugt, dass unser Finanzsystem auf einen größeren Vorfall im Zusammenhang mit KI vorbereitet ist, und das ist besorgniserregend“, sagte Dame Meg Hillier, Vorsitzende des Treasury Select Committee. „Ich möchte, dass unsere öffentlichen Finanzinstitute einen proaktiveren Ansatz verfolgen, um uns vor diesem Risiko zu schützen.“
Die Empfehlungen der Abgeordneten
Um den zugrunde liegenden Bedenken Rechnung zu tragen, forderten die Abgeordneten die FCA und die Finanzunternehmen auf, zusammenzuarbeiten, um die Vorteile der KI zu nutzen. Andererseits sollten sie ebenfalls KI-spezifische Stresstests durchführen, um Unternehmen auf mögliche KI-bedingte Marktschocks vorzubereiten.
Außerdem empfahlen die Gesetzgeber der FCA, praktische Leitlinien zur KI für Unternehmen zu erstellen. Dabei sollte sie sich darauf konzentrieren, einen Mittelweg zwischen Verbraucherschutz und KI-Nutzung zu finden und klar zu erklären, inwieweit Unternehmen für Schäden haftbar sind, die durch den Einsatz dieser Technologie entstehen.
Die Abgeordneten erwarten, dass die Aufsichtsbehörde die Leitlinien bis Ende dieses Jahres veröffentlicht. Außerdem drängten sie die Regierung, KI- und Cloud-Anbieter zu benennen, die sie für die Aufsicht über die sich schnell entwickelnde Finanzbranche als wichtig erachtet.
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